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So sauber sind Bayerns Badegewässer | BR24

© dpa-Bildfunk/Rolf Vennenberndt

Elfrather Badesee

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    So sauber sind Bayerns Badegewässer

    Zum Beginn der Badesaison gibt es gute Nachrichten zur Wasserqualität: Das Baden bleibt laut einem EU-Bericht in fast allen bayerischen Seen und Flüssen ein sauberes Vergnügen - bis auf zwei Ausnahmen.

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    Der Sommer kann kommen und damit der Wasserspaß! Denn in den meisten Seen in Bayern kann man bedenkenlos schwimmen - das besagt ein heute in Kopenhagen vorgestellter Bericht der Europäischen Umweltagentur EEA. Nur zwei bayerische Badestellen erhielten eine mangelhafte Bewertung: der Satzdorfer See in Runding in der Oberpfalz und der See Freigericht Ost in Kahl am Main in Unterfranken. Alle Badegewässer, deren Wasserqualität als „mangelhaft“ eingestuft wurde, müssen in der darauf folgenden Saison für den Badebetrieb geschlossen werden.

    Acht Seen mit mangelhafter Wasserqualität in Deutschland

    Deutschlandweit bekamen insgesamt acht Badestellen eine mangelhafte Bewertung. Die allermeisten deutschen Badegewässer hingegen – 97,8 Prozent – erfüllen die EU-Standards. 91,4 Prozent bescheinigt der Bericht sogar eine ausgezeichnete Qualität.

    Erst im April hatte die Bundesregierung eine weitaus negativere Einschätzung zur Wasserqualität deutscher Seen abgegeben: Fast drei Viertel der Seen in Deutschland seien ökologisch in einem mittelmäßigen bis schlechten Zustand, geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen-Abgeordneten Steffi Lemke hervor. Wie passt das zu den guten Ergebnissen der Badeseen? Die Badegewässer wurden nur auf krankheitserregende Bakterien getestet - beim Test der deutschen Seen hat man hingegen den Bestand der lebenden Organismen untersucht. "Fürs Baden ist das aber erstmal nicht relevant, ob bestimmte Fischarten nicht mehr im See schwimmen - daher der Unterschied in der Bewertung."

    Europaweit gute Qualität

    Laut dem EU-Bericht kann sich nicht nur Deutschland, sondern die ganze Europäische Union über saubere Badeseen, -flüsse und -meere freuen. Im Jahr 2017 erfüllten 96 Prozent der Badegewässer die EU-Anforderungen. Nur 1,4 Prozent (294 Badestellen) bekamen den Stempel „mangelhaft“. Das Baden in Gewässern mit schlechter Wasserqualität kann zu Erkrankungen führen.

    Ursache meist übergelaufene Kanalisation

    Welche Ursachen die schlechte Wasserqualität an einzelnen Stellen hat, listet der EU-Bericht nicht auf. "Der häufigste Grund sind schwere Regenfälle und Gewitter, die die Kanalisation überfließen lassen", sagt EEA-Experte Peter Kristensen der dpa. Nur sehr selten werde verschmutztes Wasser direkt in Seen oder ins Meer geleitet. "An kleinen Seen können auch viele Vögel der Grund sein", sagt der Experte der dpa. Ihr Kot könne das Wasser genauso verunreinigen, wie der von Hunden, die am Wasser laufen gelassen werden.

    Ein dauerhaftes Badeverbot oder eine Warnung, bei der vom Baden abgeraten wird, gilt für Badegewässer, die in fünf aufeinanderfolgenden Jahren als „mangelhaft“ klassifiziert wurden.

    Beste Wasserqualität laut EU-Bericht in Luxemburg, Malta und Zypern

    Für den EU-Bericht wurden deutschlandweit knapp 2300 und europaweit rund 21 000 Badestellen unter die Lupe genommen. Die Daten stammen aus der Saison 2017. Die beste Wasserqualität ist laut dem Bericht in Luxemburg, Malta und Zypern zu finden. Eine Karte mit allen getesten Seen ist hier auf der Webseite der EEA zu finden.