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"Titanic"-Redakteur narrt deutsche Medien | BR24

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    "Titanic"-Redakteur narrt deutsche Medien

    Mit einem falschen Tweet hat Titanic-Redakteur Moritz Hürtgen die Republik genarrt. Er twitterte im Namen einer fiktiven HR-Sendung, dass Seehofer das Bündnis mit der CDU aufkündigen wolle. Etliche Medien fielen auf die Meldung herein. Von Max Muth

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    Ein Lehrstück in Sachen Aufgeregtheit im Medienzirkus lieferte heute Titanic-Redakteur Moritz Hürtgen. Um 11.56 Uhr setzte er auf seinem Twitter-Kanal @hrtgn einen Tweet ab.

    "+++ Breaking – Politbombe platzt in Hessen +++ Seehofer kündigt laut interner Bouffier-Mail Unionsbündnis mit CDU auf +++ Merkel informiert, PK gegen 15 Uhr +++ Details folgen!" Titanic-Tweet

    Falscher Tweet, große Wirkung

    Allerdings hatte Hürtgen vorher das Aussehen seines Kanals verändert. Statt seines Fotos prangte dort das Logo der fiktiven HR-Sendung "hr Tagesgeschehen", die zufällig auch abgekürzt werden kann wie Hürtgens Nachname. Das Hintergrundbild wurde mit einem nichtssagenden Städtebild ersetzt, wie es häufig bei Nachrichtensendungen verwendet wird. Nicht allzu professionell - aber ausreichend um Agenturen und einige Medien zu täuschen.

    Auch die AfD-Abgeordnete Beatrix von Storch fiel offenbar auf den Tweet herein. Sie zitierte den Fake laut mehreren Abgeordneten im Bundestag.

    Die "Details" folgten 44 Minuten später, als Hürtgen den Fake mit einer Werbebotschaft für sein Satiremagazin auflöste: "'hr Tagesgeschehen' empfiehlt allen politikinteressierten Bürgern eine TITANIC-Goldmitgliedschaft.

    Fake eigentlich leicht erkennbar

    Der Fake war für erfahrene Twitter-Nutzer recht leicht zu erkennen. So lieferte Journalist Mario Sixtus schon 12 Minuten nach Erstellung des Tweet den Hinweis auf Satiriker Hürtgen. Eine Google-Suche nach "Hürtgen, Twitter" lieferte dann auch die eigentliche Identität des Twitterkanals. Und wer ein paar Seiten nach unten scrollte, der fand auch satirische Inhalte, die eine Sendung des Hessischen Rundfunks eher nicht posten würde.