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Päonien Pfingstrosen - jetzt ist Pflanzzeit

Jetzt vermehren oder pflanzen! Hier erfahren Sie von unserer Gartenexpertin alles rund um die Pfingstrose: Wo sie sich wohlfühlt, wie man sie vermehrt und wie man ihre Blütenpracht lange erhält.

Stand: 30.09.2019

Roserote Pfingstrosenblüte | Bild: mauritius-images

Gärtner unterscheiden zwischen Strauch- und Staudenpfingstrosen. Strauchpfingstrosen werden auch Bauernpfingstrosen oder Chinesische Pfingstrosen genannt. Die Triebe der Sträucher verholzen und bleiben den Winter über erhalten. Sie werfen nur die Blätter ab, erklärt BAYERN 1 Pflanzenexpertin Karin Greiner. Die Strauchpfingstrose kann bis zu zwei Meter hoch werden.

Staudenpfingstrosen werden bis zu einem Meter groß und haben Triebe, die weich bleiben und niemals verholzen. Die Staudenpfingstrosen sterben im Winter oberirdisch komplett ab. Die Pflanzen überwintern nur mit ihrem Wurzelstock. Erst im Frühjahr treiben sie neu aus dem Boden. Beide Sorten haben eine relativ kurze Blühzeit. Zwischen Mai und Juni blühen die großen Blüten nur ca. zwei Wochen lang auf.

Der beste Standort für Pfingstrosen

"Pfingstrosen können bis zu 50 bis 100 Jahre alt werden. Damit zählen sie zu den Blumen mit der höchsten Lebenserwartung."

Karin Greiner, BAYERN 1 Pflanzenexpertin

Wählen sie daher den Standort ihrer Pfingstrose im Garten sorgfältig aus, denn die Pflanzen wollen ungestört wachsen und vertragen das Umpflanzen grundsätzlich nicht so gut. Pfingstrosen haben es gerne warm und windgeschützt und trotzdem gut belüftet. Allerdings stehen Sie nicht gerne in der prallen Sonne. Stattdessen bevorzugen sie das Sonnenlicht ein wenig gefiltert, beispielsweise im Schatten eines Laubbaums. Sie können die Pfingstrose auch an einen Ort pflanzen, an dem sie die überwiegende Zeit eines Tages in der Sonne steht und nur wenige Stunden Schatten hat.

Die Wurzeln der Pfingstrose wachsen sehr tief. Suchen Sie in Ihrem Garten eine Stelle mit tiefen, nährstoffreichen, feuchten, wasserdurchlässigen Boden. "Am besten wäre ein durchlässiger Lehmboden, nicht zu sandig, nicht zu schwer", erklärt Greiner. Die Pfingstrosen mögen die Gesellschaft von kleineren Pflanzen wie Eisenhut, Bartnelken, Rittersporn oder Fingerhut. Kleine Vielblüher, wie Vergissmeinnicht oder andere Stauden haben sie eher ungerne um sich herum.

Pfingstrosen im Herbst pflanzen

"Pflanzen Sie eine neue Pfingstrose im Herbst, damit sie in der noch warmen Erde gut einwurzeln kann und im nächsten Jahr gleich gut durchstartet", so Karin Greiner. Rechnen Sie pro Pflanze mindestens ein bis zwei Quadratmeter Platz ein. Graben Sie ein großzügiges Pflanzloch, füllen Sie als Drainageschichte etwas Kies oder Sand ein (ca. 10 cm) und setzen den Wurzelstock darauf. Staudenpfingstrosen nicht zu tief einpflanzen, sondern ebenso hoch wie vorher im Topf. Der Wurzelstock sollte 2 - 3 Finger breit unter der Erde liegen. Strauchpfingstrosen werden möglichst tief eingesetzt, damit die Veredelungsstelle gut eine Handbreite unter der Erdoberfläche liegt.

Wichtig: Wo schon vorher eine Pfingstrose stand, sollten Sie keine Neue einsetzen. Der Boden dort ist ausgelaugt. Leider hilft es auch nicht, die Erde auszuheben und mit frischer Erde zu ersetzen, da die Pfingstrose so tief wurzelt. Suchen Sie lieber einen neuen Ort.

Kann man Pfingstrosen umpflanzen?

Leider mag es die Pfingstrose gar nicht, wenn man sie umpflanzt. Grundsätzlich sind die Pfingstrosen Pflanzen, die gerne und lange am selben Ort stehen. Pflanzen Sie sie deshalb nur an einen anderen Ort, wenn die Pflanze an ihrem alten Standort an Vitalität und Blühkraft nachlässt.

Am richtigen Standort sind Pfingstrosen sehr pflegeleicht. Bringen Sie im Frühjahr nach dem Austrieb ein paar Staudenstützen an, damit die schweren Blüten Halt finden und düngen Sie die Pflanze mit reifem Kompost. Strauchpfingstrosen brauchen im Frühjahr einen Rückschnitt. Sobald Ihre Staudenpfingstrose verblüht ist, schneiden Sie diese einfach unterhalb der Blüte ab. Die Blätter bleiben jedoch dran.

