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Kultur

Bregenzer Festspiele planen 2021 "Madame Butterfly" | BR24

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Seebühne Bregenz

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    Bregenzer Festspiele planen 2021 "Madame Butterfly"

    Alle zwei Jahre zeigen die Bregenzer Festspiele auf ihrer riesigen Seebühne für 7000 Zuschauer eine neue Oper. Noch steht "Carmen" auf dem Spielplan, 2019/20 "Rigoletto" und danach Puccinis Japan-Drama "Madame Butterfly". Von Peter Jungblut

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    Kaum zu glauben, aber Puccinis populäres Drama von der selbstlosen Japanerin „Butterfly“ und dem eigensüchtigen US-Soldaten Pinkerton war noch nie in Bregenz zu sehen. Inszenieren wird das tränenselige Werk Andreas Homoki, im Hauptberuf Intendant der Zürcher Oper. Am 21. Juli 2021 wird Premiere sein, wie Intendatin Elisabeth Sobotka in Wien mitteilte. Was für Opernliebhaber „noch lange hin“ scheint, ist für ein Großunternehmen wie Bregenz schon allernächste Zukunft, denn die Festspiele müssen sich ganz überwiegend privat finanzieren und sind auf Bus-Unternehmer angewiesen, die Touristen-Massen an den Bodensee befördern. Die Reiseveranstalter planen ihre Termine jedoch auf Jahre im Voraus, weshalb die Marketing-Leute es gewohnt sind, sich um den übernächsten und alle nachfolgenden Spielpläne zu kümmern.

    "Carmen" ist ein Selbstläufer

    Elisabeth Sobotka steht unter enormem Erfolgsdruck, denn alles andere als eine (fast) hundertprozentige Auslastung auf der Seebühne gilt als problematisch. Zuletzt enttäuschte unter ihrem Vorgänger die selten gespielte französische Oper „André Chénier“, weshalb gleich danach eine „Zauberflöte“ für volle Kassen sorgen musste. Bizets „Carmen“ ist ebenfalls ein Selbstläufer. Unglaubliche 193 000 Zuschauer wollten die Spanien-Romanze im vergangenen Jahr sehen, obwohl die Premiere buchstäblich wegen Gewitter-Regens „ins Wasser“ gefallen war. Für die diesjährige Saison sind ebenfalls schon dreiviertel aller Tickets (insgesamt 210 000) verkauft. Ob Verdis düsterer „Rigoletto“ beim Publikumszuspruch ab dem kommenden Jahr mithalten kann, ist fraglich. In der Opernliteratur gibt es überhaupt nur ein Dutzend Werke, die populär genug sind, am Bodensee wochenlang für volle Ränge zu sorgen.