Leinsamen ganz oder geschrotet Wie isst man Leinsamen am besten?
Sie sind als natürliche Verdauungshilfe bekannt: Leinsamen. Ob man sie besser geschrotet oder ganz isst und wie gesund sie wirklich sind, erfahren Sie hier.

Sie schmecken im Müsli, im Brot, auf Crackern oder man bereitet mit ihnen einen Pudding zu. Leinsamen sind sehr gesund und kurbeln die Verdauung an. Wir haben bei den Expertinnen der Verbraucherzentrale Bayern nachgefragt, worauf man beim Verzehr von Leinsamen achten sollte.
Was ist besser: ganzer oder geschroteter Leinsamen?
Die Verbraucherzentrale Bayern weist darauf hin, dass geschroteter oder gequetschter Leinsamen stärker wirkt, als Leinsamen, der im Ganzen verzehrt wird.
Wie lange halten geschrotete Leinsamen wirklich?
Sabine Hülsmann, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Bayern gibt zu bedenken: "Sobald Leinsamen geschrotet werden, beginnen bereits Abbauprozesse." Darunter leiden besonders die Omega-3-Fettsäuren. Daher lautet die Empfehlung der Expertin, Leinsamen im Ganzen zu kaufen und erst kurz vor dem Verzehr zu Mörsern.
Denn das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) auf geschroteten Leinsamen beziehe sich auf die geschlossene Verpackung und in der Regel dauert es eine Weile, bis eine Packung mit geschroteten Leinsamen aufgebraucht ist. Vor allem, wenn man sich beim Verzehr an die Höchstdosis hält.
Gibt es Höchstdosis für den Verzehr von Leinsamen?
Wie auch bei anderen Ölsaaten können Leinsamen erhebliche Cadmiummengen enthalten, weiß Expertin Sabine Hülsmann. Um die gesunden Eigenschaften von Leinsamen auf den Darm nicht durch unerwünscht hohe Cadmiumaufnahmen zu überlagern, wird vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfohlen, bei regelmäßigem Konsum nicht mehr als 20 Gramm Leinsamen pro Tag zu verzehren, so Hülsmann weiter.
Zudem, fügt die Ernährungsexpertin an, können Leinsamen sogenannte cyanogene Glykoside enthalten. Daraus kann beim Essen hochgiftige Blausäure entstehen. Zu viel davon führt möglicherweise zu Kopfschmerzen, Atemnot oder Schwindel. Jedoch muss dafür eine eher große Menge Leinsamen verzehrt werden. Laut BfR gilt eine Menge von 15 Gramm rohen Leinsamen pro Mahlzeit - das entspricht in etwa 2 Esslöffeln - aber als unbedenklich, so Sabine Hülsmann.
Werden Leinsamen beim Backen oder Kochen erhitzt, können sie bedenkenlos verzehrt werden. Denn Blausäure verflüchtigt sich bereits bei Temperaturen über 25 Grad.
Goldene und braune Leinsamen - welche sind gesünder?
Goldene und braune Leinsamen stammen von der gleichen Pflanzenfamilie ab. Sie sind einfach zwei verschiedene Varianten.
Brauner Leinsamen enthält etwas mehr Omega-3-Fettsäuren als die sogenannte Goldleinsaat. Die Goldleinsaat hat dafür etwas mehr Quellvermögen. Die Unterschiede sind aber nur marginal, so die Expertin abschließend.
Sollten Sie jetzt Lust auf das Superfood bekommen haben, dann haben wir ein feines Rezept für Sie: Kerniges Knäckebrot aus Dinkelmehl mit Leinsamen, Sesam und Sonneblumenkernen. Knackig und gschmackig!
In dieser Episode der Blauen Couch spricht Ernährungsmedizinerin Dr. Anne Fleck über gesunde Fett und gutes Essen: