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Obstbauern wollen Pilz gegen Engerlinge einsetzen | BR24

© picture-alliance/dpa

Maikäfer

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    Obstbauern wollen Pilz gegen Engerlinge einsetzen

    Nicht nur die Frostnächte im April, sondern auch die Maikäfer-Larven, die die Obstbaumwurzeln anfressen, machen den Obstbauern im Landkreis Miltenberg Sorgen. Die Landwirte fordern daher, einen Pilz gegen die Insekten einsetzen zu dürfen.

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    Die Aschaffenburger Landtagsabgeordnete Martina Fehlner (SPD) wirft der Staatsregierung vor, die Obstbauern beim Befall durch Engerlinge – den Larven des Maikäfers – im Stich zu lassen. Deshalb will sich Fehlner weiterhin für eine Zulassung des Bodenpilzes "Beauveria brongniartii" einsetzen. Sie unterstützt damit die Forderungen der Obstbauern rund um Röllbach, Röllfeld und Leidersbach, die das natürliche Pflanzenschutzmittel zukünftig dauerhaft einsetzen wollen.

    Landwirtschaftsministerium gegen Notfallzulassung des Pilz

    Staatsminister Helmut Brunner verweist in seinem Antwortschreiben auf die Zuständigkeit des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit in Braunschweig. Fakt sei, dass sich der Schaden für die betroffenen Betriebe seit dem Einsatz des Beauveriapilzes verringert habe. Eine Notfallzulassung des Pilzes sei aus Sicht des Ministeriums trotzdem unwahrscheinlich.

    "Um einen nachhaltigen Erfolg zu erzielen, muss der Engerlingpilz laut Aussagen der Experten über mehrere Jahre ausgebracht werden und sich langfristig im Boden etablieren. Deshalb ist eine Zulassung, wie beispielsweise in Österreich und in der Schweiz, auch für die kommenden Jahre in Bayern dringend notwendig!" Martina Fehlner, Landtagsabgeordnete SPD

    Die Aschaffenburger Politikerin hatte sich im Jahr 2015 erfolgreich für eine sogenannte Notfallzulassung für 120 Tage zur Bekämpfung von Maikäferengerlingen in Kern- und Steinobst und Erdbeeren eingesetzt.

    Hintergrund

    Die Larven des Maikäfers treten inzwischen massenhaft in einigen Teilen Bayerns auf, vorwiegend im unterfränkischen Landkreis Miltenberg. Teilweise wurden dort bei Grabungen bis zu 100 Engerlinge pro Quadratmeter gefunden, was zu einem erheblichen Ernteausfall in den Obstplantagen führt. Die unterfränkischen Obstbauern sehen im Beauveriapilz die einzige sinnvolle Alternative, die Überpopulation der Maikäferlarven langfristig einzudämmen.