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Asylstreit: Innere Mission mahnt zu mehr Menschlichkeit

Der Vorstand der Inneren Mission München, Günther Bauer, fordert in der aktuellen Diskussion über Flüchtlingspolitik mehr Menschlichkeit und weniger Machtkämpfe.

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Günther Bauer sagte im Interview mit dem Bayerischen Rundfunk, in der Politik spielten Menschen derzeit keine Rolle. Es gehe ausschließlich um Machtgewinnung und Machterhalt.

"Wir würden erwarten, dass es wieder um die Menschen geht, die ja nicht ohne Not ihre Heimat verlassen, die große Risiken auf sich nehmen, die Schutz und Zuflucht suchen. Es ist eine Verpflichtung auch unseres Grundgesetzes und unserer abendländischen Tradition, Flüchtlingen und Geflüchteten zu helfen und nicht auf ihrem Rücken Politik zu betreiben." Günther Bauer, Innere Mission München

Bauer fordert Einwanderungsgesetz

Von den europäischen Staaten fordert Bauer ein Einwanderungsgesetz, das die legale Zuwanderung klar regelt. Denn erst wenn ein legaler Weg nach Europa bestehe, dann könne man sich überlegen, die europäischen Grenzen besser zu kontrollieren.

"Es ist einfach die Reihenfolge falsch – es muss zuerst um die Menschen und um legale Zuwanderung gehen und erst danach kann man sich über Abwehrmechanismen für illegale Zuwanderung austauschen. Aber momentan ist es aus populistischen Gründen umgekehrt." Günther Bauer, Innere Mission München

Keine Abweisung an den Grenzen

Den Vorschlag von Bundesinnenminister Horst Seehofer, Flüchtlinge an der deutschen Grenze unmittelbar abzuweisen, lehnt Bauer ab. Es könne nicht ausreichend überprüft werden, ob es humanitäre Gründe für eine Einreise gebe.

"Auch hier sollten die Menschen im Vordergrund stehen und nicht politische Schlagworte.“ Günther Bauer, Innere Mission München

Die Innere Mission München setzt sich als Unternehmen der evangelischen Diakonie mit zahlreichen Angeboten für geflüchtete Menschen ein. Rund 700 Ehrenamtliche und 250 Hauptamtliche sind derzeit für 4.800 Geflüchtete in 20 Unterkünften in Stadt und Landkreis München im Einsatz.