Zurück zur Startseite
Deutschland & Welt
Zurück zur Startseite
Deutschland & Welt

Juckende Hautkrankheit - was tun gegen Krätze? | BR24

© Bayerischer Rundfunk 2018

Hände und Unterarme - von Krätze befallen

Per Mail sharen
Teilen

    Juckende Hautkrankheit - was tun gegen Krätze?

    Wer den Namen dieser Krankheit hört, denkt in erster Linie an vergangene Zeiten - doch jetzt ist sie wohl auch bei uns wieder weiter verbreitet: die Krätze. Ein Dermatologe klärt auf.

    Per Mail sharen
    Teilen

    Dermatologe Dietrich Abeck hat in den vergangenen Monaten immer mehr Patienten mit Krätze - auch "Skabies" genannt - in seiner Münchner Praxis, darunter vor allem ältere Menschen und Betreuerinnen in Altenheimen und Kindertagesstätten. Denn die Hautkrankheit überträgt sich durch Berührung, je länger, desto eher.

    "Der Geschlechtsverkehr ist die primäre Ursache. Aber etwa auch im Rahmen der Pflege wird die Krätze weitergegeben. Über infizierte Gegenstände hingegen kann man sich nicht anstecken." Dermatologe Dietrich Abeck

    Sie beginnt meist harmlos mit ein paar Pusteln. Doch wenn sie nicht bekämpft wird, hat man sie bald am ganzen Körper: stark juckend, bis hin zur Bildung eiterigen Schorfs.

    Verursacht wird sie durch winzige Milben. Die Weibchen dieser Krätzmilben graben sich in die oberste Hautschicht ein und legen dort ihre Eier ab. Wenn die jungen Milben geschlüpft sind, bewegen sie sich an die Hautoberfläche und der Befall beginnt von vorne. Die Folgen: quälender Juckreiz, der nicht zu unterdrücken ist - vor allem unter einer Decke. Denn die Milbe liebt die Wärme.

    Wie erkenne ich die Krätze?

    "Die Milbe fühlt sich zwischen den Fingern und in den Handgelenken wohl. Auch der Genitalbereich ist ein klassischer Aufenthaltsort." Dermatologe Dietrich Abeck

    Das offensichtlichsten Symptom: unangenehmer Juckreiz, vor allem in der Nacht. Wer erste Anzeichen spürt, sollte zügig einen Arzt aufsuchen. Denn je schneller die Parasiten abgetötet werden, desto geringer der Juckreiz. 

    Was tun bei Befall?

    Hausmittel wie Aloe Vera, Essig und Teebaumöl helfen nur im Anfangsstadium, um eine weitere Ausbreitung einzudämmen. Abtöten kann man die Krätzmilben durch Tabletten und Cremes aus der Apotheke. Das Unangenehme dabei: es dauert Wochen, bis sich der Juckreiz legt. Es heißt also: Durchhalten bei der Behandlung, die bis zu einem Monat dauern kann und ziemlich lästig ist.

    "Durch das Kratzen hat man die Milbe häufig unter den Fingernägeln. Sie müssen also kurzgeschnitten werden. Dann macht es Sinn sich nochmal komplett zu säubern. Von oben bis unten, einschließlich Fingernägel und Genitalbereich. Das ist schon ein gewisser Aufwand." Dermatologe Dietrich Abeck

    Wichtig ist, den gesamten Haushalt zu reinigen: Teppiche und Matratzen absaugen, Bettwäsche und Kleidung am besten täglich wechseln und bei mindestens sechzig Grad waschen. Nur dann ist sicher, dass alle Milben abgetötet sind - und Dietrich Abeck hat einen Krätzepatienten weniger.

    Warum die Behandlung wichtig ist

    In den meisten Fällen gelingt es, die Krätzmilben abzutöten und die Krankheit zu heilen. Doch unbehandelt kann die Krätze chronisch werden. Wenn es die Milbe schafft die Eier unter die Haut zu legen, haben äußerliche Behandlungen keine Wirkung mehr. Durch die aufgekratzte Haut können auch andere Infektionen auftreten, zum Beispiel eine Sepsis.

    Laut Schätzungen gibt es weltweit etwa 130 Millionen Infizierte. In den Industrieländern kommt Krätze seltener vor.