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Treue Tiere Welche Tiere leben monogam?

Zusammen bis ans Lebensende - die große Liebe gibt es auch unter Tieren. Wussten Sie, dass Wölfe sich gegenseitig treu sind und Pinguine Fernbeziehungen führen? Diese Tiere leben monogam.

Stand: 19.07.2022

Zwei Schwäne bilden ein Herz | Bild: mauritius-images

Weißstorch

Störche bringen nicht nur die Kinder, sie sind auch vorbildliche Eltern, denn Mann und Frau sind ein Leben lang weitgehend treu. Wenn Störche im Frühling zurück nach Europa kommen, dann kehren sie immer an ihr altes Nest zurück. Sie sind nistplatztreu. Meistens trifft das Männchen zuerst am Horst ein, renoviert das Nest und wartet auf sein Weibchen. Sollte ein fremder Storch das vorjährige Nest besetzen, kommt es zu heftigen Kämpfen. Erreicht auch das Weibchen das heimische Nest, dann wird es mit einer Klapperzeremonie begrüßt. Das Männchen wirft dabei den Kopf weit in den Nacken.

Leider finden nicht alle Storchenpaare immer wieder zusammen. Manchmal ist ein anderes Storchenweibchen schneller und macht dem Männchen schöne Augen, auch dann kommt es zu heftigen Auseinandersetzungen. Manchmal verstirbt einer der Partner auf der Reise. Auch dann suchen sich Störche neue Lebensgefährten. Da Störche durchschnittlich acht bis zehn Jahre alt werden - manche sogar über 30 Jahre lang leben - kann es sein, dass die monogamen Tiere während ihres Lebens aus verschiedenen Gründen den Partner wechseln.

Weißstörche bleiben sich ein Leben lang treu.

Haben sich Storch-Mann und Storch-Frau jedoch im Frühling in ihrem Nest wiedergefunden, dann kommt es schon wenige Stunden nach Ankunft des Weibchens zur Paarung im Nest. Bei der Begattung balanciert das Männchen auf dem Rücken des stehenden Weibchens. Dabei werfen beide den Kopf zurück, dass der Scheitel den Rücken berührt, wodurch ein sehr lautes Klappern entsteht. Je älter die Störche und je länger sie zusammen sind, umso mehr Kinder bekommen sie. Durchschnittlich legt das Weibchen drei bis fünf Eier, die beide Partner gemeinsam ausbrüten. Nach etwa zwei Monaten verlassen die Jungvögel das Nest.

Haubentaucher

Haubentaucher führen eine monogame Saisonehe, das bedeutet, sie bleiben für einen Sommer treu. Das Besondere an Haubentauchern ist ihr Balzverhalten. Es setzt sich aus einer Reihe von ritualisierten Verhaltenselementen zusammen. Die Balz beginnt schon im Dezember. Noch in den Gebieten, wo Haubentaucher überwintern, fangen sie an, Paare zu bilden.

Haubentaucherpaar beim Balztanz

Am Anfang schwimmen die potentiellen Partner mit ausgestrecktem Hals aufeinander zu und geben dabei bellende Rufe von sich. Sind sie sich nahe genug, dann heben sie die Köpfe, spreizen ihre Kopffedern und erzeugen dabei tickende Laute. Besonders toll ist das sogenannte "Pinguin- Ritual", indem sich die Tiere aufrichten und zunächst schnell und dann immer langsamer ihre Köpfe schütteln. Oft haben die beiden Haubentaucher dabei Nistmaterial im Schnabel. Nach der Begattung beginnt das Paar mit dem Nestbau. Nachdem die Eier gelegt sind, brüten Weibchen und Männchen gemeinsam. Nach ca. 30 Tagen schlüpfen dann die Kleinen. Bis zu zehn Wochen lang werden sie von ihren Eltern geführt. Bei längeren Schwimmstrecken dürfen die Jungen auch auf dem Rücken der Mutter rasten. Sie können sogar unter den Flügeln der Eltern mit untertauchen.

Biber

Auch Biber leben monogam und sind ihrem Partner oder ihrer Partnerin ein Leben lang treu. Nur, wenn einer der Partner stirbt, sucht sich ein Biber einen neuen Gefährten oder eine Gefährtin. Ein Familienverbund besteht aus Eltern und ihren ein- und zweijährigen Kindern. Im Alter von zwei bis drei Jahren werden Biber geschlechtsreif und verlassen die Biberfamilie. Wenn es jedoch im Umkreis genug Platz für zwei Biberfamilien gibt, dann bleiben sie in der unmittelbaren Nachbarschaft der Eltern. Zwischen Januar und April paaren sich Biber unter Wasser. Und nach rund drei Monaten kommen zwei bis drei Junge zur Welt. Sie sind bei der Geburt schon voll behaart und können sehen. Nach sechs Wochen unternehmen die Kleinen Ausflüge in Begleitung der Eltern. Sie können zwar schon bei der Geburt schwimmen, müssen aber das Tauchen noch lernen. Leider ist die Jungensterblichkeit bei Bibern sehr hoch. Die Kleinen sind sehr anfällig für bakterielle Infektionen, werden von Fuchs, Marder, streunenden Hunden und Greifvögeln gerissen oder ertrinken bei dem Versuch, in die Biberburg zurückzutauchen. So erreichen nur ca. 20 bis 50 Prozent das zweite Lebensjahr.

