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Umwelt oder Rohre schonen Brauche ich ein Abfluss-Sieb im Waschbecken?

Essensreste, Haare oder Kontaktlinsen - Abflusssiebe verhindern, dass ungewollt etwas ins Rohr rutscht. Aber eklig sind die Schmutzfänger in Waschbecken und Dusche irgendwie. Was man dagegen tun kann und warum man sie braucht.

Von: Marc Strucken

Stand: 27.02.2017

Abfluss mit Sieb darin Buchstabennudeln | Bild: imago/steinach

Unbestritten ist, dass nach einer ausgedehnten Spülaktion das Sieb im Waschbecken alles andere als ästethisch ist. Und niemand rupft gern Haare aus dem Abflusssieb in der Dusche. Alles eine Frage der Hygiene.

Essensreste im Spülbecken sollten nicht ins Rohr

Was oben ins Waschbecken kommt, muss am Ende er hier aus den Kanälen schaufeln.

Die Entsorgungsbetriebe, die auch für das Abwasser zuständig sind, raten dazu, vor allem im Spülbecken ein Abflusssieb zu verwenden. "Essensreste in den Rohren mögen wir nicht", sagt Roland Groß vom Münchner Baureferat. "Bei 2.500 Kilometern Abwassersystem kann man nicht verhindern, dass da ein paar Ratten sind. Wie viele es werden, hängt davon ab, wie viel sie zu fressen finden." Außerdem kann es im Sommer durch den Müll in den Rohren ordentlich stinken. Schon allein das spricht für ein Sieb vorm Abfluss.

Hygiene in der Dusche fängt beim Abfluss an

Wer lange Haare hat, kennt das: Ein ganzer Ballen verstopft immer mal wieder die Dusche - wenn nicht ein Sieb sie abfängt. Hierbei geht es tatsächlich eher um eine einfachere Reinigung und die Hygiene im Bad. Die Kläranlagen haben mit solchen Hinterlassenschaften übrigens keine Probleme, sagt Klaus Stegmayer, Leiter der Abteilung Abwasserreinigung in Augsburg.

Ein Trick gegen Fett im Waschbecken

Was ein Sieb im Waschbecken jedoch nicht verhindern kann, sind fettige Ablagerungen. Die entstehen im Rohr etwa durch die Reste der deftigen Bolognese-Soße im Abwasser. Auch hier hilft ein Sieb, dass so wenige Feststoffe wie möglich in den Abfluss kommen. Denn an denen setzt sich das Fett erst recht fest. Und: genügend Spülmittel verwenden - das löst das Fett auf.

Aber auch durch Zusätze in Seifen, Duschgels und Shampoos, die sich dann im Abfluss ablagern und ihn verstopfen. Kein Grund, die Chemiekeule auszupacken! Einfach regelmäßig mit heißem, am besten sogar kochendem Wasser spülen. Vor den im Internet kursierenden Tipps, den Abfluss mit Natron bzw. Soda zu reinigen, warnt Abwasserexperte Stegmayer: "Wenn sie Natron, aber auch chemische Reiniger ins Rohr geben, kann sich aus den weichen Fetten ein richtig harter Klumpen bilden." Dann hilft nur noch der Installateur.

Keime lieben Abwasser und Sieb

Das Abflusssieb hingegen sollte man ruhig einmal die Woche reinigen: Entweder in die Spülmaschine legen - oder in heißes Wasser und anschließend abbürsten. So kann man schnell und einfach Hygiene schaffen. Wenn nicht, bilden Keime durch die feuchte Umgebung rund um den Abfluss schnell einen glitschigen Biofilm. Der verströmt dann oft den bekannten modrigen Geruch aus dem Waschbecken.


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