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Symbolbild: Ein Mann kauft Gemüse aus der Tiefkühltruhe
© pa/dpa/Benjamin Nolte
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Symbolbild: Ein Mann kauft Gemüse aus der Tiefkühltruhe

Als der Tag der Tiefkühlkost 1984 erstmals cool gefeiert wurde, lag der Pro-Kopf-Verbrauch in Deutschland bei gut 17 Kilogramm. Inzwischen greifen die Deutschen also mehr als doppelt so häufig in die Tiefkühltruhe. Gründe dafür gibt es genügend: Bei vielen Desserts ist die tiefgefrorene Darreichungsform nicht nur hygienischer, sondern auch logistisch praktischer. Und gerade Gemüse eignet sich gut zum Einfrieren. Besonders jenes, das nur saisonal geernet, aber ganzjährig nachgefragt wird. Auf der anderen Seite kritisieren Gesundheitsorganisationen häufig den hohen Salzgehalt in Fertig-Tiefkühlprodukten wie Pizza.

Tiefkühlprodukte in den USA

In den USA liegt der Verbrauch bei mehr als 50 Kilogramm pro Kopf und Jahr - und da ist Eiscreme noch gar nicht mit einberechnet. TV-Dinner - das war mal ein Verkaufsschlager in den USA. Vorbereitete Mahlzeiten: Fleisch, Gemüse und Nachtisch auf einem Plastiktablett angerichtet. Aus der Tiefkühltruhe - in die Mikrowelle - fertig. TV-Dinner, weil man es praktischerweise gleich vor dem Fernseher essen kann. Noch immer gibt es in den Supermärkten im Land lange Kühltruhen mit Pizzen, Kuchen, Fertiggerichten. Allerdings: Tiefgekühltes Essen hat ein Image-Problem. Es gilt als ungesund. Die Verbraucher fürchten den hohen Salzgehalt, die vielen Zusatzstoffe. Anstatt zum tiefgekühlten Magenfüller zu greifen, ist wieder Selberkochen angesagt oder zumindest das, was man dafür hält. Zum Beispiel Lieferdienste, die Zutaten zum Selberkochen ins Haus liefern, abgepackt und mit Anleitung versehen. Die amerikanische Tiefkühlbranche versucht gegenzusteuern. Sie entwickelt neue Mahlzeiten, die weniger Zusatzstoffe haben und den Trends folgen: bio, vegan, exotisch. Neue Lieferdienste bringen öko-Gefrorenes direkt ins Haus.

Tiefkühlfeinkost in Frankreich?

Frankreich - das Land des guten Geschmacks und der gehobenen Küche. Da sollte Tiefkühlkost wohl kaum eine Chance haben, sollte man meinen. Stimmt aber nicht. Zwar fahren auf französischen Straßen, anders als auf deutschen, keine Kühltransporter umher und beliefern dankbare Kunden mit dem, was die im Katalog gefunden haben. Dafür aber hat Frankreich etwas, was man in Deutschland so nicht kennt: Eine eigenen Supermarktkette, die in ihren Geschäften ausschließlich Tiefkühlwaren vertreibt. Wer schon mal in Paris war, kann die Läden mit dem Schneeflockenlogo kaum übersehen haben, es gibt sie nämlich an jeder Ecke, und das nicht nur in Paris. Tatsächlich erfreuen sich die Tiefkühlgeschäfte in Frankreich großer Beliebtheit. Ein Klassiker ist frisches, fertig geschnittenes und schockgefrorenes Gemüse, das in vielen französischen Küchen viel Zeit spart. Es gibt aber auch Suppen, Eis, Fisch, Fleisch und vor allem viele Fertiggerichte. Selbst da schrecken empfindliche französische Gaumen nicht zurück. Im Gegenteil: Die Tiefkühlsupermärkte haben den Ruf, hohen Ansprüchen gerecht zu werden. Wirklich günstig sind sie deshalb allerdings nicht.