Wölfe

Ein Wolfspaar im Winter.

Wölfe leben in sozial organisierten Gruppen, im sogenannten Rudel, bestehend aus Mutter, Vater und Kindern. Die Eltern, Rüde und Fähe, führen eine monogame Partnerschaft, sind gemeinsam das Oberhaupt des Rudels und bleiben ein Leben lang zusammen. Nach zweimonatiger Tragezeit kommen Anfang Mai die kleinen Wolfswelpen zur Welt. In ihrem ersten Lebensjahr sind die Welpen auf die volle Fürsorge der Eltern angewiesen. Jugendliche Wölfe, sogenannte Jährlinge, sind ein bis zwei Jahre alt, noch nicht geschlechtsreif und leben deshalb mit im Rudel und helfen bei der Aufzucht der Kleinsten mit. Sobald die Wölfe geschlechtsreif sind und eine eigene Familie gründen wollen, verlassen sie in der Regel das elterliche Territorium. Für sie beginnt die große Suche nach einem Partner und einem eigenen Revier. Dafür wandern Wölfe oft viele hundert Kilometer weit. In der Regel werden Wölfe in der Wildnis sechs bis acht Jahre alt.

Pinguine

Pinguine leben in einer Art Fernbeziehung, denn sie sind fast nie gemeinsam an einem Ort. Jedes Jahr wartet das Männchen am Nest auf seine Partnerin. Wenn sie sich wiedergefunden haben, findet die Befruchtung statt. Wenn der Partner umgekommen ist oder einfach zu spät ans Nest zurückkommt, sucht sich der andere einen neuen Partner. Sollte der verspätete Partner dann doch erscheinen, wird oft der neue Partner vertrieben und das alte Paar brütet zusammen. Nur wenn die Küken nicht gesund sind und nicht erfolgreich aufgezogen werden können, dann trennen sich Pinguinpaare manchmal.

Kaiserpinguine legen jedes Jahr nur ein Ei.

Das Pinguinweibchen legt die Eier und übergibt diese sofort dem Mann. Danach geht das Weibchen fischen. Zwischen ein bis 60 Tagen ist das Weibchen unterwegs und löst danach das Männchen ab, welches sich dann hungrig auf Nahrungssuche begibt. So wird das Ei permanent bewacht, bis nach 32-68 Tagen die Küken schlüpfen, die dann von den Eltern abwechselnd gefüttert werden. Dafür würgen Pinguine kleine Portionen Fisch, Krebse und Tintenfische hoch. Wenn die Kleinen groß genug sind, schließen sie sich in Gruppen zusammen. Ingesamt sind Pinguine sehr gesellige Tiere. So findet auch die Eiablage, Brut und die weitere Aufzucht der Jungen bei vielen Arten synchron in großen Brutkolonien statt.

Höckerschwan

Auch der Höckerschwan liebt Gesellschaft, deshalb leben Junggesellen oft in Gruppen zusammen. In den ersten beiden Jahren seines Lebens turtelt der Schwan mit verschiedenen Partnern. Erst ab dem dritten oder vierten Lebensjahr suchen sich Schwäne einen festen Partner. Sobald Mann und Frau einmal miteinander gebrütet haben, besteht eine feste Ehegemeinschaft, die absolut monogam gelebt wird.

Im März jeden Jahres paaren sich Schwäne. Das Männchen sucht einen geeigneten Ort für das Nest und beginnt mit dem Nestbau. Das Weibchen schließt sich dem irgendwann an und legt dann sechs bis acht Eier. Anfangs brütet auch das Männchen, später übernimmt diese Aufgabe das Weibchen. Nach 36 bis 40 Tagen schlüpfen die Küken. Von jetzt an werden die Kleinen von der Mutter betreut, da der Vater immer flugbereit zur Verteidigung des Reviers sein muss. Mit etwa 4 bis 5 Monaten lernen die jungen Höckerschwäne fliegen. Nun können sie mit den Eltern auf Futtersuche gehen. Die Schwanenfamilie lebt lange so zusammen. Bis zu 9 Monate bleiben die Jungtiere bei ihren Eltern, solange, bis sie vom Vater vertrieben werden.


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