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Ein Mann spritzt sich in den Arm Drogen (Symbolbild)

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    Impfstoff gegen Heroin?

    Es klingt wie Science-Fiction: Ein Impfstoff gegen den Drogenrausch. Doch Forscher aus den USA sagen, ihr Impfstoff gegen Heroin könne vor einer Überdosis schützen. Zumindest im Tierversuch scheint das zu klappen.

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    Der Impfstoff, der am Scripps Research Institute in Kalifornien entwickelt worden ist, verhindert, dass die Droge ins Gehirn kommt. Er blockiert also den Rauschzustand. Der Schutz hat im Tierversuch mindestens acht Monate lang angehalten - auch bei mehrfacher Gabe von Heroin.

    Impfung gegen den Kick

    Grundsätzlich reagiert das Immunsystem nicht auf Heroin, es ist ja kein Krankheitserreger. Die Forscherinnen und Forscher verwenden einen Trick:

    „Wir haben etwas gebaut, das aussieht wie Heroin und haben das mit einem Eiweiß verbunden, den das Immunsystem als Krankheitserreger erkennt.“ Candy Hwang vom Scripps Research Institute in Kalifornien

    Ein Trojanisches Pferd: Das Immunsystem lernt so die Droge als Eindringling kennen und bekämpft ihn: Es produziert Antikörper, die sich an die Heroin-Moleküle anlagern. Dadurch kann die Droge die Blut-Hirn-Schranke nicht mehr überwinden und an keinen Rezeptor im Gehirn andocken. Der Kick bleibt aus und damit die von Süchtigen erhoffte Wirkung der Droge: Euphorie und Rausch. Dadurch sinkt der Drang der Süchtigen, die Droge weiter zu konsumieren.

    "Wir glauben, dass die Heroinimpfung eine unglaubliche Hilfe für Menschen sein wird, die immer wieder erfolglos einen Entzug versuchen." Candy Hwang vom Scripps Research Institute in Kalifornien

    Wirkstoffkombination verbessert

    Jetzt haben Forscher in Kalifornien am Scripps Research Institute die Wirkstoffkombination verbessert, so dass der Impfstoff bei Zimmertemperatur mindestens 30 Tage haltbar ist. So verringern sich die Kosten für den späteren Einsatz. Bisher wurde der Wirkstoff aber nur an Tieren getestet.
    „Das sind schon seriöse Ansätze, je mehr Möglichkeiten man hat als Arzt, desto besser.“ Prof. Michael Soyka, Klinik Medicalpark am Chiemsee.

    Zulassung als Impfstoff rückt näher

    Die Forscher hoffen, dass ihre Kombination schon bald am Menschen erprobt werden kann. Ähnliche Impfstoffe gibt es übrigens auch für die Suchtmittel Fentanyl, Kokain und Nikotin, die ebenfalls momentan getestet werden.