Die beiden erfolgreichen Bruckmühler Sportlerinnen Pfann und Dandl
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Von links: Weltmeisterin Jana Pfann und Vizeweltmeisterin Ramona Dandl

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An der Weltspitze: Sportlerinnen aus Bruckmühl und ihr Kunstrad

Die Weltspitze des Kunstradsports trifft sich am Samstag in Bruckmühl im Landkreis Rosenheim zum Weltcup. Der Gastgeber selbst kann mit den stärksten Favoritinnen aufwarten: mit der Weltmeisterin und der Vizeweltmeisterin im Kunstradfahren.

Ein Fahrrad kreist durch eine Turnhalle, die Fahrerin sitzt nicht auf dem Sattel, sondern steht darauf. Und auf einmal springt sie: vom Sattel auf den Lenker während der Fahrt. Der Zuschauer hält kurz den Atem an bei so viel Wagemut. "Mautesprung" heißt das Kunststück und ist eine der schwierigsten Übungen beim Kunstradfahren. Doch Jana Pfann und Ramona Dandl aus Bruckmühl im Landkreis Rosenheim beherrschen ihn scheinbar mühelos.

Bruckmühler Verein hat Weltmeisterin und Vize-Weltmeisterin

Jana Pfann ist 20 Jahre alt und Weltmeisterin im Kunstradfahren. Ihre Teamkollegin Ramona Dandl ist Vize-Weltmeisterin. Beide trainieren seit ihrer Kindheit bei einem Bruckmühler Verein: dem Rad- und Kraftfahrerbund Solidarität (Soli) Bruckmühl. Der Verein bildet also die Weltspitze des Kunstradfahrens aus. Nur wissen das leider nicht so viele, denn Kunstradfahren ist eher ein Nischensport.

Kunstradfahren ist nicht olympisch - und wenig beachtet

Kunstradfahren ist nicht olympisch. Doris Niedermeier, erste Vorständin des Soli Bruckmühl, bedauert das sehr. Denn für den Sport bedeutet das: Es gibt kein Geld für Weltmeisterinnen oder Vize-Weltmeisterinnen. Insgesamt verbleibe der Sport so im Ehrenamt und hänge auch am Engagement der Eltern, schildert Niedermaier, die selbst viele Tage im Jahr für den Kunstradsport ehrenamtlich unterwegs ist. Dabei seien auch ihre Sportlerinnen und Sportler echte Profis, betont sie. Alle arbeiteten oder studierten nebenbei und trainierten abends. Auch Jana Pfann und Ramona Dandl trainieren fünf- bis sechsmal in der Woche.

Kunstradfahren: Konzentration, Kraft und Überwindung

Absolute Konzentration, Kraft, Gleichgewicht, Ausdauer und noch viel mehr braucht die Athletik auf dem Kunstrad. Auch Durchhaltevermögen sei vonnöten, sagt Ramona Dandl: "Für manche Übungen trainiert man fünf, sechs Jahre, bis man sie das erste Mal schafft, und da braucht man einfach ständig Motivation, um dabeizubleiben." Und Jana Pfann ergänzt: "Viel ist auch Überwindung, zum Beispiel wenn ich mich das erste Mal auf den Lenker stelle. Irgendwann muss ich eben den Schritt von der Stange auf den Lenker machen. Und wenn man es einmal gemacht hat, ist es total easy."

Blaue Flecken gehören natürlich dazu, "ich bin auch schon mal quer über dem Rad gelegen und habe auch mal ein paar Tränen verdrückt, aber ernsthaft verletzt habe ich mich zum Glück noch nicht". Man lerne auch das rechtzeitige Abspringen vom Rad, falls mal etwas schief geht. Weltmeisterin Jana Pfann jedenfalls liebt ihr Kunstrad heiß und innig: "Wäre es ein Mensch, würde ich es heiraten", sagt sie und lacht.

Weltcup in Bruckmühl mit 18 Nationen

Am Samstag erwartet die Soli Bruckmühl 18 Nationen in der heimischen Halle. Der Verein richtet am Pfingstsamstag seinen ersten internationalen Wettbewerb aus, den "Artistic Cycling World Cup 2023". Der Weltcup findet in vier Etappen statt, Bruckmühl ist die zweite Station. Die Besucher erwartet hochkarätige Athletik.

Die Veranstaltung findet in der Sporthalle der Justus von Liebig Schule in Bruckmühl/Heufeld statt und beginnt um 11 Uhr. Jana Pfann und Ramona Dandl freuen sich über alle, die kommen, zuschauen und mitfiebern wollen.

Kunstrad-Weltmeisterin Jana Pfann.
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Kunstrad-Weltmeisterin Jana Pfann.

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