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IAA: Die ungewisse Zukunft der deutschen Autobauer | BR24

© Der Automobilhersteller BMW präsentiert am 12.09.2017 in Frankfurt am Main das Elektrofahrzeug BMW i3.

picture-alliance/dpa

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    IAA: Die ungewisse Zukunft der deutschen Autobauer

    In diesem Jahr ist vieles anders auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA). Zahlreiche Hersteller wie Fiat Crysler, Volvo und Tesla fehlen - die Branche befindet sich in einer Krise. Von Gabriel Wirth

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    Abgas-Skandal, drohende Diesel-Fahrverbote und Kartellvorwürfe, die diesjährige IAA findet in schweren Zeiten statt. Für die Autobosse eigentlich eine gute Gelegenheit Vertrauen wieder aufzubauen, doch Fehlanzeige. Bei den Präsentationen der Autobauer spielen die derzeitigen massiven Probleme kaum eine Rolle. Bestes Beispiel Audi: Der Chef der Ingolstädter VW Tochter Rupert Stadler erklärt bei seiner kurzen Präsentation auf der Bühne:

    "Zur Zeit spricht alle Welt über die Robotertaxis, die sind spezialisiert auf den Straßenverkehr und wir zeigen unsere Vision, die doch darüber hinausgeht." Rupert Stadler, Vorstandsvorsitzender Audi

    Vorstandschefs geben sich medienscheu

    Nachdem Stadler die Zukunftsvision von Audi vorgestellt hat, verschwindet er gleich wieder, Fragen unerwünscht, eigentlich nicht verwunderlich, schließlich stehen die Ingolstädter im Zentrum des Abgasskandals. Aber auch andere Vorstandschefs deutscher Autokonzerne scheuen die Medien und das an den sogenannten Pressetagen auf der IAA. Das bemängeln nicht nur anwesende Journalisten, sondern auch der Autoexperte Professor Ferdinand Dudenhöffer:

    "Es ist eine IAA, bei der man gewünscht hätte, dass man mehr Transparenz und Offenheit zeigt, gerade bei der Dieselkrise, man spürt hier gar nichts, wie wirkt zum Beispiel ein Softwareupdate, welche Nebenwirkungen hat es, wie kommen die Verbesserungen zustande." Professor Ferdinand Dudenhöffer, Autoexperte

    Doch die Automanager weichen aus. Immerhin der BMW Chef Harald Krüger nimmt zu den Problemen der Branche für seinen Konzern kurz Stellung, bei einem kürzeren Interview auf der Bühne, unter anderem zu den Kartellvorwürfen:

    "Wir waren schon überrascht, aber es gibt noch keine offziellen Ermittlungen, wir nehmen es ernst, wir haben eine Arbeitsgruppe erstellt, die die Vorwürfe intern untersucht." Harald Krüger, Vorstandsvorsitzender BMW AG

    Die Zukunft im Visier

    Ansonsten schauen die Automanager lieber nach vorne, zum Teil ziemlich weit nach vorne. Schließlich ist das Motto der IAA: Zukunft erleben. Und da haben die Unternehmen einiges vor. Volkswagen will 20 Milliarden Euro in E-Autos investieren und plant bis zum Jahr 2025 mehr als 80 neue Fahrzeuge mit Elektromotor. BMW präsentiert auf seinem Stand den i vision dynamics, die Münchner Antwort auf Tesla, allerdings eine recht späte Antwort. Es wird noch ein paar Jahre dauern, bis BMW das Fahrzeug in Serie produziert. Entwicklungsvorstand Klaus Fröhlich meint zuversichtlich:

    "Wir haben jedes Jahr ein neues Elektroauto auf dem Markt, wir brennen jetzt ein richtiges Feuerwerk ab, wir wollen etablierte und neue Wettbewerber schlagen." Klaus Fröhlich, Entwicklungsvorstand BMW

    Doch auch wenn sich das Tempo bei den Elektroautos erhöht, die Branche setzt weiter auf den Diesel, trotz der drohenden Dieselfahrverbote und den Ankündigungen einiger Regierungen, in naher Zukunft keine Verbrennungsmotoren mehr neu zu zulassen. Audi Entwicklungsvorstand Peter Mertens meint:

    "Der Diesel ist natürlich nicht am Ende, wir stehen zum Diesel. Der Diesel ist ein hervorragendes Verbrennungskonzept. Der Diesel wird weiterentwickelt und wird für uns eine wichtige Rolle spielen." Peter Mertens, Entwicklungsvorstand Audi

    Nach Meinung der Autoindustrie ist der Diesel notwendig, um die Klimaziele zu erreichen. Allerdings entscheidet am Ende des Tages der Kunde.