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Richtig heizen Was kostet ein Grad mehr?

Heizen und Geld sparen - das schließt sich nicht aus. Im Gegenteil. Wie's funktioniert und Sie obendrein Schimmelbildung vermeiden, lesen oder hören Sie hier - in unserem Podcast "Besser leben".

Stand: 14.12.2020 | Archiv

Eine Person (nicht im Bild)  hat ihre Hände Richtung Heizung ausgestreckt, um diese zu wärmen | Bild: mauritius images

Was kostet ein Grad mehr?

Der eine fröstelt bei 23 Grad, der andere schwitzt bei 20 Grad - wie warm die eigene Wohnung sein muss, damit man sich wohlfühlt, ist natürlich individuell unterschiedlich. Tatsache ist: Beim Thema Heizkosten machen sich schon kleine Veränderungen deutlich im Geldbeutel bemerkbar. Jedes Grad Raumtemperatur macht sechs Prozent der Heizkosten aus: Ob 20 oder 24 Grad, mit diesen vier Grad hin oder her kann man sich also schon knapp ein Viertel aller Heizkosten sparen - und je nach Größe von Haus oder Wohnung sind das im Jahr durchaus ein paar hundert Euro.

Sollte man die Heizung immer anlassen?

Auch wenn Sie tagsüber nicht Zuhause sind, sollten Sie die Heizung nicht ganz ausschalten: Wenn die Wohnung oder das Haus über längere Zeit nicht geheizt wird, kühlen die Räume zu stark aus und das spätere Hochheizen verbraucht zu viel Energie. Deshalb: "Wenn man den ganzen Tag unterwegs ist, kann man die Raumtemperatur ruhig auf 15/16/17 Grad runterregeln, aber nicht kälter", rät Klaus Müller, Energiekoordinator bei der Verbraucherzentrale Bayern. Mit einem smarten digitalen Thermostat können Sie die Heizung schon auf dem Nachhauseweg wieder nach oben regeln, so dass es kuschelig warm ist, wenn Sie nach Hause kommen.

Richtig heizen nachts

"Wenn Rollläden da sind, lassen Sie sie nachts runter, das spart bis zu fünf Prozent", sagt Energiekoordinator Müller. Mit Vorhängen verhält sich das allerdings völlig anders: Ein langer Vorhang oder auch ein Sessel vor der Heizung unter dem Fensterbrett stört die Luftzirkulation und schirmt die Wärme vom Raum ab - beides sollten Sie daher vermeiden.

Richtig heizen und lüften

"Wer heizt, sollte für gleichmäßige Lüftung sorgen." Das hört man oft, ist aber trotzdem falsch. Oft scheitert das energiesparende Heizen am richtigen Lüften. Durch ein gekipptes Fenster entweicht ein Großteil der Wärme - deshalb sollten Sie immer stoßlüften. So geht's richtig: Fenster komplett öffnen und für Durchzug sorgen, so sorgen Sie innerhalb weniger Minuten für einen Luftaustausch im Raum. Der Vorteil: Die Wände und Möbel sind noch aufgeheizt und bleiben warm, obwohl die Luft ausgetauscht wird – der Energieverlust bleibt so gering.

Richtig heizen mit Raumthermostat: Thermo-Hygrometer

Ein Thermo-Hygrometer ist eine Kombination aus Wärme- und Luftfeuchtigkeitsmesser. Es sieht aus wie eine Wetterstation und misst Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit im Raum - und anhand dieser Daten lässt sich dann leicht ablesen, wann das nächste Stoßlüften angesagt ist. Die kleinen Geräte gibt’s mittlerweile überall zu kaufen. Schon ab 10 bis zu 50 Euro. Und es gibt auch Hygrometer, die Alarm geben, wenn der Punkt zum Stoßlüften erreicht ist - die sind dann allerdings etwas teurer. Wichtig ist, dass man die Anzeigen gut ablesen kann und dass man das Gerät nicht direkt an ungedämmten Außenwänden anbringt - das verfälscht die Ergebnisse. Spätestens, wenn das Hygrometer mehr als 70% Luftfeuchtigkeit anzeigt, sollten Sie für ein paar Minuten das Fenster ganz aufmachen. Das Thermometer gibt dabei Orientierung, dass die Raumtemperatur nicht zu sehr absinkt.

Richtig heizen gegen Schimmel

Die Luftfeuchtigkeit im Raum sollte zwischen 40% und 70% liegen. Unter 40% ist es viel zu trocken (Luftfeuchtigkeit erhöhen) und reizt die Schleimhäute, über 70% ist viel zu feucht und führt schnell zu Schimmelbildung. Das kann gerade in Räumen, wo man sich in der kalten Jahreszeit als Familie mal gerne aufhält, wie etwa Küche oder Wohnzimmer schnell passieren. Und dann heißt es: Fenster ganz auf und Stoßlüften.

Richtig heizen - mit Hilfe einer Thermobildkamera

"Wer richtig heizt, kann in jeder Wohnung sparen." Das stimmt leider nicht unbedingt. Denn tatsächlich können Sie noch so sparsam heizen - wenn Haus oder Wohnung schlecht isoliert sind, zahlen Sie trotzdem drauf. Wer in eine Mietwohnung zieht, sollte sich daher den Energiepass zeigen lassen. Sind Sie unsicher, können Sie sich eine Thermobildkamera ausleihen, mit der Sie Stellen, an denen Wärme entweicht, erkennen. Eine Liste von Ausleihstellen gibt es zum Beispiel beim Bund der Energieverbraucher. Aber: "Bei den meisten Wohnungen kann man durch richtiges Heizen noch sparen", sagt Klaus Meier. Eine gute Hilfe dabei sind digitalen Thermostate.

So sparen Sie Energie:

  • In schlecht isolierten Altbauten beschichtete Dämmplatten hinter den Heizkörpern montieren, dann entweicht die Wärme nicht so schnell.
  • Die Nachtabsenkung bei der Heizungsanlage einschalten.
  • Heizkörper zu Beginn des Winters entlüften: So einfach funktioniert Heizung entlüften
  • Falls es ungedämmte Heizungsrohre gibt, unbedingt dämmen.

Podcast "Besser leben. Nachhaltig im Alltag mit dem Umweltkommissar"

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