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Richtig heizen Was kostet ein Grad mehr?

Heizen und Geld sparen - das schließt sich nicht aus. Im Gegenteil. Wie's funktioniert und Sie obendrein Schimmelbildung vermeiden, lesen oder hören Sie hier - in unserem Podcast "Besser leben".

Published at: 25-10-2023

Eine Person (nicht im Bild)  hat ihre Hände Richtung Heizung ausgestreckt, um diese zu wärmen | Bild: mauritius images / Chris Rout / Alamy / Alamy Stock Photos, Montage: BR

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Was kostet ein Grad mehr?

Der eine fröstelt bei 23 Grad, der andere schwitzt bei 20 Grad - wie warm die eigene Wohnung sein muss, damit man sich wohlfühlt, ist natürlich individuell unterschiedlich. Tatsache ist: Beim Thema Heizkosten machen sich schon kleine Veränderungen deutlich im Geldbeutel bemerkbar. Jedes Grad Raumtemperatur macht sechs Prozent der Heizkosten aus: Ob 20 oder 24 Grad, mit diesen vier Grad hin oder her kann man sich also schon knapp ein Viertel aller Heizkosten sparen - und je nach Größe von Haus oder Wohnung sind das im Jahr durchaus ein paar hundert Euro. Erst recht angesichts der derzeit rasant steigenden Energiepreise.

Lesen Sie dazu auch unsere Energiespartipps für daheim im Überblick

Sollte man die Heizung immer anlassen?

Auch wenn Sie tagsüber nicht Zuhause sind, sollten Sie die Heizung nicht ganz ausschalten: Wenn die Wohnung oder das Haus über längere Zeit nicht geheizt wird, kühlen die Räume zu stark aus und das spätere Hochheizen verbraucht zu viel Energie. Deshalb: "Wenn man den ganzen Tag unterwegs ist, kann man die Raumtemperatur ruhig auf 15/16/17 Grad runterregeln, aber nicht kälter", rät Klaus Müller, Energiekoordinator bei der Verbraucherzentrale Bayern. Mit einem smarten digitalen Thermostat können Sie die Heizung schon auf dem Nachhauseweg wieder nach oben regeln, so dass es warm ist, wenn Sie nach Hause kommen.

Richtig heizen nachts

"Wenn Rollläden da sind, lassen Sie sie nachts runter, das spart bis zu fünf Prozent", sagt Energiekoordinator Müller. Mit Vorhängen verhält sich das allerdings völlig anders: Ein langer Vorhang oder auch ein Sessel vor der Heizung unter dem Fensterbrett stört die Luftzirkulation und schirmt die Wärme vom Raum ab - beides sollten Sie daher vermeiden.

Richtig heizen und lüften

"Wer heizt, sollte für gleichmäßige Lüftung sorgen." Das hört man oft, ist aber trotzdem falsch. Oft scheitert das energiesparende Heizen am richtigen Lüften.

Warum ist Stoßlüften besser?

Durch ein dauerhaft gekipptes Fenster entweicht ein Großteil der Wärme - deshalb sollten Sie besser stoßlüften. So geht's richtig: Fenster komplett öffnen und wenn möglich für Durchzug sorgen, so bewerkstelligen Sie innerhalb weniger Minuten einen Luftaustausch im Raum. Und gerade in der kalten Jahreszeit ist laut dem Umweltbundesamt die Wirkung des Stoßlüftens besonders hoch - dann reichen schon zwei bis fünf Minuten für den Austausch der Raumluft. Je wärmer es draußen ist (sich also die Zimmer- und Außentemperatur nur gering unterscheiden), desto länger braucht der Lufttausch - je nach Witterung sollten es also etwa im Sommer dann 10 bis 30 Minuten Stoßlüften sein.
Der Vorteil beim Stoßlüften: Die Wände und Möbel sind aufgeheizt und bleiben warm, obwohl die Luft ausgetauscht wird – der Energieverlust bleibt so gering.

