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Luftfeuchtigkeit erhöhen Das hilft gegen trockene Heizungsluft

Ist die Heizung an, frieren wir drinnen zwar nicht - Schleimhäute und Augen leiden aber unter der trockenen Luft. Wie Sie mit ein paar einfachen Tricks Abhilfe schaffen können.

Published at: 19-1-2018

Hand an Heizkörper | Bild: picture-alliance/dpa

Wenn die Heizung im Winter im Dauerbetrieb ist, leiden viele Menschen unter der trockenen Luft. Die Folgen: ausgetrocknete Schleimhäute und trockene Haut. "Wir sehen im Winter viele Patienten, bei denen Ekzeme und Neurodermitis schlimmer werden oder die unter sehr trockener Haut leiden", sagt Prof. Ulf Darsow, Leiter der Allergieabteilung am Klinikum rechts der Isar. Die Reizung der Atemwege sei zwar unangenehm, grundsätzlich aber nicht gefährlich.

Keime im Luftbefeuchter

Eine Person (nicht im Bild)  hat ihre Hände Richtung Heizung ausgestreckt, um diese zu wärmen | Bild: mauritius images / Chris Rout / Alamy / Alamy Stock Photos, Montage: BR zum Artikel Richtig heizen Was kostet ein Grad mehr?

Heizen und Geld sparen - das schließt sich nicht aus. Im Gegenteil. Wie's funktioniert und Sie obendrein Schimmelbildung vermeiden, lesen oder hören Sie hier - in unserem Podcast "Besser leben". [mehr]

Wer mit einem Luftbefeuchter das Raumklima verbessern will, sollte allerdings genau auf die richtige Handhabung und gute Hygiene achten. Wenn sich Keime im Wasser bilden und anschließend in die Luft gelangen, kann das gesundheitliche Folgen haben: "Dadurch kann es sowohl zu Infektionskrankheiten, als auch zu Allergien kommen", sagt Prof. Darsow. Das sei insbesondere bei Ultraschallverneblern problematisch, die Tröpfchen in die Luft abgeben. Sind die sehr fein, können sie laut Prof. Darsow bis in feinste Verästelungen der Lunge vordringen.

Bei Luftbefeuchtern, die nicht mit Ultraschall arbeiten, sondern Wasser verdampfen sei die Gefahr nicht so groß - aber: "Auch hier sollte man darauf achten, dass sich im Wasser keine Keime bilden." Also das Wasser regelmäßig austauschen und das Gerät reinigen - je nachdem was der Hersteller empfiehlt.

Ist die Luft in meiner Wohnung zu trocken?

Wer den Eindruck hat, dass die Luft im Haus oder in der Wohnung zu trocken ist, der sollte zuerst nachmessen - damit der Raum am Ende nicht zu feucht wird und sich Schimmel bildet. Wie hoch die Luftfeuchtigkeit tatsächlich ist, hängt nämlich auch von ganz simplen Fragen ab: Wie wird geheizt und gelüftet? Wird in der Wohnung zum Beispiel Wäsche getrocknet oder Wasser gekocht?

Idealerweise liegt die Luftfeuchtigkeit bei etwa 40 bis 60 Prozent. Der Wert lässt sich mit einem sogenannten Hygrometer ermitteln, das es schon für ein paar Euro zu kaufen gibt. "Man sollte nicht einfach einen Luftbefeuchter aufstellen und sich dann wundern, woher der Schimmelfleck hinter dem Schrank kommt", empfiehlt Ulf Darsow.

Raumklima verbessern - so geht's

  • Mehrmals täglich stoßlüften - auch im Winter!
  • Räume nicht überheizen.
  • Bevor Sie einen teuren Luftbefeuchter anschaffen, erst einmal die Luftfeuchtigkeit messen.
  • Ultraschallvernebler und Verdampfungsgeräte regelmäßig reinigen.

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