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Stechmücke & Co. - Helfen Pflanzen gegen bluthungrige Insekten? | BR24

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Helfen Pflanzen gegen bluthungrige Insekten?

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    Stechmücke & Co. - Helfen Pflanzen gegen bluthungrige Insekten?

    Wer kennt das nicht? Wenn es nachts im Schlafzimmer unheilvoll am Ohr sirrt, ist es vorbei mit der Ruhe. Irgendwo lauert ein hungriger Moskito. Doch es soll Pflanzen geben, vor denen es Stechmücken und anderen lästigen Insekten graut. Stimmt das?

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    Viele mediterrane Pflanzen wie Lavendel, Salbei, Rosmarin und Basilikum bilden ätherische Öle um Fraßfeinde abzuschrecken. Diese Verbindungen sind in hohen Konzentrationen giftig für die entsprechenden Tiere. Ihr Geruch wirkt zudem als Repellent, als abstoßend.

    Ein Sitzplatz unterm Walnussbaum, Tröge mit Kapuzinerkresse, Thymian und Tomaten, Lavendelzweige auf dem Tisch verstreut, ein Strauß mit Minzezweigen oder ein Basilikum-Topf – und schon ist man lästige Stechmücken also los?

    Stimmt das? Jein …

    Manfred Ayasse, Professor für Evolutionsökologie an der Uni Ulm, spricht den Pflanzen "eine gewisse Wirkung" schon zu. Dabei komme es aber auf die Menge der Stechmücken an, so der Wissenschaftler. Sind es zu viele bluthungrige Sauger, lassen sich ihm zufolge Stiche kaum verhindern.

    Möglichst wenig nach Mensch riechen

    Stechmücken finden Menschen, weil der Geruch nach Schweiß und das ausgeatmete Kohlendioxid ihnen den Weg zur Beute weisen. Von ein bisschen Lavendelhauch lassen sich die Mücken also nicht in die Irre führen. Es muss schon quasi das Gesamtkonzept stimmen: Der Mensch riecht möglichst wenig nach Mensch, die Pflanzen duften möglichst stark.

    Unerwünschte Reaktionen auf Düfte

    Die pflanzlichen Duftstoffe können bei empfindlichen Menschen auch unerwünschte Reaktionen wie Kopfweh oder Hautreizungen hervorrufen. Insbesondere wenn man sich mit entsprechenden Präparaten einreibt oder sie in der Duftlampe einsetzt. Citronella aus dem Zitronengras, Rosengeranie oder zum Beispiel Lavendel. Manche Pflanzendüfte gibt es auch als ätherisches Öl im Reformhaus, als Duftkerze oder Räucherkegel.

    Niembaum und Zitronen-Eukalyptus wirken nachweislich

    Die am stärksten insektenabweisenden pflanzlichen Wirkstoffe bilden Prof. Manfred Ayasse zufolge der Niembaum und der Zitronen-Eukalyptus. Der Extrakt aus den Samen des Niembaums stößt Insekten ab, kann sie sogar töten. Der Zitronen-Eukalyptus produziert die Substanz Citriodiol, es gilt als Repellent mit der stärksten Wirkung.

    Niembaum und Zitronen-Eukalyptus kann man hierzulande in Fachgärtnereien als Kübelpflanzen kaufen. Sie brauchen allerdings einen beheizten, sehr hellen Platz zum Überwintern.