Bayern 1 - Experten-Tipps


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Plastikmüll Was gehört in den gelben Sack?

Legosteine, Joghurtbecher, alte Kassetten: nur Verpackungen oder doch alles aus Plastik? Was Sie im Gelben Sack entsorgen dürfen und was nicht.

Von: Alexander Dallmus

Stand: 15.03.2017

Frau wirft etwas in gelbe Tonne | Bild: mauritius-images

Wer zahlt für den Gelben Sack?

Im Dualen System in Deutschland sind die Hersteller verpflichtet, ihre Verpackungen zu recyceln und dafür die Kosten zu tragen. Natürlich wird jeder Cent mehr letztlich auf den Verbraucher umgelegt, aber die Lizenzgebühren werden für eine festgelegte Menge bezahlt.

Wird diese festgelegte Menge in den jeweiligen Landkreisen oder Gemeinden überschritten, steigen auch die Kosten. Fehlwürfe, also Abfälle, die gar nicht in den Gelben Sack gehören, kosten Geld, sagt Martin Meier vom Landesamt für Umwelt in Augsburg.

Wie umweltfreundlich ist der Gelbe Sack?

In Deutschland wird noch nicht mal die Hälfte der Verpackungen, die im Gelben Sack und in der Gelben Tonne gesammelt werden, tatsächlich wiederverwertet. Nur knapp über 44 Prozent waren es in Deutschland beispielsweise im Jahr 2014 (Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen). Etwa genau so viel Verpackungsmüll wird einfach verbrannt.

Dabei muss man jedoch feststellen, dass die privaten Entsorger, die für das Duale System Deutschland (DSD) die Gelben Säcke und Tonne bereitstellen bzw. entsorgen, die gesetzliche Quote sogar übererfüllen. Der Gesetzgeber schreibt lediglich eine Wiederverwertung von nicht einmal einem Viertel (22,5 Prozent) vor.

Fakt ist auch, dass sich Plastik nicht unendlich oft recyceln lässt. Das Produkt verliert letztlich an Qualität und kann irgendwann nur noch verbrannt werden.

 Unterschiedliche Praxis in Bayern

Genau deshalb sind Gelber Sack und Gelbe Tonne in Bayern und anderswo in Deutschland auch umstritten. Die Landkreise Bayreuth und Wunsiedel oder beispielsweise die Stadt München sammeln den Verpackungsmüll in den Wertstoffhöfen oder entsprechenden Inseln selbst ein und begründen das mit einer Spitzen-Wiederverwertungsquote von 80 Prozent.

Dafür landet bei Gelbem Sack oder der Tonne weniger Verpackung im Restmüll, heißt es beim Dualen System Deutschland. Sammeln die Bürger ihren Verpackungsmüll selbst, liegt aber die Wiederverwertungsquote oft nur bei 50 Prozent. Da wird dann eben oft Zeug reingeschmissen, was nicht reingehört.

Was gehört in den Gelben Sack:

Auch wenn es einfach klingt, sind viele Bürger unsicher, was wirklich in den Gelben Sack gehört. Verkaufsverpackungen mit dem Grünen Punkt klar! Aber auch Verbundmaterialien, also Plastik mit Aluminium, zum Beispiel Kaffeekapseln, dürfen rein. Wie auch die Blisterverpackungen von Medikamenten, sagt Martin Meier.

Außerdem zum Beispiel:

  • Margarine-, Sahne-, Pudding- und Joghurtbecher
  • Schalen für abgepacktes Obst und Gemüse
  • Schalen von Mikrowellen-Gerichten
  • Chips- und Erdnusstüten
  • Getränkekartons für Saft und Milch
  • Alufolien
  • Waschmittel- und Weichspülerflaschen etc.
  • Kunststofffolien und Plastiktüten

Das darf nicht rein:

Staubsaugerbeutel, Klarsichtfolien. Haarbürsten, Spritzen, Batterien oder Küchenplastikschüsseln gehör nicht in die Gelbe Tonne. Auch Kinderspielzeug aus Kunststoff (wie zum Beispiel Lego-Steine!). Keines dieser Produkte ist als Verpackung lizenziert.

Weißblechdosen dürfen rein! Eigentlich, aber eben auch nicht überall. Im Landkreis Augsburg werden Weißblechdosen gesondert gesammelt. Im Nachbarlandkreis Landsberg dürfen die dagegen in den gelben Sack geschmissen werden. Je nachdem was in den jeweiligen Verträgen der Kommunen drinsteht. 

Da wird’s schon wieder kompliziert.


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