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Taubenschwänzchen Der Kolibrifalter aus dem Süden

Vielleicht haben Sie auch schon einmal gedacht, Sie hätten in Ihrem Garten einen Kolibri entdeckt. Dann haben Sie sehr wahrscheinlich das hübsche Taubenschwänzchen im Garten gehabt.

Published at: 22-5-2024

Taubenschwänzchen an einer Pflanze | Bild: mauritius images / Klaus Wagenhäuser / imageBROKER

Durch seinen gut drei Zentimeter langen Saugrüssel und seinen wendigen und schnellen Flug wird der Falter häufig mit einem Kolibri verwechselt. Eigentlich stammt das Taubenschwänzchen aus dem Mittelmeerraum, doch immer häufiger wird der Schmetterling, in unseren Breitengraden gesichtet. Das Taubenschwänzchen hat seinen Namen von den zwei Haarbüscheln am Hinterleib, die ein wenig Taubenfedern ähneln. Es ist übrigens trotz seines Saugrüssels und seiner Größe völlig friedfertig und harmlos.

Welche Pflanzen mag das Taubenschwänzchen?

Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) gibt an, dass Taubenschwänzchen einen Faible für Blüten mit langen Blütenkelchen hat. Mit seinem verlängerten Saugrüssel fällt es ihm besonders leicht an den Nektar zu gelangen. Auf seiner Speisekarte stehen deshalb Geranien, Lichtnelken, Phlox und Sommerflieder. Wer diese Pflanzen im Garten hat, hat gute Chancen den Falter zu entdecken.

Ganz dem Kolibri gleich schwirrt das Taubenschwänzchen von Blüte zu Blüte und tankt im "Stehflug" Nektar. Laut NABU müsse der Falter so agieren, da sonst seine Flugmuskulatur auskühlen würde. Eigentlich ist das Tierchen nachtaktiv, doch es ist auch morgens und abends unterwegs. Sogar dem Regen trotzt der Wanderfalter.

Über 100 Blüten schafft das Taubenschwänzchen in fünf Minuten

Durch seinen Schwirrflug schafft das Taubenschwänzchen gut 100 Blüten in fünf Minuten. Und auch flugtechnisch ist der Falter ein ausdauerndes Tier: Taubenschwänzchen können bis zu 2.000 Kilometer zurücklegen. Seit rund 20 Jahren überwintern die Taubenschwänzchen auch bei uns in Deutschland, so der NABU.

Das Taubenschwänzchen - erst seit kurzem in unseren Gärten unterwegs

Eigentlich liegt die Heimat des Taubenschwänzchens, wie eingangs erwähnt, im Mittelmeerraum. Doch seit kurzem werden die faszinierenden Wanderfalter auch in unseren Breitengraden gesichtet. Meist kann man bereits im späten Frühjahr die ersten Taubenschwänzchen in bayerischen Gärten entdecken. Sie wurden sogar schon in 2.500 m Höhe in der Schweiz gesichtet.

Taubenschwänzchen

Wer ein Taubenschwänzchen bei sich entdeckt, kann das gerne dem Naturschutzbund Deutschland melden. Unter Naturgucker.de freut sich der NABU über Ihre Beobachtungen.

Blaue Couch Podcast: Dieser Schmetterling braucht Weidetiere

Hören Sie in unserem Blaue Couch Podcast, wie Naturfilmer Jan Haft sich für einen Film auf die Suche nach einem ganz besonderen Schmetterling begab - dem Orangeroten Heufalter, der auch den Namen Regensburger Gelbling trägt.

https://www.ardaudiothek.de/episode/blaue-couch/jan-haft-naturfilmer-ueber-seine-bayerischen-wasserbueffel/bayern-1/12568005/

Und hier brechen wir eine Lanze für ein nicht ganz so possierliches Tierchen: Die Hauswinkelspinne - sie ist harmlos UND nützlich!


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