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Hitze und Badende als Gefahr für Fische in der Isar | BR24

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Fische in der Isar

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    Hitze und Badende als Gefahr für Fische in der Isar

    Forelle, Äsche und Huchen geht bei den hohen Wassertemperaturen in der Isar langsam die Luft aus. Denn im warmen Wasser ist weniger Sauerstoff gelöst. Zusätzlich werden die Isarfische durch Freizeitsportler und Badende gestresst.

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    24,2° Celsius hat die Münchner Isar auf Höhe Dietersheim (Lkr. Freising), das haben die Münchner Isarfischer an der sogenannten „Persilschwelle“ gemessen. Damit wird die Lage für die kaltwasserliebenden Fische der Münchner Isar wie Forelle, Äsche und Huchen aktuell kritisch. Überschreitet die Wassertemperatur über einen längeren Zeitraum ein bestimmtes Temperaturfenster, drohen die Fische zu ersticken. Denn in wärmeren Wasser ist physikalisch weniger Sauerstoff gelöst als in kaltem.


    Kühle Lufttemperaturen helfen Fischen nur auf Dauer


    Doch selbst wenn ab Donnerstag die Temperaturen, wie prognostiziert, wieder sinken, ist die Gefahr für viele Fischarten noch nicht gebannt. Besonders für die Bachforelle bleibt es weiter kritisch, da sie wenig hitzeresistent ist. Die Wassererwärmung setzt die Fische einer doppelten Stress-Situation aus, erklärt Johann Schnell vom Landesfischereiverband Bayern gegenüber dem BR: “Höhere Wasser-Temperaturen regen den Kreislauf der wechselwarmen Tiere an, das erhöht den Sauerstoffbedarf der Fische. Gleichzeitig ist im Wasser weniger Sauerstoff vorhanden.“ Die Fische müssen in wärmeren Wasser immer schneller atmen, was zu enormen Kreislaufbelastungen führt, betont Schnell: „Man kann sich das vorstellen wie den Zielsprint eines 5000-Meter-Laufes im Hochgebirge.“


    Badende und Wassersportler stressen Fische in der Isar


    Sorge bereitet dem Experten auch die intensive Freizeit-Nutzung von Voralpenflüssen wie der Isar. Wird es wärmer, ziehen sich Fische in kühlere, tiefere Bereiche vor allem unter Rauschen, Walzen und tiefe Gumpen unterhalb von Stromschnellen zurück. Dort ist mehr Sauerstoff im Wasser. Doch werden die Fische dort auch von Badenden und Kanuten zusätzlich herumgescheucht und gestresst. Deswegen kommt es bei Temperaturen, die Fische eigentlich gerade noch tolerieren würden, oft zu einer deutlich höheren Mortalität. Generell erhöht sich die Temperatur in vielen bayerischen Voralpenflüssen wie Isar, Lech und Inn aufgrund der vielen Staustufen, die das Wasser langsamer und damit auch wärmer machen. Dadurch werden kritische Temperaturen schneller erreicht.