Bayern 2 - Zeit für Bayern


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Frühe Lebewesen erleben Paläontologisches Museum in München

Seit vor 200 Jahren die ersten Saurierknochen gefunden wurden, sorgt die Paläontologie immer wieder für Sensationen. Galt es anfangs noch als unglaublich, dass es diese Spezies überhaupt gegeben haben soll, ist es inzwischen die Fülle der unterschiedlichen Dinosaurier, die uns erstaunt. Ein besonderes Prachtexemplar ist der Brachiosaurus, einer der größten Pflanzenfresser, der jemals lebte - aber auf jeden Fall der mit den längsten Beinen!

Stand: 06.04.2014 | Archiv

Der Urelefant von Mühldorf | Bild: BR

Vom größten Skelett bis zu den kleinsten Knöchelchen - die Paläontologie ist dem Leben durch die Jahrmillionen auf der Spur. Und es sind nicht immer T-Rex, Riesenechsen oder Mammuts, die der Forschung zu großen Sprüngen verhelfen. Oft sind es klitzekleine Teilchen, die viel über die Urzeit zu erzählen haben: Millimetergroße Gehörknöchelchen gehören zu den zuverlässigsten Zeitzeugen.

Lügensteine

Doch auch steinerne Zeugen sind nicht immer zuverlässig. Die Geschichte der Fossilienforschung ist auch eine Geschichte der Fälschungen. Schon manch ein Paläontologe ist selbstgeschnitzten Fossilien auf den Leim gegangen. Und noch heute tauchen immer wieder wundersame Funde auf, die schnell von der Sensation zum wissenschaftlichen Flop werden.

Bayerns Urviecher besuchen

Dass Bayern zu seinen Frühzeiten die Heimat von zahlreichen Urviechern war, ist in der Paläontologischen und geologischen Staatssammlung in München dokumentiert. Dort kann man übrigens auch einen Abguss des Skeletts des Gomphotherium von Gweng ansehen. Dieser kolossale Ur-Elefant mit vier Stoßzähnen und einer imposanten Größe von drei Metern Schulterhöhe und fünf Metern Körperlänge wurde in der Nähe von Mühldorf gefunden und galt als Sensation. Aber auch der Fundort des UR-Elefanten kann man besichtigen. Ein beschilderter Wanderweg führt dorthin.

Urelefant, Urvögel und Dinosaurier anschauen Format: PDF Größe: 1,06 MB

Noch viel Arbeit für Paläontologen

Saurier-Forschern geht die Arbeit nicht aus: Schätzungen zufolge sind noch zwei Drittel aller Dinosaurier-Gattungen unentdeckt. Mindestens 1850 Arten der Urzeitechsen habe es gegeben, schätzen zwei amerikanische Wissenschaftler, bekannt seien jedoch bisher noch nicht einmal 600. Für ihre Schätzung nutzten die US-Forscher ein statistisches Verfahren, das sich auf die Häufigkeiten von Saurierfossilien stützt. Prognose: Wenn man in der derzeitigen Geschwindigkeit weitergräbt, wird die Menschheit in gut hundert Jahren 90 Prozent aller Saurier kennen.


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