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TV-Zusatzsignale Audio-Zusatzdienste beim Fernsehen

Stand: 06.02.2020

Hörfilme: Action verbal

Hörfilme ermöglichen einen barrierefreien Zugang und Teilhabe am Programm für blinde und sehbehinderte Menschen: auf dem Audiodeskription (AD) - Tonkanal wird eine Mischung bzw. eine Kombination aus dem Filmton und einem beschreibendem Kommentar gesendet. Dabei beschreibt ein zusätzliche Stimme (Beschreiber*in) in den Dialogpausen, was im Film gerade passiert. Zum Beispiel: "Die Frau dreht sich um und läuft davon".

Die AD-Tonspuren werden über die klassischen Übertragungswege verbreitet. Der AD-Ton lässt sich am Fernseher oder Receiver anstelle des normalen Stereotons oder auch Dolby Digital auswählen. Auch online gibt es Hörfilm-Angebote, zum Beispiel die Podcastfolgen von Dahoam is Dahoam in der Hörfilmfassung, in dem Fall ohne das Video.

Mehrkanalton und Dolby Digital

Sendungen, die mit Dolby Digital - Ton 5.1. produziert sind, senden wir im BR Fernsehen und ARD-alpha mit diesem Audio-Zusatzangebot. Mehrkanalton sorgt für einen besonderen Raumklang (ähnlich wie im Kino) und kann zuhause über eine Surround-Anlage wiedergegeben werden: Dazu nötig ist ein Dolby Digital - Receiver sowie fünf Lautsprecher (Plazierung: vorne links, Mitte und rechts; seitlich hinten links und rechts) und ggf. ein Subwoofer für die tiefen Ton-Effekte.

Die fünf Rundum-Kanäle und der Effektkanal werden im Format Dolby Digital 5.1 ausgestrahlt. TV-Geräte mit nur zwei Lautsprechern generieren daraus automatisch einen Dolby 2.0 Downmix und geben diese wieder. In der Regel wird zusätzlich die speziell abgemischte Stereospur übertragen.

So wählen Sie einen Hörfilm oder Mehrkanalton aus

Gibt es verschiedene Tonangebote, können Sie am Fernseher Ihre Auswahl treffen. Standardmäßig sind am Fernseher der Stereoton oder der Dolby Downmix voreingestellt. Sobald Sie Ihr Gerät auf unsere Programme eingestellt haben, können Sie das gewünschte Zusatzangebot auf der Fernbedienung durch Drücken der Taste "Audio" oder "Sound" (oder ähnliche Bezeichnung) oder über das Bildschirmmenü auswählen.

Ob eine Sendung im BR Fernsehen und ARD-alpha einen Zusatz-Audiodienst enthält, können Sie in der Programmübersicht im Video-Text der Programme ab Seite 300 ff. (Kennung AD für Hörfilme oder Surround für Mehrkanalton) entnehmen.

Übertragung bei Hörfilmen und Mehrkanalton

Für die Zusatzangebote Audiodeskription und Mehrkanalton wird über Satellit und im Kabel folgendes Verfahren eingesetzt: Jede Ton-Variante verfügt über eine eigene Kennung, den "Packet Identifier" (PID). Dabei ist die 1. PID reserviert für den normalen Stereo-Ton, die 2. PID für die Audiodeskription und die 3. PID für den Mehrkanalton in Dolby Digital.

Dieses Verfahren hat den Vorteil, dass der normale Programmton und das Zusatzangebot von jedem Digitalreceiver voneinander getrennt wiedergegeben werden und es zu keiner unbeabsichtigten Vermischung der Töne kommt (im Unterschied zur früheren Zweikanalton-Praxis bei der Audiodeskription).

Mehrkanalige Tonübertragungen benötigen entsprechend mehr Datenrate als Stereokanäle. Sind die Kapazitäten knapp, wie bei DVB-T2 HD, ist für den Normal-Ton nur eine PID gebräuchlich: Deshalb wird in diesem Fall entweder der Mehrkanalton (falls eine Sendung darüber verfügt) oder der Stereoton mit dem Audiokodierverfahren AAC-LC übertragen. Das spart Datenrate ein. Dabei ist der DVB-T2 Receiver in der Lage aus dem mehrkanaligen Signal automatisch einen Stereoton für Fernseher mit zwei Lautsprecher zu generieren. Bei Hörfilmen gibt es für die Audiodeskription-Tonspuren (codiert mit HE AAC-v1) eine eigene PID.

Hinweise zur Aufzeichnung:

Möchten Sie die Zusatz-Audiodienste mit einem Festplattenreceiver, DVD-Rekorder oder Videorekorder aufzeichnen, müssen Sie darauf zu achten, dass die gewünschten Tonkanäle am digitalen Receiver (Set-Top-Box) voreingestellt sind. Ist dies nicht der Fall, kann es passieren, dass die gewünschten Tonkanäle nicht aufgezeichnet werden.


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