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Fleisch, Zucker, Alkohol Was der Verzicht auf bestimmte Lebensmittel bringt

Kein Zucker oder kein Fleisch? Alkohol oder Zigaretten weglassen? Auch ohne komplett zu fasten, verzichten manche Menschen in der Fastenzeit auf bestimmte Lebens- oder Genussmittel. Was das dem Körper bringt.

Stand: 04.03.2019

Eine Frau schiebt eine Zuckerschale von sich weg | Bild: mauritius-images

Auf Alkohol verzichten

Kein Wein, kein Bier, kein Schnaps - einige Wochen ohne Alkohol haben durchaus positive Auswirkungen auf die Gesundheit. Da Alkohol eine Menge Kalorien enthält und außerdem den Appetit anregt, kann der Verzicht natürlich beim Abnehmen helfen.

Gesundheitlich noch wichtiger: "Die Entlastung der Leber ist aus medizinischer Sicht sicherlich sinnvoll", sagt Jörg Schelling, Facharzt für Allgemeinmedizin.

"Menschen fasten ja in den meisten Fällen aus religiösen Gründen, nicht aus medizinischen, auch wenn das immer häufiger vorkommt."

Jörg Schelling, Facharzt für Allgemeinmedizin

Verzicht auf Fleisch in der Fastenzeit

"Wir ernähren uns alle zu fleischlastig, einmal die Woche Fleisch zu essen – also den klassischen Sonntagsbraten – ist genug", sagt Jörg Schelling. Vierzig Tage auf Fleisch zu verzichten, kann sogar bei bestimmten Krankheiten hilfreich sein, allerdings sollten Sie während der Fastenzeit dann Eier, Joghurt und andere tierische Produkte zu sich nehmen.

"Durch die Reduzierung der Harnsäure kann das auch positive gesundheitliche Auswirkungen haben", sagt Schelling. In Studien verbesserten sich die Symptome von Patienten mit rheumatoider Arthritis durch den Verzicht auf Fleisch deutlich. Und auch die Darmflora wird durch die Essensumstellung entlastet.

Zuckerfrei leben

Wer in der Fastenzeit auf Zucker verzichtet, streicht in den meisten Fällen vor allem den raffinierten Zucker vom Speiseplan. Das bedeutet: kein Kuchen, keine Schokolade, aber auch keine Fertigprodukte mit Zuckerzusatz. "Da wir in unserer Ernährung sehr viele versteckte Zucker zu uns nehmen, ist der Verzicht auf raffinierten Zucker absolut sinnvoll", sagt Jörg Schelling.

Nach vierzig Tagen (oder auch schon einem kürzeren Zeitraum ohne Zucker) nimmt die Gewöhnung an die Süße ab. Und weniger Zucker ist auch langfristig gesünder. Jörg Schelling: "Auf lange Sicht ist das Hauptproblem natürlich Diabetes. Hinzu kommt noch die gefäßschädigende Wirkung."

Koffein-Fasten

"Ein gewisser Verzicht ist nicht schlecht, vor allem, wenn man auch danach die Menge reduziert", sagt Jörg Schelling. Wer allerdings jeden Morgen gleich mehrere Tassen Kaffee trinkt und dann schlagartig verzichtet, kann Entzugserscheinungen bekommen.

Wer aber grundsätzlich etwas weniger Kaffee trinken will, für den ist das Kaffee-Fasten ein guter Einstieg.

Nicht Rauchen

Dass Rauchen nicht gesund ist, dürfte auch den meisten Rauchern bewusst sein. Und wer das Rauchen aufgibt, verbessert seinen Gesundheitszustand schon nach kurzer Zeit.

Auch wenn die Regeneration von Lunge und Atemwegen Jahre dauern kann, wird das Lungenvolumen bereits nach kürzerer Zeit wieder größer. Allgemeinmediziner Schelling: "Wer es vier Wochen lang schafft nicht zu rauchen, der sollte ganz aufhören."

Verzicht auf Weißmehl

Auch ohne eine Unverträglichkeit zu haben, verzichten immer mehr Menschen auf Weißmehl, um gesünder zu leben. Das muss nicht sein: "Wenn man es nicht krankhaft nicht verträgt, muss man nicht darauf verzichten", sagt Jörg Schelling.

Allerdings sei es natürlich gesund, häufiger Vollkornvarianten zu benutzen. Denn die enthalten im Vergleich zum hellen Mehl mehr Nährstoffe und Vitamine.

Aufzug-Verzicht

Immer gut. Gerade wer im Beruf viel sitzt, für den ist etwas mehr Bewegung sinnvoll. Und nach ein paar Wochen ohne Aufzug können steigt auch häufig die Motivation generell etwas gesünder zu leben: "Wenn man eine Umstellung macht, führt das zu einer Kettenreaktion und man achtet dann auch auf andere Dinge", sagt Jörg Schelling.

Informationen: Jörg Schelling und Marcus van Dyck, Institut für Allgemeinmedizin am
Klinikum der Universität München.


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