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Trump gegen Biden: So steht es in den Umfragen | BR24

© dpa-Bildfunk

Donald Trump und Joe Biden

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    Trump gegen Biden: So steht es in den Umfragen

    Die US-Präsidentschaftswahl rückt näher und in den landesweiten Umfragen liegt Herausforderer Biden vor Amtsinhaber Trump. Dass das mit dem Ergebnis in der Wahlnacht nicht viel zu tun haben muss, erlebten die Demokraten schmerzlich vor vier Jahren.

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    Anfang November 2016 schien die Sache eigentlich klar: Hillary Clinton sah wie die sichere Siegerin der US-Präsidentschaftswahl aus. Wenige Woche zuvor tauchte ein Audio-Mitschnitt auf, in dem sich Donald Trump damit brüstete, Frauen ungestraft in den Schritt greifen zu könnten. Nur die allerwenigsten gingen ab da noch von einem Sieg des Republikaners aus.

    Die Umfragen schienen das zu untermauern: Die New York Times ging von einer 85-prozentigen Sieg-Wahrscheinlichkeit für Clinton aus, das Portal "FiveThirtyEight" von Statistik-Guru Nate Silver sagte ihr eine Sieg-Chance von 71 Prozent voraus und Reuters sogar eine von 90 Prozent. Doch es kam anders und Trump zog ins Weiße Haus ein.

    Zahlreiche Umfrage-Institute schauen auf die US-Wahl

    In den USA gibt es deutlich mehr Umfrage-Institute als in Deutschland, wo es mit Infratest dimap, Forsa, Allensbach und Civey nur vier große Umfrage-Anbieter gibt. Bei den US-amerikanischen "polling organizations" umfasst die Liste etwa 25 Institute - die in der Vergangenheit teils sehr unterschiedliche Ergebnisse hervorgebracht haben. Manchen wird dabei eine leichte politische Schlagseite nach links oder rechts unterstellt.

    Bei der anstehenden Präsidentenwahl sind sie in ihrer Tendenz allerdings alle gleich: Joe Biden führt - und das teilweise deutlich. Selbst der Trump sehr wohlgesonnene Sender FOX News sah Biden in einer Umfrage Anfang Oktober mit zehn Prozent landesweit vorne.

    Umfragen sehen Biden deutlich vor Trump

    Die Seite realclearpolitics sammelt die Ergebnisse verschiedener Umfrage-Institute. In den zehn zuletzt veröffentlichten Umfragen liegt Joe Biden im Schnitt mit 51,0 Prozentpunkten vor Donald Trump der auf 42,5 Prozent kommt. Die Umfragen sortiert nach Aktualität:

    • Umfrage von: USC
    • Ergebnis: Biden: 53% - Trump: 42%
    • Biden-Vorsprung: +11
    • Befragungszeitraum: 7. Oktober bis 20. Oktober
    • Umfrage von: IBDT/TIPP
    • Ergebnis: Biden: 49% - Trump: 46%
    • Biden-Vorsprung: +3
    • Befragungszeitraum: 15. bis 19. Oktober
    • Umfrage von: NYT/Siena
    • Ergebnis: Biden: 50% - Trump: 41%
    • Biden-Vorsprung: +9
    • Befragungszeitraum: 15. bis 18. Oktober
    • Umfrage von: JTN/RMG
    • Ergebnis: Biden: 51% - Trump: 43%
    • Biden-Vorsprung: +8
    • Befragungszeitraum: 15. bis 17. Oktober
    • Umfrage von: YouGov
    • Ergebnis: Biden: 52% - Trump: 42%
    • Biden-Vorsprung: +10
    • Befragungszeitraum: 11. bis 13. Oktober
    • Umfrage von: The Hill
    • Ergebnis: Biden: 47% - Trump: 40%
    • Biden-Vorsprung: +7
    • Befragungszeitraum: 10. bis 13. Oktober
    • Umfrage von: Reuters
    • Ergebnis: Biden: 51% - Trump: 41%
    • Biden-Vorsprung: +10
    • Befragungszeitraum: 9. bis 13. Oktober
    • Umfrage von: NPR/PBS
    • Ergebnis: Biden: 54% - Trump: 43%
    • Biden-Vorsprung: +11
    • Befragungszeitraum: 8. bis 13. Oktober
    • Umfrage von: Rasmussen
    • Ergebnis: Biden: 50% - Trump: 45%
    • Biden-Vorsprung: +5
    • Befragungszeitraum: 7. bis 13. Oktober
    • Umfrage von: NBC/WSJ
    • Ergebnis: Biden: 53% - Trump: 42%
    • Biden-Vorsprung: +11
    • Befragungszeitraum: 9. bis 12. Oktober

    Hillary Clinton gewann 2016 die "popular vote" - aber nicht die Wahl

    Die Umfragen deuten also darauf hin, dass Biden landesweit mehr Stimmen bekommen wird als Trump. Allerdings muss das nicht heißen, dass der Demokrat zwangsläufig ins Weiße Haus einzieht. 2016 holte Hillary Clinton 48,2 Prozent der landesweiten Stimmen und Donald Trump nur 46,1 Prozent. In absoluten Zahlen hatte Clinton fast drei Millionen mehr Wähler.

    Doch entscheidend ist im US-amerikanischen Wahlsystem nicht die "popular vote", sondern die Anzahl an Wahlmännerstimmen, die die einzelnen Staaten entsenden. Und bis auf zwei Ausnahmen wird hier nach dem "The Winner takes it all"-Prinzip entschieden: Hat ein Kandidat in einem Staat die Mehrheit, bekommt er alle Wahlmänner-Stimmen. Da Trump 2016 die Staaten Michigan, Pennsylvania und Wisconsin beispielsweise äußerst knapp gewann, kam er am Ende auf 304 Wahlmännerstimmen - Clinton nur auf 227.

    Biden auch in den "Battleground States" vorne

    Besonders wichtig sind deswegen auch die Umfragen in den sogenannten "Battleground States", also jenen Staaten, in den ein sehr enges Rennen erwartet wird. Aber auch da sieht es gut für Biden aus: Eine kürzlich veröffentlichte YouGov-Umfrage sieht Biden sowohl in Michigan als auch in Nevada mit 52 zu 46 Prozent vorne, in Iowa gibt es nach den YouGov-Zahlen einen Gleichstand - mit 49 zu 49 Prozent.

    In einer New York Times/Siena College-Umfrage steht Biden aktuell in Wisconsin 10 Prozentpunkte vor Trump, in Pennsylvania sind es laut Reuters sieben Prozent Vorsprung und in Florida sind es in einer Umfrage des Emerson College drei Prozent.

    Und noch eine Tatsache wird die Demokraten optimistisch stimmen: 2016 haben lediglich zwei Institute einen Wahlsieg Trumps vorhergesagt: IBD/TIPP (Investor's Business Daily/TechnoMetrica) und USC/LA Times (University of Southern California Dornslife/Los Angeles Times). Beide gehen diesmal von einer Trump-Niederlage aus.

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