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Traktor mit Mähwerk

Traktor mit Mähwerk

Bildrechte: dpa-Bildfunk/Kathrin Zeilmann
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    Wer profitiert von den Agrarsubventionen der EU 2021?

    Agrarsubventionen sind der größte Posten im EU Haushalt. Deutschland erhält unter den EU-Staaten die drittgrößte Summe. Für Landwirte machen die Zahlungen oft einen Großteil des Einkommens aus. Doch große Summen gehen auch an die öffentliche Hand.

    Von
    Simon PlentingerSimon Plentinger
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    Europaweit hat die EU im Jahr 2021 über 55,7 Milliarden Euro aus mehreren Fonds an den Agrar- und Fischereisektor in den Mitgliedsstaaten ausbezahlt. Diese Direktzahlungen machen nach wie vor den größten Anteil im Haushalt der Europäische Union aus. Die größte Summe geht mit über neun Milliarden an Frankreich, Spanien erhält mit knapp sieben Milliarden den zweitgrößten Betrag. Deutschland erhielt im vergangenen Jahr 6,7 Milliarden Euro.

    Gelder für knapp 318.000 deutsche Landwirte

    Die Gelder gingen an knapp 318.000 Landwirte und andere Empfänger, die von den Zahlungen profitieren können. Für viele Landwirte machen die Zahlungen je nach Betriebsstruktur einen großen Teil ihrer Einkünfte aus, bei manchen bis hin zu 50 Prozent.

    Die Mitgliedstaaten müssen jedes Jahr bis Ende Mai veröffentlichen, wohin und an wen die Gelder geflossen sind. In Deutschland veröffentlicht die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) diese Zahlen. Die aktuellen Daten hat gerade das Agrar-Online-Portal Proplanta ausgewertet und mit einer interaktiven Deutschlandkarte veranschaulicht.

    Flächenprämien größter Posten

    Den Zahlen für 2021 nach machen die sogenannten Flächenprämien mit drei Viertel der Fördermittel den größten Anteil aus. Das Prinzip ist: Pro Hektar bewirtschafteter Fläche zahlt die EU eine bestimmte Summe.

    Die Basisprämie lag im vergangenen Jahr bei 170,77 Euro, insgesamt erhielten die Landwirte für das Jahr 2021 durchschnittlich 271,05 Euro pro Hektar. Umwelt- und Naturschutzverbände kritisieren seit langem, dass diese Zahlungen völlig unabhängig davon gezahlt werden, was und wie genau auf den Flächen angebaut wird.

    Neue EU-Agrarpolitik ab 2023

    Ab 2023 werden die Förderungen im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der EU neu organisiert. Dann sollten unter anderem freiwillige Maßnahmen der Landwirte, die einen Beitrag für Umwelt-, Biodiversitäts- und Klimaschutz leisten, zusätzlich honoriert werden.

    Von den Agrarsubventionen profitieren in Deutschland nicht nur die fast 318.000 Landwirte, sondern auch öffentliche Einrichtungen, Agrargroßbetriebe – vor allem in Ostdeutschland - und andere Firmen. Laut den Auswertungen von Proplanta erhielten 191 Empfänger über eine Million Euro aus den EU-Agrarfonds. Der überwiegende Teil der Empfänger von Direktzahlungen aus Brüssel - über 99 Prozent der Antragsteller - erhalten jedoch niedrigere Summen von unter 300.000 Euro.

    Große Einzelsummen an ostdeutsche Ämter, Ministerien und Firmen

    Die größte Einzelsumme ging demnach mit über 14 Millionen Euro an das Landesamt für Umwelt in Brandenburg gefolgt vom Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Magdeburg mit gut 13 Millionen Euro und dem Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern mit gut 12,6 Millionen.

    Bei den Unternehmen ging die größte Summe mit 11,6 Millionen Euro an eine Genossenschaft für Obst und Gemüse Anbau in Rheinland-Pfalz. Auch die nächstgrößeren Summen erhielten Erzeugerorganisationen und -Firmen für Obst und Gemüse aus Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Brandenburg.

    Bayern profitiert vor allem in Summe

    Bayern profitiert eher weniger bei den großen Einzelbeträgen. Die größte Einzelsumme wurde der Auswertung von Proplanta nach mit 2,2 Millionen Euro im Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm ausgezahlt. Gemessen an den Gesamtbeträgen erhält Bayern jedoch besonders viele Subventionen.

    Im deutschlandweiten Vergleich floss besonders viel Geld in bayerische Landkreise. An der Spitze stehen deutschlandweit die Landkreise Ansbach, Ost- und Unterallgäu. Oft verteilen sich die Beträge in Bayern aber eher auf viele kleinere Beträge an einzelne Antragsteller.

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