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Statement Janne Drücker (Rolle: Monika)

Stand: 31.07.2017

Beim 5VOR12-Dreh sind bei mir immer mal wieder die Grenzen verschwommen. Der Cast und auch die Umgebung waren in vielerlei Hinsicht extrem authentisch. Ich arbeite normalerweise als Sozialarbeiterin mit Anti-Gewalt-Schwerpunkt. Ich war auch schon in den Bergen auf einer Hütte und habe dort mit Typen wie Otis, Tschakko, Jonas, Lennox oder Malte Anti-Gewalt-Arbeit gemacht, versucht ihnen Kompetenzen zu vermitteln, um besser klarzukommen im Leben.

Aber natürlich spiele ich in der Serie eine Rolle, bin nicht einfach nur ich selbst. Von Monika, meiner Rolle, unterscheidet mich in der Realität die Strenge. Monika ist ein sehr autoritärer Typ, sie schreit auch mal, wird schnell laut, ist impulsiv. Ich bin kontrollierter, aber auch freundschaftlicher im Umgang, sehr beziehungsorientiert, mache gerne Späße mit den Jugendlichen.

Was mich mit Monika verbindet, ist, dass wir beide für die pädagogische Arbeit mit genau dieser Art Jungs brennen. Wir glauben an sie, auch wenn der Rest der Gesellschaft – und viele Pädagogen – sie schon längst abgeschrieben haben. Selbst wenn es Rückschläge gibt und die Jungs Mist bauen. Und so schaffen es die Charaktere in der Serie, Monika sogar so sehr von sich zu überzeugen, dass sie ihnen nach und nach auf Augenhöhe zu begegnen bereit ist. In gewisser Weise hat sich Monika mir im Laufe der zwei Staffeln angenähert.

Die Dreharbeiten endeten fast genauso, wie bei einem echten Training, dass ich geleitet habe. Vermeintlich harte Kerle liegen auf einer Almwiese, staunen über den unfassbar klaren Sternenhimmel über ihnen und philosophieren über Leben auf dem Mond – oder über ihren Traumberuf. "5VOR12" steht symbolisch dafür, dass sich die intensive Arbeit mit Jugendlichen, die schwierige Biografien haben, auszahlt.


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