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Symbolbild Abschiebung

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    Pflegehelfer soll aus Ochsenfurt nach Nigeria abgeschoben werden

    Für den Träger eines Ochsenfurter Altenheims ist es ein "Skandal": Trotz Personalnotstand droht einem Pflegefachhelfer die Abschiebung nach Nigeria. Das Verwaltungsgericht Würzburg hat dem 19-Jährigen die Geschichte seiner Verfolgung nicht geglaubt.

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    In Deutschland herrscht Pflegenotstand - dennoch soll aus Ochsenfurt (Lkr. Würzburg) eine Nachwuchskraft abgeschoben werden: der Afrikaner Timothy Oko-Oboh. Von einem "drohenden menschlichen, gesellschaftlichen und ökonomischen Skandal" spricht deshalb Alexander Schraml, Chef des Kommunalunternehmens im Landkreis Würzburg:

    "Wie viele andere Pflegeheimbetreiber auch geben wir derzeit fünfstellige Beträge dafür aus, um Pflegekräfte aus dem Ausland zu rekrutieren. Mit Herrn Oko-Oboh haben wir eine engagierte Pflegekraft und diese soll abgeschoben werden, obwohl unsere Pflegebedürftigen in Ochsenfurt in Umgebung ihn so dringend benötigen". Alexander Schraml, Chef Kommunalunternehmen im Landkreis Würzburg

    "Ausbildungserlaubnis" könnte Abschiebung verhindern

    Alexander Schraml hofft nun auf die Regierung von Unterfranken als letzte Instanz. Nur sie könnte noch mit einer Ausbildungserlaubnis die Abschiebung des 19-Jährigen nach Nigeria verhindern. Denn das Verwaltungsgericht Würzburg hat ihm die Geschichten seiner Verfolgung nicht geglaubt und der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hat keine Berufung gegen das Urteil aus Würzburg zugelassen.

    Schulleiter: "Es braucht Menschen wie Sie"

    Mit Erfolg hat Timothy Oko-Oboh bereits eine Ausbildung zum Pflegefachhelfer absolviert und sich im Haus Franziskus in Ochsenfurt so beliebt gemacht, dass ihn die Berufsfachschule für Altenpflege in Würzburg nun zur Pflegefachkraft ausbilden möchte - "weil es in einem absoluten Mangelberuf Menschen wie Sie dringend braucht", wie Schulleiter Volker Weber dem Nigerianer bescheinigte.