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Marienkäfer Wie locke ich Marienkäfer in meinen Garten?

Rot mit schwarzen Punkten, einen Marienkäfer erkennt man sofort. Die kleinen Glückskäfer sehen nicht nur hübsch aus, sie sind echte Helfer im Garten. Und auch ihre Larven!

Stand: 03.06.2022

Marienkäfer auf grünem Hintergrund | Bild: mauritius-images

So fühlen sich Marienkäfer in Ihrem Garten wohl

Marienkäfer in den eigenen Garten zu locken ist gar nicht schwer. Sobald Sie auf chemische Pflanzenschutzmittel verzichten, werden sich Blattläuse einfinden und wenige Tage später sind auch Marienkäfer da. Sie kümmern sich um Ihr Blattlausproblem. Sie können den Marienkäfern auch in Ihrem Garten Überwinterungsplätze anbieten. Dafür eignen sich Laubhaufen und Totholzecken. Auch Botaniker Andreas Fleischmann weist darauf hin, dass man das ganze Jahr über den heimischen Marienkäfer unterstützen kann:

"Schaffen Sie artenreiche Lebensräume im eigenen Garten. Verwenden Sie keine Gifte gegen Blattläuse, denn ohne Blattläuse gibt es keine Marienkäfer, Schwebfliegen und andere Blattlausfresser."

Andreas Fleischmann, Botanische Sammlung München

Was fressen Marienkäfer

Ihren Namen haben die Käfer von der Jungfrau Maria.

Laut Bund Naturschutz frisst ein Marienkäfer 100 bis 150 Blattläuse pro Tag. Marienkäfer fressen aber auch Spinnmilben, Wanzen, Fransenflügler, Käfer- und Blattwespenlarven. Weil die Käfer Schädlinge fressen und deswegen so nützlich sind, heißt der Marienkäfer auch Marienkäfer. Früher glaubte man, die Käfer seien ein Geschenk der Jungfrau Maria und benannte sie deswegen nach dieser.

Gibt es zu wenig Blattläuse, dann stellen sich manche Marienkäfer-Arten einfach auf vegetarische Nahrung um. Sie fressen dann Pollen und Früchte, bis es wieder genug andere Nahrung gibt.

Marienkäfer Larve

So sieht die Larve eines Siebenpunkt-Marienkäfers aus

Auch die Larven des Marienkäfers haben Blattläuse zum Fressen gern. In den drei Wochen bis zur Verpuppung frisst eine Larve zwischen 400 und 600 Blattläuse. Deswegen sollten Sie sich freuen, wenn sie die schwarzen bis grauen Gesellen, die ein wenig urzeitlich aussehen, im Garten haben - in wenigen Wochen wird aus ihnen ein schöner Marienkäfer, der weiterhin die Blattläuse in Ihrem Garten frisst.

Was bedeuten die Punkte auf dem Panzer des Marienkäfers?

Die Punkte auf dem roten Panzer zeigen nicht das Alter der Käfer an, sondern die Marienkäferart. Am weitesten verbreitet in Deutschland ist der Siebenpunkt-Marienkäfer. Er ist leicht zu erkennen: Je drei schwarze Punkte sitzen bei ihm auf den beiden Deckflügeln, der siebte liegt in der Rückenmitte am Übergang vom Hals zum Rücken.
"Alleine in Europa leben circa 250 verschiedene Marienkäfer-Arten. Einige davon werden mehrere Monate alt, von einigen Arten gibt es mehrere Generationen pro Jahr, die dann auch überwintern", sagt Andreas Fleischmann von der Botanischen Sammlung in München. Heimische Arten sind zum Beispiel der Zweipunkt-Marienkäfer, der Schildlaus-Marienkäfer, der Kopf-Vierpunkt-Marienkäfer und der gelbe Sumpfmarienkäfer mit 13 schwarzen Punkten. Die meisten Punkte, nämlich 24, hat der Luzerne-Marienkäfer, der auch einfach Vierundzwanzigpunkt genannt wird.

Wie giftig sind Marienkäfer

Haben Sie schon einmal einen Marienkäfer über Ihre Hand krabbeln lassen? Manchmal sondern die Käfer eine gelbliche Flüssigkeit ab. Das machen sie immer dann, wenn sie sich bedroht fühlen. Das gelbe Sekret kommt aus den Poren in der Gelenkhaut. Es riecht sehr streng und ist giftig für andere Tiere. Dem Menschen schadet das Sekret nicht. Aber natürliche Feinde, wie Ameisen, Laufkäfer und Raubwanzen werden von dem Gestank in die Flucht geschlagen. Biologen nennen diesen Vorgang "Reflexbluten". Übrigens: Heimische Vogelarten, Mäuse oder Eidechsen mögen die roten Käfer grundsätzlich nicht sehr gerne, da sie extrem bitter schmecken.

Das Marienkäfer-Jahr

Je nach Art legt ein Marienkäfer 200 bis 2000 Eier im Frühjahr.

