Bayern 1


8

Gewitter Mythen über Blitze und Co. und was wirklich dran ist

Ist es gefährlich, während eines Gewitters mit dem Handy zu telefonieren? Und darf man duschen, wenn es blitzt? Viele Mythen ranken sich rund um Blitze und Gewitter. Wir haben die Antworten.

Stand: 26.08.2019

Ein Blitz schlägt in ein Münchner Hochhaus ein. | Bild: mauritius-images

446.000 Mal schlug 2018 ein Blitz in Deutschland ein, so der Blitz-Informationsdienst von Siemens (BLIDS). Das unterfränkische Schweinfurt ist Deutschlands Blitzhaupstadt des Jahres 2018.

Grundsätzlich sollten Sie sich bei Gewitter nie draußen aufhalten und immer rechtzeitig Schutz suchen, denn Gewitter sind immer gefährlich. Wenn Sie trotzdem einmal von einem Gewitter im Freien überrascht werden sollten: Hocken Sie sich möglichst in einer Mulde hin und machen sich klein, die Beine eng zusammen. Sind Sie in der Gruppe unterwegs, halten Sie Abstand voneinander.

1. Blitze schlagen immer am höchsten Punkt ein

Was ist dran? Blitze schlagen oft, aber nicht immer am höchsten Punkt ein. Schon 50 Meter neben einem Turm oder Mast kann man direkt getroffen werden. Besser: Schutz in gesicherten Gebäuden oder in einem Auto suchen.

2. Schmuck zieht Blitze an

Das stimmt nicht. Haarspangen oder Piercings erhöhen die Gefahr eines Blitzeinschlages nicht. Wird man doch von einem Blitz getroffen, können diese Metallteile den Blitz aber in und durch den Körper leiten.

3. Bei Gewitter lieber das Handy weglegen

Keine Sorge, hier handelt es sich auch um einen Mythos. Handystrahlung kann keine Blitze anziehen, dazu ist sie viel zu gering. Auch Telefonieren mit einem schnurlosen Telefon ist kein Problem. Das Telefonieren mit Telefonen, die noch eine Schnur haben, ist dagegen eher gefährlich, sofern Ihr Haus kein Blitzschutzsystem besitzt.

4. Duschen bei Gewitter ist gefährlich

Die meisten Häuser haben ein ordentliches Blitzableiter-System. Hier ist das Duschen während eines Gewitters tatsächlich ungefährlich.
Sollten Sie aber wissen, dass Ihr Haus keine Blitzschutzanlage hat oder sich nicht sicher sein, weil Sie in einem Altbau wohnen, dann empfiehlt es sich, mit der Dusche bis nach dem Gewitter zu warten.

In einem Haus ohne Blitzschutzsystem sollten Sie bei einem Gewitter nicht duschen oder baden und den Kontakt mit allen metallenen Leitungen vermeiden, die von außen ins Haus führen wie Wasser-, Gas-, Strom- und Telefonleitung, Fernwärmeversorgung, Antennenkabel, so die Empfehlungen des Verbands der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V. (VDE).

5. Wer vom Blitz getroffen wird, fällt tot um

Man kann einen Blitzschlag überleben. Im Schnitt werden pro Jahr 135 Menschen vom Blitz getroffen. Knapp 99 Prozent der Getroffenen überleben einen solchen Unfall. Grund: Der größte Teil des Blitzstroms fließt in den meisten Fällen auf der Körperoberfläche ab. Die Art und Schwere der Verletzung hängt davon ab, wo wir genau getroffen werden. Die häufigsten Verletzungen sind Verbrennungen, Schäden am Herzen, Lähmungen, Hör- und Sehstörungen. Für Ersthelfer gilt: Man kann und soll einen Menschen unmittelbar nach einem Blitzeinschlag wiederbeleben.

6. Bei Gewitter nicht fernsehen

Wenn Sie bei einem Gewitter vor dem Fernseher sitzen, sind Sie nicht gefährdet. Ihr Fernsehgerät ist eher in Gefahr - er kann durch Überspannungen, die bei einem Blitzeinschlag auftreten können, kaputtgehen.

7. Bei Gewitter nicht schwimmen, weil Lebensgefahr droht

Schwimmen bei Gewitter ist tatsächlich lebensgefährlich. Zum einen breitet sich ein Blitz im Wasser ziemlich weit aus, zum anderen liegen wir beim Schwimmen lang ausgestreckt im Wasser. Das kann dazu führen, dass der komplette Körper die Wirkung des Blitzes abbekommt. Das kann zu einem Herzstillstand führen.

Facebook-Vorschau - es werden keine Daten von Facebook geladen.

BAYERN 1

Blitz-Mythen: Wir dachten, wir wüssten alles über Blitz-Gefahren, aber Punkt 3 hat uns wirklich überrascht!Gepostet von BAYERN 1 am Mittwoch, 23. Mai 2018


8