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TV-Zusatzsignale Audio-Zusatzdienste beim Fernsehen

Stand: 11.04.2016

Hörfilme sind ein spezielles Serviceangebot an blinde und sehbehinderte Menschen: Neben dem Filmton für normalsichtige Zuschauer wird im BR Fernsehen und bei ARD-alpha bei Hörfilmen zusätzlich eine Kombination aus Filmton und beschreibendem Kommentar - die sogenannte Audiodeskription (AD) auf zusätzlichen Tonkanälen gesendet. Dort beschreibt ein Sprecher in den Dialogpausen, was im Film gerade passiert. Neu produzierte Hörfilme bieten künftig AD in stereo oder Dolby Surround an.

Hörfilm-Empfang

Ob ein Hörfilm empfangen werden kann, hängt davon ab, auf welchem Weg ein Zuschauer das BR Fernsehen empfängt: Audiodeskription im BR Fernsehen wird seit Juni 2007 nur noch auf den digitalen Verbreitungswegen ausgestrahlt. Zum Empfang benötigt man daher einen Digitalreceiver.

Bei DVB-T ist der Empfang von Hörfilmen wegen der geringeren Datenraten nur eingeschränkt möglich: So wird die zusätzliche Tonspur für Audiodeskription in Bayern nur beim BR Fernsehen, ZDF und 3sat gesendet.

Mehrkanalton und Dolby Digital

Beiträge, die im BR Fernsehen und ARD-alpha mit Dolby Digital - Ton vorliegen, senden wir mit diesem Audio-Zusatzangebot über die digitalen Verbreitungswege. Zuhause kann der Mehrkanalton, der für einen ganz besonderen Raumklang sorgt, über einen zusätzlichen Dolby Digital - Receiver und ein entsprechendes Lautsprecherset wiedergegeben werden. Voraussetzung für den Empfang ist außerdem ein digitaler Receiver für Antenne (DVB-T), Satellit (DVB-S) oder Kabel (DVB-C).

So wählen Sie einen Hörfilm oder Mehrkanalton aus

Nachdem Sie Ihren Digitalreceiver auf das BR Fernsehen oder ARD-alpha eingestellt haben, können Sie mit der Fernbedienung des digitalen Empfangsgeräts durch Drücken der Taste "Audio" oder "Sound" (oder eine ähnliche Bezeichnung) oder über das Bildschirmmenü das gewünschte Zusatzangebot auswählen. Ob ein Beitrag einen Zusatz-Audiodienst enthält, können Sie den Programmübersichten (im BAYERNTEXT und Alphatext) ab Seite 300 ff entnehmen.

Technische Übertragung bei Hörfilmen und Mehrkanalton

Für die Zusatzangebote Audiodeskription und Mehrkanalton setzt der Bayerische Rundfunk folgendes Verfahren für die Übertragung ein: Das zusätzliche Audioangebot erhält eine eigene Kennung, den "Packet Identifier" (PID). Dabei ist die 1. PID reserviert für den normalen Filmton, die 2. PID für die Audiodeskription und die 3. PID für den Mehrkanalton in Dolby Digital.

Dieses Verfahren hat im Unterschied zur bisherigen Zweikanalton-Praxis bei der Audiodeskription für den Zuschauer den Vorteil, dass der normale Programmton und das Zusatzangebot von jedem Digitalreceiver voneinander getrennt wiedergegeben werden und es zu keiner unbeabsichtigten Vermischung der Töne bei der Wiedergabe kommen kann.

Da mehrkanalige Tonübertragungen eine höhere Kapazität an Datenrate benötigen , wird speziell bei DVB-T mit seinen knapperen Datenraten die Kennung für die 3. PID erst etwa eine Stunde vor Beginn der Dolby Digital - Übertragung aufgeschaltet und danach auch wieder abgeschaltet.

Hinweise zur Aufzeichnung:

Wenn Sie die Zusatz-Audiodienste mit einem Festplattenreceiver, DVD-Rekorder oder Videorekorder aufzeichnen möchten, ist unbedingt darauf zu achten, dass die gewünschten Tonkanäle beim digitalen Receiver (Set-Top-Box) voreingestellt sind. Ist dies nicht der Fall, kann es passieren, dass die Tonkanäle nicht aufgezeichnet werden.


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