Presse - Pressedossiers


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Statement Christoph Pilsl (Regie)

Published at: 1-8-2017

"5VOR12" erzählt die Geschichte von fünf straffällig gewordenen Jugendlichen aus der Stadt, zurückgeworfen in die Natur und Einsamkeit einer Alm in den Bergen. Unser beinahe täglicher Arbeitsweg führte uns also nach einer kurvigen Bundesstraße hinein ins Klooaschertal und hinauf zur Grundalm. Einer kleinen Sennerhütte, umrahmt vom Alpenmassiv Sonnwendjoch, am Ende der Welt. Bei der Einfahrt ins Tal versagten alle Netze, man war allein mit sich, den Schauspielern, dem Team und seiner Geschichte. Ohne fließend Wasser oder Feststrom. Kontakt mit der Außenwelt hielten wir über ein Satellitentelefon.

Wir waren in einer ähnlichen Situation wie die Figuren in unseren Drehbüchern. Wie Lennox, Tschakko und Co. im Buch machten unsere Schauspieler Feuer, holten Wasser, hackten Holz und rodeten den Hang. Wie im Buch erkundeten wir die Umgebung, entwickelten eine Routine und waren am Ende sehr traurig, diesen stillen Ort der Ruhe wieder verlassen zu müssen.

Für mich ging damit eine ganz wertvolle Erfahrung zu Ende. Mit einem Schauspielensemble, das ich tief ins Herz geschlossen habe. Wir hatten das Glück, dass uns seitens der Produktionsfirma und auch der Redaktion das Vertrauen entgegengebracht wurde, kreativ und mit einigem Spielraum an die Szenen heranzugehen. Unsere Jungs hatten Freiheiten bei den Dialogen und durften eigene sprachliche Varianten erarbeiten. Bei der Vielfalt des jugendsprachlichen Repertoires oft sehr erhellend. Dabei wurden ganz klare Rollen gespielt und doch war es den Jugendlichen und auch den beiden erwachsenen Schauspieler Janne Drücker und Andreas Schadt möglich, viel Persönliches mit einzubringen.

Diese Voraussetzungen ließen bei jeder Szenen Raum für Überraschungen und Improvisationen. Auch wenn hier eine fiktive Geschichte erzählt wird, hatte ich hinterm Monitor immer das Gefühl, echten Menschen zuzusehen. Das machte die Dreharbeiten und macht auch die Serie zu etwas Besonderem. 

Wenn man dann am Abend heraus aus unserem Tal wieder auf die Bundestraße fuhr, klingelte und vibrierte es überall. Alle über den Tag angesammelten Anrufe und Nachrichten prasselten auf einen ein. In diesen Moment spürte man, was für ein Privileg es ein kann, nicht erreichbar zu sein und sich auf das Wesentliche konzentrieren zu dürfen.


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