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"Fregger" ist oberfränkisches Wort des Jahres | BR24

© BR/Jonas Miller

"Fregger" bezeichnet einen gewitzten Menschen oder ein freches, aber durchaus sympathisches Kind

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    "Fregger" ist oberfränkisches Wort des Jahres

    Das Oberfränkische Wort des Jahres 2020 lautet "Fregger". Dies hat eine fünfköpfige Jury entschieden, die das Wort unter mehr als 2.000 Begriffen auswählen musste.

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    Von
    • Lasse Berger
    • Markus Klingele

    Das Wort "Fregger" sei in ganz Franken verbreitet und bezeichnet einen gewitzten Menschen oder ein freches, aber durchaus sympathisches Kind, teilt die Jury mit. Zurückzuführen sei das Wort "Fregger" auf das Verb "verrecken", einer saloppen Bezeichnung für "sterben", an das die Endung -er angefügt wurde, um eine Person zu bezeichnen.

    Von der negativen Bedeutung zum positiven Begriff

    Die Wortbedeutung habe sich im Laufe der Zeit von einem negativen in einen positiven Begriff verändert. Der Ursprung des Wortes sei den meisten Leuten, die das Wort gebrauchen, laut Jury gar nicht bewusst. Die Wortbedeutung habe sich komplett ins Gegenteil verändert und von einem negativen Begriff "einer, der elend stirbt" ins Positive "einer, der gewitzt und listig ist" gewandelt. Sprachwissenschaftlich handele es sich also hierbei um eine Bedeutungsverbesserung.

    Jury musste aus 2.000 Vorschläge auswählen

    Insgesamt wurden in diesem Jahr mehr als 500 Vorschläge aus der Bevölkerung eingereicht. Der Jury stand eine Liste mit mehr als 2.000 Wörtern zur Verfügung, teilweise auch aus den vergangenen Jahren. Eine fünfköpfige Jury entschied sich dann für "Fregger", das sich gegen die Wörter "dahamm bleim" und "gefänzig", die auch unter den Favoriten waren, durchsetzte.

    "Fregger" löst "Sternlaschmeißer" ab

    Der Bezirk Oberfranken hat nun zum sechsten Mal das oberfränkische Wort des Jahres ausgewählt. "Fregger" löst nun das Wort "Sternlaschmeißer" also Wunderkerze ab, das im vergangenen Jahr gewonnen hatte. Seit 2015 wird das oberfränkische Wort des Jahres gekürt. Gewinner waren bisher das Wort "Wischkästla" für Smartphone, die Redewendung "a weng weng" oder das Wort "Urigeln", das das Gefühl beschreibt, wenn die kalten Hände langsam auftauen. Aufgrund der Corona-Pandemie wurde Oberfrankens Wort des Jahres von Bezirkstagspräsident Henry Schramm (CSU) online übermittelt.

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