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Schutz vor HIV – Hoffnung auf eine Impfung? | BR24

© picture alliance / dpa

Impfung gegen HIV

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    Schutz vor HIV – Hoffnung auf eine Impfung?

    Medikamente gegen HIV wirken und schützen vor einer Ansteckung. Was fehlt, ist eine Impfung gegen die Krankheit. Zwei Impf-Kandidaten versetzen die Wissenschaftler gerade in Begeisterung. Von Jeanne Turczynski

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    18.000 Menschen treffen sich diese Woche auf der Welt-Aids-Konferenz in Amsterdam: Forscher, HIV-Aktivisten und Politiker. Ein Thema, über das sie dort heiß diskutieren, ist die Impfung gegen HIV. 67 Prozent Schutz könnte ein neuer Impfstoff bieten - zumindest im Tierversuch ist das gelungen. Bis jetzt wurde der Impfstoff an Affen getestet.

    "Und das Tolle ist, er wurde parallel an Menschen getestet. Man hat die Immunantwort untersucht und hat die gleiche Immunantwort beim Affen wie beim Menschen gesehen." Hendrik Streeck, Leiter des Instituts für HIV-Forschung an der Universität Duisburg/Essen

    Immunantwort heißt: Die Studienteilnehmer haben Antikörper gebildet.

    Aus früheren Studien gelernt

    Der jetzt entwickelte Impfstoff des belgischen Pharmakonzerns Janssen ist nicht der erste. Vor acht Jahren testeten Forscher bereits eine verheißungsvolle Impfung in Thailand. Die bot zunächst auch 60 Prozent Schutz, die Wirkung ließ aber nach drei Jahren stark nach.

     „Was wir aus dieser Studie gelernt haben: Es ist eine zusätzliche, spätere Dosis des Impfstoffs zu verabreichen, um das Immunsystem daran zu erinnern.“ Hanneke Schuitemaker, Immunologin beim Pharmaunternehmen Janssen   

    Derzeit wird der Impfstoff in Südafrika an 2600 jungen Frauen getestet. Erste Ergebnisse will Janssen bereits im Jahr 2020 vorlegen.

    Zweiter Impfkandidat

    Das wäre ähnlich schnell wie die Forscher, die an einem anderen Impfstoff arbeiten, der ebenfalls gerade in Südafrika getestet wird. An über 5000 Studienteilnehmern. Der Impfstoff ist eine Variante des in Thailand getesteten Vorgängers.

    „Wir haben den Impfstoff etwas verändert, um ihn stärker und damit länger wirksam zu machen. Ich war schon bei der ersten Studie mit dem Vorgängerimpfstoff dabei und jetzt haben wir es bald geschafft – die neuen Ergebnisse kommen bis 2020.“ Linda-Gail Bekker, Leiterin des Desmond-Tutu-HIV-Zentrums in Kapstadt

    Impfung wäre für Risikopatienten ein Segen

    In den letzten Jahren ist es um die Impfforschung still geworden, unter anderem auch, weil die Medikamente gegen HIV besser geworden sind. Es gab die Hoffnung, HIV allein mit Medikamenten zurückzudrängen. Inzwischen hat sich gezeigt, dass das schwieriger ist als gedacht. Denn längst nicht alle Patienten sind bereit oder in der Lage, jeden Tag eine Tablette zu schlucken. Manche können es sich auch schlicht nicht leisten. Für sie wäre die Impfung ein Segen.