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Gesünder als Goji & Co. Heimische Beeren statt Superfoods

Sogenannte "Superfoods" sollen besonders nährstoffreich und gesund sein - doch das ist vor allem das Versprechen der Hersteller. In diesen heimischen Alternativen steckt mindestens genauso viel Gutes.

Stand: 21.08.2017

Im Sommer ist die Beeren-Auswahl groß. | Bild: mauritius-images

Sogenannte "Superfoods" wie Goji-, Acai- oder Acerolabeeren werden als besonders gesunde Nahrungsmittel vermarktet. Doch so gesund sind die exotischen Früchte oft gar nicht. Da sie oft nur in Südamerika angebaut werden, sind die Früchte hierzulande nur in stark verarbeiteter Form erhältlich: getrocknet, als Püree oder Extrakt. Daniela Krehl, Ernährungswissenschaftlerin bei der bayerischen Verbraucherzentrale warnt vor zu viel Euphorie: "Wissenschaftliche Studien zu den gesundheitsfördernden Effekten sind äußerst rar." Dazu kommen die saftigen Preise, die Hersteller für die Lebensmittel verlangen.

Doch wer seine Ernährung um ein paar nährstoffreiche Beeren erweitern will, findet die gerade jetzt auch im eigenen Garten oder am Obststand um die Ecke. In den heimischen Beeren stecken nämlich mehr Vitamine und Mineralstoffe, als man denkt.

Schwarze Johannisbeere

Die schwarze Johannisbeere ist der absolute Spitzenreiter in Bezug auf die Inhaltsstoffe und punktet mit einer besonders hohen Konzentration des dunklen Pflanzenfarbstoffs Anthocyan. Die übertrifft sogar den Wert der als Superfood vermarkteten Acaibeeren. Anthocyane gehören zu den sekundären Pflanzenstoffen, die zwar nicht essenziell für die Gesundheit sind, aber durchaus eine positive Wirkung auf sie haben können. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung wird Anthocyan zum Beispiel mit einem verringerten Risiko für manche Krebsarten und Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung gebracht. Neben Anthocyanen enthält die schwarze Johannisbeere mit gut 175 Milligramm pro 100 Gramm außerdem fast dreimal so viel Vitamin C wie Orangen oder Zitronen.

Saison: Juli und August

Brombeere

Die Beeren enthalten besonders viel Magnesium und Eisen. Auch mit ihrem Betacarotin- und Vitamin-E-Gehalt schlagen Brombeeren nicht nur die heimischen Artverwandten, sondern auch so manches Superfood. Betacarotin wird im Körper in Vitamin A umgewandelt, das gut für die Augen ist. Vitamin E schützt die Zellen. Tatsächlich sind auch die dunkelvioletten Brombeeren ein guter Lieferant für Anthocyan.

Saison: Mitte Juni bis Ende September

Himbeere

Himbeeren sind die besten Eisenlieferanten unter den Beeren. Dazu kommen die Mineralstoffe Phosphor, Kalzium, Magnesium und ganz nebenbei auch noch B-Vitamine und Vitamin C.

Saison: Mitte Mai bis Ende September

Heidelbeere

Heidelbeeren enthalten besonders viel Vitamin E. Dazu liefern sie Magnesium, Kalium, Kalzium und Eisen. Auch Heidelbeeren verdanken ihre Farbe Anthocyanen.

Saison: Juni bis August

Holunder

Wer bei Holunder nur an die Blüten denkt, verpasst was. Denn die schwarzblauen Beeren enthalten neben den Anthocyanen viel Vitamin C und Folsäure. Schon seit Jahrhundertern wird Saft aus Holunderbeeren wegen seiner schweißtreibenden Wirkung als Heilmittel bei Erkältungen, Fieber und Schnupfen eingesetzt. Der enthaltene Farbstoff Sambucyanin soll außerdem eine anti-entzündliche Wirkung haben.

Saison: nur ca. einen Monat beginnend im September


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Traudl Nenz, Donnerstag, 30.Juni 2016, 08:47 Uhr

1. heimische Beeren

Hallo,
schwitzend in der Toscana sitzend, bin ich über bayern 1 glücklich als Abwechslung.
Bei den "tollen einheimischen" Beeren fehlt noch die Aroniabeere. Ich pflanzte auf Anraten bereits 1996 einen solchen Busch und mache seit vielen Jahren draus einen herrlichen Gelee mit dem Dampfentsafter. Alle Empfänger dieses Gelees sind zuerst sehr überrascht, was das ist und dann genießen sie mein Mitbringsel!
Inzwischen gibt es ja auch bei uns schon richtige Plantagen davon.
Weiterhin bitte so schöne Musik und Beiträge.
Schönen Tag und Gruß
Traudl Nenz