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Wie Muslime, Juden und Orthodoxe zur Bundestagswahl aufrufen | BR24

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Vier Religionen

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    Wie Muslime, Juden und Orthodoxe zur Bundestagswahl aufrufen

    In gut drei Wochen ist Bundestagswahl. Nicht nur die Parteien werben zur Zeit für die Stimmabgabe, auch die Kirchen haben Farbe bekannt. Doch wie stehen die kleineren Religionsgemeinschaften zur Bundestagswahl? Markus Kaiser hat recherchiert.

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    Muslime

    Bei den war die Wahlbeteiligung bisher unter dem Durchschnitt – damit sich das ändert, sollen Themen angesprochen werden, die den Muslimen wichtig sind, so der Zentralrats-Vorsitzende Aiman Mazyek.

    "Das Thema Diskriminierung, Gleichbehandlung, Gleichberechtigung der Religionen, aber auch Sachen wie Kopftuch und andere Themen."Aiman Mazyek

    Neben Plakaten sollen auch die Predigten in den 300 Moschee-Gemeinden des Dachverbands für die Bundestagswahl werben:

    "Dass Imame darauf hinweisen, das ist ein wichtiger Tag und dass jeder, der nicht wählt, schon gewählt hat, und zwar im Zweifelsfall eine Stimme einem anderen gegeben hat, den er nicht will."Aiman Mazyek

    Klare Positionierung gegen Erdogan

    Damit positioniert sich Aiman Mazyek gegen den türkischen Präsidenten Erdogan, der kürzlich die Deutschtürken dazu aufgerufen hatte, nicht Union, SPD oder Grüne zu wählen. Für Mazyek ein Aufruf zum Nichtwählen. Erdogan, so Mayzek, habe "uns damit einen Bärendienst erwiesen." Das sei etwas "dass wir überhaupt nicht gebrauchen können."

    Ditib, der größte Islamverband, der nach eigenen Angaben 70 Prozent der Muslime in Deutschland vertritt und von der Türkei aus mitgeleitet wird, hat sich bisher nicht zu Erdogans Aufrufen geäußert. Presseanfragen werden derzeit nicht bearbeitet – alle Ansprechpartner seien im Urlaub, heißt es auf Nachfrage des Bayerischen Rundfunks.

    Juden

    Eine eher winzige Wählergruppe kommt aus den jüdischen Gemeinden. Dort gibt es Wahlaufrufe, allerdings keine Empfehlungen für bestimmte Parteien, so der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland Josef Schuster.

    Allerdings stehe man der AfD skeptisch gegenüber. Schuster erklärte bereits im April, die AfD mache ohne Skrupel und Verantwortungsbewusstsein Stimmung gegen religiöse Minderheiten. Die Rechtspopulisten in der Partei befänden sich seiner Meinung nach ganz klar auf dem Weg in den Rechtsextremismus und die geplanten Einschränkungen der Religionsfreiheit würden jüdisches und muslimisches Leben hierzulande bedrohen.

    Orthodoxe

    Knapp zwei Millionen und damit circa drei Prozent der deutschen Wähler sind Einwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion und deren Kinder, so das Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung.

    Viele von ihnen fühlen sich in der russisch-orthodoxen Kirche beheimatet. Nikolai Artemoff, Sekretär der deutschen Diözese der russischen Auslandskirche, lehnt Wahlaufrufe entschieden ab:

    "Wir haben vielleicht eine distanziertere Einstellung zur Propaganda als Russen. Wir wissen, es gibt hier überall Plakate, die zeigen allen an, dass Wahl ist und ich halte das für vollkommen ausreichend." Nikolai Artemoff


    Sendung

    radioWelt

    Von
    • Alexandra Späth
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