Marienkäfer kleben ihre kleinen gelben Eier im Frühjahr an Zweige, in Baumritzen und auf Blattunterseiten. Nach etwa einer Woche schlüpfen daraus Marienkäferlarven. Diese sehen je nach Marienkäferart ganz verschieden aus. Die Larven des Siebenpunktkäfers sind schwarz und wechseln nach mehreren Häutungen ihre Farbe zu grau mit gelben oder orangen Punkten. Wenn die Larven genügend Blattläuse verspeist haben, dann verpuppen sie sich. Aus diesen Puppen schlüpfen dann die fertigen Marienkäfer. Diese sind anfangs noch ganz gelb. Die rot-schwarze Farbe bekommt der Käfer erst beim Aushärten der Flügeldecken nach einigen Stunden. Im Herbst suchen die Tiere dann gemeinsam ein Winterquartier.

Asiatischer Marienkäfer

Vor allem im Herbst kann man die roten Käfer zu großen Scharen an Hauswänden sitzen sehen. Dabei handelt es sich meist um den aus Asien stammenden Harlekin-Marienkäfer Harmonia axyridis. Diese Art kann hellorange bis dunkelrot werden und hat deutlich mehr Punkte als beispielsweise der heimische Siebenpunkt-Marienkäfer. Er ist der bekannteste Marienkäfer in Deutschland und wird von Biologen Coccinella septempunctata genannt.

Der asiatische Harlekin-Marienkäfer frisst die Laven der heimischen Marienkäfer und wird deshalb immer mehr zum Problem.

Der Harlekin wurde anfangs im gewerbsmäßigen Gartenbau gezielt zur biologischen Schädlingsbekämpfung in Gewächshäusern eingesetzt. Vor ein paar Jahren gelangte er dann in die freie Natur und da sich der Harlekin-Marienkäfer sehr schnell vermehrt, ist er an manchen Orten sogar häufiger zu entdecken als der heimische Marienkäfer. Das Problem: Der Harlekin frisst nicht nur Blattläuse, sondern auch die Larven der heimischen Marienkäfer und Schwebfliegen. Zusätzlich bringt er Parasiten mit, gegen die unsere heimischen Käfer nicht gewappnet sind, erklärt Andreas Fleischmann.

Warum gibt es im Herbst so viele Marienkäfer?

Auch wenn die Marienkäfer manchmal durch offene Fenster fliegen, suchen sie in der Wohnung eigentlich gar keinen Platz für den Winterschlaf, sie haben sich nur verirrt. Laut Bund Naturschutz ist die dauernde Wärme und Heizungsluft nicht ideal für Marienkäfer, denn dann fallen sie eben nicht in die Winterstarre. Sie brauchen mehr Energie als normal, finden aber in den Wohnungen zu wenig Nahrung. Deshalb ist es wichtig, dass Sie einen Marienkäfer wieder der Kälte aussetzen, damit dieser seinen Rhythmus wieder findet.

Marienkäfer in der Wohnung

Ein ganz einfaches Mittel sind Fliegenschutzgitter. Sie können aber auch Lorbeerblätter, Vanillestangen oder Lavendelöl auf Ihre Fensterbank legen. Marienkäfer mögen all diese Gerüche nicht und bleiben ihnen deshalb fern.

Wenn die Käfer schon in der Wohnung sind, dann können Sie diese vorsichtig mit einem Handfeger einsammeln und draußen wieder aussetzen. Bei größeren Ansammlungen hilft der sogenannte Sockentrick: Nehmen Sie eine alte Socke und stülpen Sie diese über das Staubsaugerrohr. Der Rest der Socke wird locker in die Öffnung geschoben. Saugen Sie so alle Käfer auf der niedrigsten Stufe ein. Nun können Sie die Socke abziehen und die Marienkäfer im Garten aus der Socke befreien.

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Marienkäfer im Winter

Marienkäfer verbringen die kalte Jahreszeit am liebsten in Hohlräumen, wie Mauerritzen, Astlöchern oder Dachsparren, unter Steinen, Rinden, Laub oder im Moos. Im passenden Versteck fallen sie in eine Winterstarre.

"Die Tiere fahren den Stoffwechsel nahezu auf Null herunter und zehren von den Reserven, die sie sich angefressen haben. Als wechselwarme Tiere verbrauchen sie zur kalten Jahreszeit kaum Energie, denn ihre Körpertemperatur entspricht der Umgebungstemperatur - bei Minusgraden frieren sie durch."

Andreas Fleischmann, Botanische Sammlung München

Durch natürliche Frostschutzmittel im Blut gefrieren die Käfer allerdings nicht. In ihrem Winterversteck sind die Marienkäfer nie alleine, sie sammeln sich im Herbst an einem gemeinsamen Ort und wärmen sich während des Winters gegenseitig.

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Marienkäfer in der Wohnung🐞 So einfach war Leben retten selten: Marienkäfer raustragen = ganz gutes Karma 🐞Posted by BAYERN 1 on Saturday, 17 October 2020


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