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Irakische Armee erobert "kurdische" Ölfelder bei Kirkuk | BR24

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Irakische Armee rückt auf kurdische Stadt vor

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Irakische Armee erobert "kurdische" Ölfelder bei Kirkuk

Seit dem kurdischen Unabhängigkeitsreferendum rückt die irakische Armee immer weiter in den von kurdischen Peschmerga-Truppen kontrollierten Norden des Iraks vor. Jetzt hat sie die Eroberung von zwei Ölfeldern gemeldet.

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Berichte über größere Gefechte lagen nicht vor. Die kurdische Peschmerga erklärte, die Regierung in Bagdad werde für den "Krieg gegen das kurdische Volk" einen hohen Preis zahlen. Der Vorstoß nährte die Sorge vor einen Bürgerkrieg zwischen den Kurden und der Zentralregierung, der auch vom Kampf gegen die Islamisten des IS ablenken würde. Als Reaktion auf die Offensive zogen die Ölpreise auf dem Weltmarkt an.

Viele Stellungen kampflos eingenommen

Der Vorstoß der Armee hatte am frühen Morgen begonnen. Sie übernahm nach eigenen Angaben nahezu kampflos zunächst den Flughafen der Millionenstadt und deren Umland, einschließlich zahlreicher Energie-Anlagen. Später rückten die von den USA ausgebildeten Elite-Einheiten in Kirkuk selbst ein. Offizielle Angaben zu etwaigen Opfern lagen zunächst nicht vor. Eine Hilfsorganisation in Kirkuk berichtete jedoch von Toten auf beiden Seiten bei einem Gefecht am frühen Morgen südlich der Stadt. Die von den USA geleiteten Anti-IS-Einheiten erklärten dazu, es habe sich offenbar um ein Missverständnis gehandelt.

Freudenfeiern der Nicht-Kurden

Ein Bewohner von Kirkuk berichtete von Freudenfeiern der turkmenischen Gemeinde, die Freudenschüsse in die Luft abgaben und bei Autokorsos die irakische Fahnen schwenkten. Andere Bewohner zeigten sich besorgt, dass dies zu Zusammenstößen mit den kurdischen Einwohnern führen könnte. Aus Furcht von Übergriffen flohen einige Kurden aus der Stadt. Die Peschmerga hatten die Kontrolle über die Metropole und die nahe gelegenen Ölfelder 2014 übernommen, nachdem die Armee vor der anrückenden Extremisten-Miliz Islamischer Staat (IS) floh.

Die Autonomieregierung hatte am 25. September auch in dieser Region in ihr umstrittenes Unabhängigkeitsreferendum einbezogen. Bei der Abstimmung hatte sich zwar eine deutliche Mehrheit für eine Loslösung vom Irak ausgesprochen. Die Zentralregierung in Bagdad und die Nachbarstaaten Iran und Türkei lehnten das Referendum jedoch strikt ab.