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Bergrutsch in Bondo

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Suche nach Vermissten geht weiter

Nach dem Bergrutsch im Südosten der Schweiz wird die Suche nach acht Vermissten, darunter auch Deutsche, fortgesetzt. Die meisten von ihnen hatten nach Angaben der Kantonspolizei zum Zeitpunkt des Unglücks vermutlich eine Wanderung unternommen.

Über dieses Thema berichtet: Nachtmix.

Die Polizei hatte gestern erklärt, dass die acht Vermissten vorerst "nicht erreicht" werden konnten. Sechs von ihnen waren von ihren Angehörigen als vermisst gemeldet worden. Die Schweizer Zeitung "Blick" berichtete, es handele sich um vier Deutsche und je zwei Österreicher und Schweizer.

Das Außenministerium in Wien erklärte, zu den Vermissten zähle ein österreichisches Ehepaar. Das Auswärtige Amt in Berlin machte zunächst keine Angaben zu den vermissten Deutschen. Ein Polizeisprecher sagte der Zeitung "20 Minuten", Kinder zählten nicht zu den Vermissten.

Hoffnung aufs Funkloch

Die Schweizer Zeitung "Blick" hob hervor, dass in der Region Mobiltelefone nicht überall Empfang hätten. "Wir hoffen, dass dies der Grund ist, weshalb wir nicht alle im Gebiet vermuteten Personen erreichen konnten", sagte Polizeisprecher Markus Walser dem Blatt.

Vom Berg Piz Cengalo waren am Mittwoch gegen 09.30 Uhr Gesteinsmassen in ein Tal hinter dem Dorf Bondo gestürzt. Dadurch wurden Erdmassen bis zu der Ortschaft geschoben. Das Dorf in der Nähe der italienischen Grenze wurde evakuiert, etwa hundert Menschen wurden in Sicherheit gebracht. Dabei kamen laut Polizei auch Hubschrauber zum Einsatz. 

Wie ein Erdbeben

Der Schweizerische Erdbebendienst erklärte, der Bergrutsch sei so schwer gewesen, dass in der gesamten Schweiz Erschütterungen registriert worden seien. Ihre Stärke habe einem Erdbeben der Stärke 3,0 entsprochen. Ein derartiges Ereignis sei nach Felsstürzen in dem Gebiet in den Jahren 2011, 2012 und 2016 bereits erwartet worden. Das in der Region installierte Alarmsystem wurde am Mittwochmorgen ausgelöst.

Bei einem Bergrutsch am Piz Cengalo Ende 2011 waren 1,5 Millionen Kubikmeter Gestein in ein unbewohntes Tal gestürzt. Zuletzt gab es im November 2014 einen tödlichen Erdrutsch in der Schweiz. Dabei wurden in Davesco-Soragno im Kanton Tessin zwei Menschen getötet und vier weitere verletzt.