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Die mehr als hundert Jahre alte Zahnradbahn auf den Wendelstein bekommt eine neue Lok. Am Montagabend ist sie im Inntal angekommen und wurde nach zwei Jahren Wartezeit an der Talstation in Brannenburg begeistert begrüßt.

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Mehr Power: Die neue Lok der Wendelsteinbahn

Die mehr als hundert Jahre alte Zahnradbahn auf den Wendelstein bekommt eine neue Lok. Am Montagabend ist sie im Inntal angekommen und wurde nach zwei Jahren Wartezeit an der Talstation in Brannenburg begeistert begrüßt.

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Von
  • Diethard Kühne

Die neue Lok bekommt die Nummer 5. Äußerlich gleicht sie ihren Vorgängerinnen sehr, innerlich ist sie aber deutlich leistungsfähiger. Mit bis zu 30 km/h kann sie auf den Wendelstein klettern und braucht damit für die mehr als 1.200 Höhenmeter nur halb so lange wie Nummer 2 und Nummer 3. Diese beiden alten Damen sind zwar noch sehr rüstig, angesichts der 111 Jahre, die sie fast täglich mehrfach auf den Wendelstein gefahren sind. Einen Zeitplan mit halbstündlichen Bergfahrten konnten sie aber nicht mehr einhalten.

Neue Elektronik für die Triebwagen

2,5 Millionen Euro hat sie gekostet, Auslöser für die Neuanschaffung war eine dringend notwendige Pause für die beiden Doppeltriebwagen, die seit 1990 im Einsatz sind. Sie leisten derzeit noch den Großteil des Personenverkehrs auf den Wendelstein, müssen aber umgerüstet werden, weil es keine Ersatzteile mehr für die Elektronik gibt. Um in der sechsmonatigen Renovierungsphase den Fahrbetrieb wie gewohnt aufrecht halten zu können, musste eine neue, starke Lok her.

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Einer der beiden Doppeltriebwagen der Wendelsteinbahn auf dem Weg zum Gipfel.

1910 - ein guter Lok-Jahrgang

Und wie geht es den Vorgängerinnen? Lok Nummer 1 genießt ihren Ruhestand im Deutschen Museum in Freilassing. Lok Nummer 4 ist seit einem Kurzschluss am Motor 2019 ein Totalausfall. Nummern 2 und 3 aus dem Jahr 1910 halten sich erstaunlich gut, werden aber nur noch für gemütliche Mondscheinfahrten und andere Aufgaben eingesetzt, bei denen es nicht eilt.

Lokführer Richard Treischl freut sich auf die neue Lok, ist aber gespannt, wie diese moderne Maschine mit den alten Waggons zurechtkommt. Bei sich selbst macht er sich da keine Sorgen, denn als dienstältester Maschinist der Wendelsteinzahnradbahn hat er über Jahrzehnte alle Teile der Bahn bedient und intensiv kennengelernt.

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Die Doppeltriebwagen sind eigentlich noch gut in Schuss, es gibt aber keine Ersatzteile mehr für die Elektronik.

Ein Triebwagen namens Otto

Die beiden Doppeltriebwagen sind benannt nach Otto von Steinbeis, dem Initiator und Erbauer der Zahnradbahn und nach dem Prinzregenten Luitpold von Bayern, der 1910 die Konzessions-Urkunde zum Bau der Wendelsteinzahnradbahn unterschrieb. Nach einer Verkürzung im Jahr 1961 ist die Strecke genau 7,66 Kilometer lang. Betrieben wird die Bahn elektrisch, für die Stromversorgung wurde ganz in der Nähe eigens ein Wasserkraftwerk errichtet.

Jungfernfahrt Ende Oktober

Ende Oktober soll die neue Lok zu ihrer Jungfernfahrt aufbrechen und im Winter fahrplanmäßig verkehren. Für alle Fälle wird aber mindestens eine der beiden alten Loks von 1910 in betriebsbereitem Zustand gehalten, um zur Not einspringen zu können.

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