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Weinreisetipps Roséwein-Empfehlungen von Conny Ganß

Roséwein ist in gerade ziemlich auf dem Vormarsch. Zu Recht, sagt Sommelière und Weinexpertin Conny Ganß, denn "die Welt der Roséweine ist so farben- und facettenreich wie die Weinwelt selbst. Rosé ist nicht nur im Sommer eine wundervolle Alternative, wenn es darum geht, ein Essen zu begleiten oder einfach ein Gläschen Wein zu genießen." Sie stellt drei ihrer Rosé -Favoriten aus dem Jahr 2022 vor.

Published at: 16-6-2023

Rosé | Bild: picture-alliance/dpa/Herbert Lehmann

Conny Ganß: "Rosé ist pure Lebensfreude im Glas. Er besitzt den perfekten Spannungsbogen aus dunkler Frucht-Komplexität der roten Weintrauben und dem feingliedrigen und animierenden Körper eines Weißweins."

2022    "Tramari" Primitivo Rosé Salento IGP, Cantine San Marzano 

Anbaugebiet: Apulien, Italien  
Preis: ca. 8,50 Euro
Conny Ganß: "Die Cantine San Marzano ist eine Genossenschaft im Herzen der Weinbauregion Apulien. Doch wer jetzt denkt, Genossenschafts-Wein sei nichts Besonderes, der irrt. Vor allem wenn wir von dieser Genossenschaft in Apulien sprechen. San Marzano wurde Anfang der sechziger Jahre aus reiner Liebe zum lokalen Terroir und der Rebsorte Primitivo gegründet.
19 Winzer waren es zu Beginn im Jahre 1962, die sich zusammengetan haben, um ihre Leidenschaft für ihren heimischen Wein hinaus in die Welt zu tragen. Das ist umso bemerkenswerter, wenn man weiß, dass in dieser Zeit der Wein aus Apulien weit weg von dem heutigen, schon fast kultigen Ansehen war. Piemont, Toskana, Venetien – das waren die großen Namen. Der Süden und seine Weine aus rauen Gefilden mit roten Böden, heißen Sommern und strengen Winden war auf den Weinkarten dieser Welt so gut wie nicht vertreten. Heute ist das ganz anders. Und einen immensen Anteil an der Wahrnehmung und Qualitätsentwicklung hat die Region der Genossenschaft San Marzano zu verdanken. Eng verbunden mit der mehr als 3.000 Jahre zurückreichenden Weinbautradition dieser Region ist sie heute das Aushängeschild für Apuliens Weine. Heute zählt die Genossenschaft über 1.000 Mitglieder und rund 1.500 Hektar Rebfläche.
Man kann sich vorstellen, dass der Rosé ´Tramari´ aus der heimischen Rebsorte Primitivo wie jeder Wein der Cantine mit hundertprozentiger Leidenschaft und Liebe zur Region gemacht wurde. Er strahlt aus dem Glas mit Düften nach saftiger Kirsche und PinkGrapefruit. Es schwingt auch ein Hauch Meeresbrise mit, was durch die extrem kargen Böden kommt. Am Gaumen ein geschmeidiger, vitaler Wein mit viel Schwung und Frische. Ein Roséwein, der animiert und den Urlaub ins Glas bringt. Er passt hervorragend zu Gerichten wie Blumenkohl-Frittata mit Oliven-Tapenade und Bohnensalat."