Richtig heizen gegen Schimmel

Die Luftfeuchtigkeit im Raum sollte zwischen 40% und 70% liegen. Unter 40% ist es viel zu trocken (Luftfeuchtigkeit erhöhen) und reizt die Schleimhäute, über 70% ist viel zu feucht und führt schnell zu Schimmelbildung. Vor allem, wenn das Gebäude schlecht gedämmt ist und zudem einzelne Zimmer zu wenig oder sogar gar nicht geheizt werden. Dann schlägt sich die Luftfeuchtigkeit an den kalten Wänden nieder - ein idealer Brutplatz für Schimmel.

Als Faustregel sollte die Raumtemperatur in Räumen, in denen man sich in der kalten Jahreszeit häufig aufhält, wie etwa Küche, Wohnzimmer oder auch Arbeitszimmer, nicht weniger als 18 Grad haben; in weniger genutzten Räumen wie etwa dem Schlafzimmer können es in einem ordentlich gedämmten Haus auch 16 oder 17 Grad sein. Nicht vergessen: Warme Luft kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen als kalte. Drei Mal täglich sollte daher stoßgelüftet werden; davor den Heizkörper auf Null stellen, danach wieder aufdrehen. Gerade im Schlafzimmer, in der Küche und im Bad - wo besonders viel feuchte Luft entsteht - ist regelmäßiges, gründliches Stoßlüften wichtig, vor allem nach dem Aufstehen, Kochen und Baden/ Duschen.

Richtig heizen mit Raumthermostat: Thermo-Hygrometer

Ein Thermo-Hygrometer ist eine Kombination aus Wärme- und Luftfeuchtigkeitsmesser. Es sieht aus wie eine Wetterstation und misst Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit im Raum - und anhand dieser Daten lässt sich dann leicht ablesen, wann das nächste Stoßlüften angesagt ist. Die kleinen Geräte gibt’s mittlerweile überall zu kaufen. Schon ab 10 bis zu 50 Euro. Und es gibt auch Hygrometer, die Alarm geben, wenn der Punkt zum Stoßlüften erreicht ist - die sind dann allerdings etwas teurer. Wichtig ist, dass man die Anzeigen gut ablesen kann und dass man das Gerät nicht direkt an ungedämmten Außenwänden anbringt - das verfälscht die Ergebnisse. Spätestens, wenn das Hygrometer mehr als 70% Luftfeuchtigkeit anzeigt, sollten Sie für ein paar Minuten das Fenster ganz aufmachen. Das Thermometer gibt dabei Orientierung, dass die Raumtemperatur nicht zu sehr absinkt.

Richtig heizen - mit Hilfe einer Thermobildkamera

"Wer richtig heizt, kann in jeder Wohnung sparen." Das stimmt leider nicht unbedingt. Denn tatsächlich können Sie noch so sparsam heizen - wenn Haus oder Wohnung schlecht isoliert sind, zahlen Sie trotzdem drauf. Wer in eine Mietwohnung zieht, sollte sich daher den Energiepass zeigen lassen. Sind Sie unsicher, können Sie sich eine Thermobildkamera ausleihen, mit der Sie Stellen, an denen Wärme entweicht, erkennen. Eine Liste von Ausleihstellen gibt es zum Beispiel beim Bund der Energieverbraucher. Aber: "Bei den meisten Wohnungen kann man durch richtiges Heizen noch sparen", sagt Klaus Meier. Eine gute Hilfe dabei sind digitale Thermostate.

So sparen Sie Energie:

  • In schlecht isolierten Altbauten beschichtete Dämmplatten hinter den Heizkörpern montieren, dann entweicht die Wärme nicht so schnell.
  • Die Nachtabsenkung bei der Heizungsanlage einschalten.
  • Heizkörper zu Beginn des Winters entlüften: So einfach funktioniert Heizung entlüften
  • Falls es ungedämmte Heizungsrohre gibt, unbedingt dämmen.

Was ist mit elektrische Zusatzheizungen wie Heizlüftern oder Radiatoren? Wir klären: Ist eine Zusatzheizung statt der teuren Öl- oder Gasheizung derzeit eine Alternative?

Wie Sie beim Wäschewaschen Energie sparen können - und damit obendrein der Umwelt etwas Gutes tun, lesen Sie hier: Welches Waschmaschinen-Programm spart Energie?

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