Pfingstrosen vermehren

Falls die Pfingstrosen aber doch einmal weichen müssen, dann sollte man gleich auch verjüngen, also die Wurzelstücke durch Teilen vermehren.

September und der frühe Oktober sind die ideale Zeit, um Pfingstrosen zu vermehren. Schneiden Sie zunächst die bereits vergilbenden Blätter ab, damit Sie eine gute Sicht auf den Wurzelbereich der Staude haben. Stechen Sie dann mit einem scharfen Spaten den Wurzelballen der Mutterpflanze großzügig aus. Je mehr der fleischigen Speicherwurzeln dabei erhalten bleiben, desto mehr Vermehrungsmaterial haben Sie anschließend. Wenn der Ballen komplett gelöst wurde, ziehen Sie ihn an den Stängeln aus der Erde oder heben ihn mit dem Spaten heraus.

Das Teilen der Pfingstrose erfordert Fingerspitzengefühl

Das Teilen der ausgegrabenen Pfingstrose erfordert etwas Sachverstand: Bauern-Pfingstrosen besitzen sogenannte schlafende Augen an den Speicherwurzeln, aus denen sie nach dem Teilen wieder austreiben. Hier können Sie also nicht viel falsch machen, denn auch aus kleineren Speicherwurzel-Stücken wachsen in der Regel zuverlässig neue Pfingstrosen heran.

Vorsicht beim Teilen der Edel-Pfingstrose

Etwas vorsichtiger müssen Sie bei den Edel-Pfingstrosen vorgehen. Sie treiben nur aus den bereits angelegten roten Triebknospen aus, die man meist in der Nähe der Stängelansätze findet. Achten Sie darauf, dass jedes Teilstück mindestens eine, besser zwei dieser Triebknospen besitzt und setzen Sie die geteilten Wurzelstücke wieder in die Erde. Verzichten Sie auf eine Neupflanzung am alten Standort der Mutterpflanze. Die Gefahr ist groß, dass es hier sonst zu Bodenmüdigkeit und sogenannten Nachbau-Krankheiten kommt.

Wenn selbst vermehrte Pfingstrosen auch nach ein paar Jahren im Frühling keine einzige Blütenknospe öffnen, liegt das fast immer in einer zu tiefen Pflanzung. Die gut sichtbaren Triebknospen auf der Oberseite der fleischigen Speicherwurzeln sollten höchstens einen Zentimeter hoch bedeckt sein, so BAYERN 1 Gartenexpertin Karin Greiner.

Das Blütenphänomen

Wenn Sie eine Pfingstrose zuhause haben, dann kennen Sie dieses Phänomen: Manche Blüten schließen sich abends und andere bleiben die ganze Nacht lang geöffnet. Beide Blüten wachsen jedoch an derselben Pflanze. Warum ist das so? Solange die Blüte noch nicht bestäubt ist, schließt sie sich, wenn es dunkel wird, um den wertvollen Blütenstaub vor der nächtlichen Kühle und Feuchtigkeit zu schützen, so BAYERN 1 Gartenexpertin Karin Greiner. Erst wenn sie bestäubt wurde und Samen ansetzt, bleiben die Blüten offen.

Pfingstrosen in der Vase

Die großen, üppigen Blüten der Pfingstrose sind eine wunderschöne Tischdekoration im Frühling. Wenn Sie die Blüten in eine Vase stellen, dann gibt es einige Dinge zu beachten:

Nicht alle Pfingstrosen eignen sich gleichermaßen als Schnittblumen – dicht gefüllte Pfingstrosen, die keine Früchte mehr bilden können, halten sich in der Vase am längsten. Zudem duften nicht alle Pfingstrosen gut. Es gibt durchaus Sorten, die eher medizinisch, seifig oder ranzig riechen, weil sie Käfer als Bestäuber anlocken wollen, die eher auf für uns unangenehme Gerüche reagieren. Riechen Sie also vorher an den Blüten bevor Sie sich die Pfingstrosen ins Zimmer holen.

Wenn Sie die Blüten im eigenen Garten abschneiden, dann tun Sie das am besten am frühen Morgen. Entscheiden Sie sich für Stängel mit Knospen. Dabei ist es wichtig, dass die Knospe nicht mehr ganz grün ist, die Blütenfarbe sollte schon erkennbar sein, denn nur dann blüht die Knospe in der Vase auf. Entfernen Sie die Blätter der Pfingstrose, damit die Pflanze mehr Kraft und Stabilität im Stiel bekommt.

Stiele frisch mit scharfem Messer anschneiden und sofort in lauwarmes Wasser stellen. Karin Greiner empfiehlt die Pfingstrosen als Schwimmblüten zu verwenden, denn so halten sich Schnitt-Pfingstrosen am längsten. Schneiden Sie dazu die Stängel sehr kurz und legen Sie die Blüten in einer großen Schale mit Wasser.


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