2022    Clairet Bordeaux AOP, Château Thieuley 

Anbaugebiet: Bordeaux, Frankreich 
Preis:   ca. 10,40 Euro
Conny Ganß: "Das Weingut Château Thieuley wurde 1950 von André Courselle im weltberühmten Weinbaugebiet Bordeaux gegründet. Bis heute ist es komplett in Familienbesitz und wird mittlerweile von seinen beiden Enkeltöchtern Marie und Sylvie Courselle geleitet. Die beiden Powerfrauen wissen genau was sie tun und auch wollen. Neben der sorgsamen Arbeit im Weingarten und im Weinkeller ist auch der Erhalt der Biodiversität mit all ihren Bewohnern ein großer Teil ihres Schaffens. Die beiden produzieren wunderbare, naturnahe Weine, die den Bordeaux zu 100 Prozent verkörpern. Was will man mehr?
Auch der ´Clairet´ könnte nicht mehr Bordelaiser sein. Schon seit dem 12. Jahrhundert ist die Bezeichnung ´Clairet´ für Weine aus Bordeaux reserviert. Heute ist Roséwein drin, wenn ´Clairet´ drauf steht. Viel zu lang wurde dieser Klassiker vergessen, wenn es um die Weinauswahl ging. Zum Glück sind diese Zeiten vorbei und einer der ältesten Kultweine ist zurück auf den Weinkarten und in den Weinregalen.
Marie und Sylvie Courselle verwenden für ihren Rosé ganz klassisch 70 Prozent Merlot und 30 Prozent Cabernet Sauvignon. Der 2022er Clairet aus dem Hause Château Thieuley zeigt auf, wie vielfältig die Welt der Roséweine ist und ist die Antwort auf das übliche Terrassenwein-Klischee vom Roséwein. Dieser Clairet ist vielfältig einsetzbar, vor allem wenn es um Speisenbegleitung geht, und noch dazu auch für geübte Genießer mal etwas Außergewöhnliches zum Probieren. Der Wein lebt von einer kraftvollen Nase von saftiger roter Frucht mit Erdbeeren und Blaubeeren, gepaart mit etwas süßem Pfeffer und einem Hauch von Süßholz. Am Gaumen ergibt die saftige Frucht und die feingliedrige Struktur einen angenehmen, geschmeidigen Roséwein mit Grip. ´En point´, also auf den Punkt gebracht, würden die Franzosen sagen. Dieser Klassiker schmeckt besonders gut zu Gerichten wie Kalbsfilet mit Pfifferlingen, Kirsche und Sellerie."

2022 "Viola" Rosé trocken, VDP. Gutswein, FairGrapes

Anbaugebiet: Franken, Deutschland 
Preis: ca. Euro 12,50  
Conny Ganß: "Wein genießen und dabei einen Quadratmeter Blühwiese in Bayern säen? Das geht. Und zwar genauso einfach, wie es sich anhört. Denn die beiden Gründer von FairGrapes, Christoph Reiter und Konstantin Haßmann, lassen Taten sprechen, wenn es um das Thema Nachhaltigkeit geht. Nicht nur darüber reden, sondern auch konkret etwas tun – das war die Idee mit der sie im Jahr 2021 das Social Business FairGrapes gründeten. Mit jeder Flasche von FairGrapes unterstützt der Käufer ein konkretes Projekt zum Natur- und Artenschutz.
Umgesetzt wird dieses Konzept in Zusammenarbeit mit Weingütern, welche ihre Weine so naturnah und nachhaltig wie möglich anbauen. So auch der Rosé ´Viola´, der zusammen mit dem VDP Weingut Fürst Löwenstein kreiert wurde. Für jede verkaufte Flasche sät FairGrapes zusammen mit der Augsburger Bienenweide bei Augsburg einen Quadratmeter Blühwiese, um dem Schwalbenschwanz-Schmetterling wieder mehr Lebensraum zu geben und dem Artensterben entgegenzuwirken. Die Zusammenarbeit mit dem Weingut Fürst Löwenstein ist kein Zufall. Der fränkische Jungwinzer Konstantin Haßmann hat bei Fürst Löwenstein seine Winzerlehre absolviert.
Der Roséwein ´Viola´ aus Spätburgunder ist nicht nur durch seine Geschichte mehr als spannend, sondern auch richtig lecker. So wie ein original fränkischer Rosé aus einem Top-Betrieb eben sein sollte. Aus dem Glas strömen Aromen nach saftiger Himbeere und Johannisbeere. Gleich beim ersten Schluck ist der erfrischende Charakter des Weins zu spüren. Leichtfüßig und tänzelnd, bringt dieser Rosé viel Freude ins Glas und hinterlässt nachhaltig ein gutes Gefühl. Zum alleine Genießen oder gerne auch zu Gerichten wie Auberginen-Lachsforellen-Burger mit Backofenkartoffeln und Kräuterdip."

Viel Freude mit den Roséwein-Empfehlungen wünschen Conny Ganß und "Wir in Bayern"


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