Bayern 1


8

To-do-Listen erstellen Wer Listen schreibt, entspannt sich

Wer To-do-Listen schreibt, hat weniger Stress? Kann das sein? Wenn wir zukünftige Aufgaben konkret auf eine Liste schreiben, beruhigt uns das. Und besser schlafen können wir auch. So funktioniert's ...

Stand: 11.01.2018

Frau im Schlafanzug schreibt Liste. | Bild: colourbox.com

Eine neue Studie aus den USA beweist: Wer abends im Bett eine To-do-Liste für den nächsten Tag schreibt, entspannt sich und schläft schneller ein. Das Team um den Forscher Michael Scullin an der Baylor Universität in Waco (Texas) ließ eine Gruppe Testpersonen abends im Bett eine To-do-Liste schreiben, die andere Testgruppe sollte aufschreiben, was sie den Tag über geschafft und erledigt hatten.

To-do-Liste schreiben, schneller einschlafen

Das Ergebnis: Die Probanden, die die To-do-Liste schrieben, schliefen deutlich schneller ein als diejenigen, die eine Erfolgsbilanz des Tages zu Papier bringen sollten. Erstaunliches Detail: Je konkreter die Listenschreiber ihre Aufgaben formulierten, desto schneller entspannten sie sich und schlummerten ein. Bei der anderen Gruppe trat der gegenteilige Effekt auf: Je detailreicher sie die Erlebnisse des Tages niederschrieben, desto später fanden sie in den Schlaf.

Warum wir To-do-Listen lieben

Bayern 1-Expertin Dr. Bärbel Wardetzki erklärt, warum wir so gerne Aufgabenlisten anlegen und uns das sogar entspannt:

"Wenn wir Ordnung in ein großes Problem bringen, tut das unserem Organismus gut. Alles, was ein Problem kleinhackt, beruhigt uns. Wenn wir es also zu Papier bringen, ist es schon mal raus, ein Stück weit von uns distanziert und wir können es von Weitem, quasi neutral betrachten."

Dr. Bärbel Wardetzki, Psychologin

Wir können grundsätzlich ganz schwer Unfertiges mit uns rumtragen. Ein offenes Problem oder ein offener Konflikt belasten uns sehr und wir müssen ständig daran denken.

Formulieren wir unsere zu erledigenden Aufgaben, sind diese zwar noch lange nicht erledigt, aber wir sind gefühlt schon einen Schritt weiter gekommen. Und das entstresst uns.

Die optimale To-do-Liste

Abhaken entspannt.

Je konkreter, desto besser: Wir schreiben nicht "Steuererklärung machen" auf die Liste, sondern die verschiedenen konkreten Schritte: Belege zusammenstellen, Termin beim Steuerberater vereinbaren, Steuererklärung zur Post bringen.

Das Wichtigste zuerst: Wir sollten genau überlegen, was wichtig ist und welche Punkte sich eventuell verschieben lassen. Die Bewerbungs-E-Mail ist wichtiger als das private Telefonat zum Beispiel.

Weniger ist mehr - auch bei einer To-do-Liste: "Wichtig ist, dass unsere Liste nicht überfrachtet ist. Sechs bis sieben Punkte sind noch ganz gut wahrnehmbar, bei 14 Punkten wird es schon schwieriger", so Bärbel Wardetzki.

Abhaken und streichen - das ist das Tollste an To-do-Listen. Und: Danach sollten wir uns selbst loben, wie gut wir alles erledigt haben. Das wirkt ungemein entspannend.


8