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Löwenzahn So gesund ist Löwenzahn

Im Frühling sprießt er auf allen Wiesen – der Löwenzahn. Löwenzahn ist mit seinen strahlend gelben Blüten nicht nur schön, sondern auch essbar und sehr gesund. Anwendungstipps und Rezeptideen mit Löwenzahn.

Stand: 20.04.2022

Eine Kinderhand hat Löwenzahn gepflückt | Bild: mauritius images

Wie sieht Löwenzahn aus?

Löwenzahn (Taraxacum officinale) gehört zur Familie der Korbblütler. Von April bis Juni blüht er überall in Bayern. Man erkennt den Löwenzahn an seinen länglichen, gezackten Blättern und den leuchtend gelben Blüten. Die Pflanze wird bis zu 50 Zentimeter hoch. Der Stängel hat keine Blätter, ist innen hohl und setzt einen weißen Milchsaft frei, sobald man ihn durchschneidet. Die Löwenzahnwurzeln sind sehr kräftig, schwarzbraun und rübenartig. Im Sommer verwandelt sich der Löwenzahn in eine Pusteblume mit vielen kleinen Schirmchen, die sich mit je einem Samen vom Stängel lösen.

Kann man Löwenzahn essen?

Die gesamte Pflanze ist essbar. Blüte, Blätter und Wurzeln werden sogar als Arznei verarbeitet. Löwenzahn kann als Tee, Saft, Pesto, Marmelade und Salat zubereitet werden. Frisch gepflückter Löwenzahn ist genauso essbar, wie die getrockneten Blüten, Blätter und Wurzeln.

Inhaltsstoffe - Löwenzahn

Auch die Wurzel des Löwenzahns enthält viele wertvolle Inhaltsstoffe.

Löwenzahn enthält selten vorkommende Bitterstoffe, sogenannte Triterpene, Sterole, Flavonoide und Cumarine. Vor allem in der Wurzel stecken viele Carotinoide, Zucker, Inulin und verschiedene Vitamine wie C, E, und Vitamin B. Die Blätter und Blüten sind reich an Mineralstoffen, wie Kalium und Spurenelementen, wie Zink und Kupfer. Durch diese Inhaltsstoffe ist Löwenzahn verdauungsfördernd, appetitanregend und harntreibend.  

Ist Löwenzahn gesund?

Löwenzahn fördert die Verdauung und regt den Appetit an. Die Bitterstoffe in der Pflanze bewirken, dass unser Körper mehr Speichel und Magensäure produziert. Gleichzeitig werden Verdauungshormone und –enzyme freigesetzt und die Gallentätigkeit angekurbelt. Löwenzahn steigert dadurch auch die Blasen- und Nierenfunktion. Die Bitterstoffe der Pflanze wirken zudem harntreibend und sanft abführend. Durch die entschlackende Wirkung wird Löwenzahn auch zur Vorbeugung von Nierengrieß und Nierensteinen angewandt.

Nebenwirkungen von Löwenzahn

Wurzel, Blüten und Blätter sind essbar. Durchs Trocknen werden sie haltbar.

Wer auf Korbblütler wie Arnika, Ringelblume oder Kamille allergisch reagiert, sollte auch mit Löwenzahn vorsichtig sein. Durch die Bitterstoffe können vereinzelt auch Magenbeschwerden auftreten. Wenn Sie eine Gallenblasenentzündung, Gallensteinleiden oder einen Gallengangs- oder Darmverschluss haben, sollten Sie Löwenzahn nicht zu sich nehmen und einen Arzt aufsuchen. Auch bei Nierenerkrankungen sollte man auf die Heilpflanze verzichten.

Der Saft des Löwenzahns ist nicht giftig

Der weiße Milchsaft, der sich im Stengel und in den Blättern befindet, ist entgegen mancher Gerüchte nicht giftig. Allerdings enthält die Milch den Stoff Taraxacin. Dieser kann bei übermäßigen Verzehr zu Bauchschmerzen und Übelkeit führen. Sollten diese Nebenwirkungen auftreten, dann trinken Sie viel Wasser. Das bringt den Stoffwechsel in Schwung und spült den Stoff wieder aus.

Löwenzahn sammeln

Da Löwenzahn überall wächst, sollten Sie nicht lange suchen müssen, bis Sie einen finden. Achten Sie darauf, dass die Löwenzahnpflanze noch keine Blütenansätze ausgebildet hat, denn dann haben Blätter und Wurzeln einen bitteren Geschmack. Blüten und Blätter sind sehr leicht zu ernten. Die Wurzeln allerdings stecken tief und fest in der Erde. Da hilft ein Unkrautausstecher oder ein altes Messer. Reinigen Sie die Pflanze nach dem Pflücken unter fließendem Wasser gründlich.

Löwenzahnflecken entfernen

Beim Sammeln vom Löwenzahn kommen Sie unweigerlich mit dem weißen milchigen Saft der Stängel und Blätter in Berührung. Der Saft hinterlässt auf der Haut, aber auch auf der Kleidung lästige bräunliche Flecken, sobald er antrocknet. Ein klassisches Hausmittel gegen Löwenzahn auf der Kleidung ist herkömmliche Butter, denn Fett löst die Farbstoffe. Butter einfach auf dem Fleck verteilen, kurz einwirken lassen und danach wie gewohnt waschen.

Löwenzahn Rezepte

Löwenzahn-Tee

Löwenzahntee lässt sich sowohl aus den Blüten, aber auch aus den Blättern herstellen.

Für eine Tasse Löwenzahntee brauchen Sie ein bis zwei Teelöffel geschnittene Löwenzahn-Blätter oder Blüten. Gießen Sie diese mit einem Viertelliter kaltem Wasser auf. Bringen Sie alles zum Sieden und lassen Sie die Mischung eine Minute lang kochen. Nach zehn Minuten Blätter bzw. Blüten abseihen. Selbiges funktioniert auch mit der Löwenzahnwurzel. Hier sollten Sie den Sud allerdings 20 Minuten lang ziehen lassen und später mit frischem, warmen Wasser verdünnen. Der Tee fördert die Harnproduktion und spült auch kleine Nierensteine aus. Löwenzahntee sollten Sie nicht länger als vier Wochen trinken. Die Tagesdosis liegt bei maximal 10 bis 15 Gramm.

Löwenzahnsalat

Die Löwenzahnblätter passen in jeden Salat. Einfach den Löwenzahn anderen Salatblättern untermischen und mit viel Zitrone, Knoblauch und Öl abschmecken. Die Blätter haben einen kräftigen, würzigen, zartbitteren Geschmack, ähnlich wie Chicorée.  

Löwenzahnblütensirup

300 Gramm Blüten in zwei Liter Wasser kurz aufkochen. Über Nacht ziehen lassen. Am nächsten Tag die Blüten durch ein Leinentuch pressen. Den Saft noch einmal aufkochen und zwei Kilo Roh-Rohrzucker unterrühren. So sollte die Flüssigkeit auf kleinster Flamme drei bis vier Stunden lang köcheln, bis ein dicker Sirup entsteht. Dazu passt etwas Zitronensaft, Ingwer oder Orange.

Löwenzahn-Pesto

Für ein Pesto mit Löwenzahnblättern mischen Sie Olivenöl, Nüsse (Pinienkerne, Walnüsse), Knoblauch, Pecorino-Käse und Löwenzahn und pürieren alles solange, bis ein cremiges Pesto entsteht. Schmeckt zu Pasta ebenso wie als Aufstrich auf Bauernbrot.


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