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Die Republikaner Spaltpartei mit kurzer Gunst

Als CSU-Spaltprodukt sorgten die Republikaner in den 1980er-Jahren einige Zeit für Furore. In Bayern verfehlten sie 1990 nur knapp den Sprung ins Parlament. Danach spielte die rechtspopulistische Partei aber kaum noch eine Rolle.

Stand: 05.07.2013 | Archiv

Parteilogo "Die Republikaner" REP | Bild: Montage: BR

Im Juni 1983 wurde der von Franz Josef Strauß eingefädelte Milliardenkredit für die DDR der bundesdeutschen Öffentlichkeit bekannt. Einige CSU-Politiker waren arg empört über ihren Parteivorsitzenden. Franz Handlos und Ekkehard Voigt traten aus und gründeten am 26. November desselben Jahres in München eine neue rechtskonservative Partei: Die Republikaner (REP). Deren Bundesvorsitz übernahm 1985 der Oberbayer Franz Schönhuber von Handlos.

Aufschwung mit Schönhuber

Schönhuber - Journalist, ehemals stellvertretender Chefredakteur des Bayerischen Fernsehens und Buchautor ("Ich war dabei") - verpasste der Partei einen deutlichen Rechtsruck und bundesweite Bedeutung, zumindest für einige Jahre. So gelang ihnen der Einzug ins Parlament von Baden-Württemberg (1992 und 1996) und ins Berliner Abgeordnetenhaus (1989).

1983, Gründung der Republikaner: Franz Schönhuber, Franz Handlos, Ekkehard Voigt (v.l.n.r.)

Bei den bayerischen Landtagswahlen 1986 erzielten die Republikaner auf Anhieb 3,0 Prozent. Vier Jahre später, kurz nach der deutschen Wiedervereinigung, verpassten sie mit 4,9 Prozent nur hauchdünn den Einzug ins Maximilianeum.

Wahlerfolge vor 30 Jahren

Aufsehenerregend war die Europawahl 1989, bei der die Partei in Bayern sogar 14,6 Prozent der Stimmen erhielt. Strauß, dessen CSU bei derselben Wahl für die damalige Zeit nur schlappe 45,4 Prozent erreichte, war über solche Ergebnisse so besorgt, dass er verkündete: "Rechts von der CSU darf es keine demokratisch legitimierte Partei geben!" 1994 und 1998 erzielten die Republikaner in Bayern noch einmal 3,9 bzw. 3,6 Prozent. Danach verschwanden sie in der Bedeutungslosigkeit, was möglicherweise auch mit der strategischen Allianz der rechtsextremen Parteien DVU und NPD zu Beginn des neuen Jahrtausends zusammenhing.

Republikaner-Wahlplakat

Seit 2001 sind die Republikaner nur noch in kommunalen Parlamenten vertreten. Schönhuber war 1995 aus der Partei ausgetreten und kandidierte später nacheinander sowohl für die DVU als auch für die NPD.

Gegen "Überfremdung", für D-Mark

Die Republikaner hatten nach ihrer Gründung zunächst einerseits Zulauf durch von der CSU enttäuschte Wähler - und sie punkteten unter anderem mit ausländerfeindlichen Parolen und der Ablehnung einer multikulturellen Gesellschaft. Diese Positionen vertreten sie heute noch. So warnen sie im aktuellen Parteiprogramm vor "Überfremdung" und fordern die Abschaffung des Grundrechts auf Asyl. Die Republikaner treten für einen starken Nationalstaat ein und lehnen die EU in ihrer jetzigen Form ab.

Johann Gärtner, Vorsitzender der Republikaner in Bayern (Archivfoto)

In diesem Zusammenhang fordern sie mehr direkte Demokratie und Volksabstimmungen, unter anderem zu "Einschränkungen deutscher Staatsgewalt zugunsten internationaler Organisationen". Die Republikaner wollen zudem den Euro abschaffen und zur D-Mark zurückkehren.

Die Partei bezeichnet sich selbst als "Demokratische Rechte". Vom Verfassungsschutz wurde sie dennoch zwischen 1992 und 2006 wegen des Verdachts der Rechtsextremität beobachtet. Seit 2007 werden die Republikaner nicht mehr im Verfassungsschutzbericht aufgeführt.


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