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Heizkosten Kann man mit digitalen Thermostaten Heizkosten sparen?

Heizen ist eine Wissenschaft für sich. Praktisch, wenn digitle Regler diese Aufgabe übernehmen. Welche Thermostate wirklich funktionieren und wie kompliziert sie zu bedienen sind, ermittelt der BAYERN 1 Umweltkommissar.

Von: Alexander Dallmus

Stand: 15.10.2019

Frau vor einem Bildschirm, der die Temperatur regeln | Bild: mauritius-images

Sparsam heizen

Die Heizkosten können sich über Herbst, Winter bis ins Frühjahr ganz schön summieren. Sparsames Heizen beginnt natürlich mit der Raumtemperatur. Jedes Grad Celsius weniger, spart etwa sechs Prozent Heizenergie ein. Kurz überschlagen, machen 20 statt 24 Grad dann schon fast ein Viertel des Energieverbrauchs aus. Es kann sich also lohnen nur einzelne Räume zu beheizen, in denen man sich meistens aufhält oder eben nur zu Zeiten aufheizen, in denen tatsächlich jemand da ist. Digitale Thermostate können das übernehmen.

Wer bereits eine sehr moderne Heizung eingebaut hat – häufig ist das dann sogar eine Niedertemperaturheizung mit Fußbodenheizung – oder ein ausgezeichnet gedämmtes Haus hat, kann auf smarte Temperaturregler gut verzichten. Das bringt dann meist gar nicht viel. Wer allerdings einen eher ungeregelten Tagesablauf hat, kann mit intelligenten Thermostaten – von unterwegs – die Heizung sehr leicht regeln oder sogar ganz ab- und wieder anschalten. Für Menschen, die zumindest an Werktagen einen eher gleichen Tagesablauf haben, können sich mit billigeren Reglern behelfen, die sich direkt am Heizkörper programmieren lassen.

Digitale Thermostate

Digitale Thermostate an Heizungen können mittlerweile meistens recht einfach statt der herkömmlichen Drehregler installiert werden. Meist sogar mit der Hand und ohne Werkzeug. Das Gute daran: Wenn Sie Mieter sind, müssen Sie ihren Vermieter nicht mal um Erlaubnis fragen. Was die Handhabung angeht, lohnt es sich aber gerade bei den günstigeren, halbsmarten Thermostaten (die sich nicht vernetzen lassen), ruhig ein paar Euro mehr auszugeben. Empfiehlt Norbert Endres, Energieberater der Verbrauchzentrale Bayern: “Es gibt eben einzelne Thermostate, da wird es einem leicht gemacht. Und darauf sollte man Wert legen beim Kauf und nicht unbedingt der Frage 15 Euro oder 35 Euro zu viel Gewicht beimessen. Denn selbst 50 Euro kann ich mit einem leicht zu bedienenden Thermostat, übers Jahr, locker wieder einsparen. Damit ist die Wirtschaftlichkeit hoch.“

Der Austausch der Thermostate ist bei den smarten Reglern allerdings nur der erste Schritt. Beim Vernetzen, vielleicht sogar noch per Handy, wird es dann etwas komplizierter. Bei der Stiftung Warentest (08/2019) war das auch ein Kriterium, aber Testleiter Reiner Metzger sieht das nicht als Problem: „Die smarte Technik wird immer einfacher. Wenn Sie mit einem Handy umgehen können, dann können Sie auch mit diesen Thermostaten und deren zentralen Steuerung umgehen. Das geht alles über App. Es gibt aber immer noch Unterschiede, von Marke zu Marke. Manche sind etwas komplizierter als andere.“

Wie funktioniert ein digitales Thermostat?

Wer seine Heizungsregler smart bedienen will, braucht dafür eine Smart-Home-Zentrale. Die meisten Anwender werden dafür ihren bereits vorhandenen Router hernehmen, wobei die Frage ist, inwieweit der das leisten kann. Insbesondere, wenn nicht nur die smarten Heizungsthermostate vernetzt werden sollen. Nicht jeder Router ist mit jedem smarten Regler kompatibel. Deshalb ist es wichtig, sich schon vor dem Kauf die Service-Seiten des Router-Anbieters durchzulesen. Bei der Telekom sind zum Beispiel nicht alle Router als Smart-Home-Zentralen einsetzbar. Meistens braucht man noch ein zusätzliches so genanntes "Starter Paket". Bei der Stiftung Warentest konnte beispielsweise nur die Fritz Box den Erwartungen gerecht werden. Generell gilt, sagt Testleiter Reiner Metzger: "Bei diesen Smart-Home-Zentrale klingt das erst mal gut, wenn sie eine Marke kaufen, die mit total vielen Geräten kann. Aber dann haben Sie auch eine App, die auch total viel kann. Das ist dann kompliziert bei der Vernetzung und oft auch nicht ganz so billig. Die "Fritz Box", das ist unser Testsieger, die kann nicht so viel. Thermostate, Steckdosen und vielleicht noch ein Fensterschalter vernetzen. Das war's. Aber dafür können Sie ganz einfach ihre Fritz Box nehmen, die sie vielleicht schon zuhause haben." Einfachheit klingt demnach zwar zunächst wie eine Einschränkung, aber es vereinfacht Vieles: Die Bedienung ist einfacher und die Preise sind auch meist günstiger. Von daher sollte sich jeder gut überlegen: Was will ich bei mir zu Hause machen? Will ich wirklich ein Rundumpaket oder fange ich lieber mit ein, zwei Sachen bei der smarten Vernetzung an. Dann kann ich auch ganz einfach bleiben und einen existierenden Router einfach umfunktionieren.

Richtig heizen mit digitalen Thermostaten

Neueinsteiger sollten sich ihre Investition gut überlegen. Schließlich geht es darum, Energie- und Heizkosten zu sparen. Deshalb sollten sich digitale Thermostate immer auch rentieren. Die Ersparnis bei den Heizkosten hängt natürlich auch von den äußeren Umständen ab: Ist die Wohnung bzw. das Haus gut isoliert, für wie viele Räume brauche ich wirklich einen Thermostat, wie oft muss die Temperatur über den Tag tatsächlich rauf- oder runtergeregelt werden? Je schlechter gedämmt, desto höher fällt natürlich die Ersparnis aus. Investitionen, schätzt die Stiftung Warentest, könnten sich dann spätestens nach sechs Jahren amortisiert haben. Immerhin: Alle zehn untersuchten Thermostate haben beim Test "gut" bis "befriedigend" abgeschnitten und waren zumindest in der Lage die angepeilte Temperatur im Raum auch zu halten. Nicht ganz so einheitlich, waren die Testergebnisse, wenn viel Sonneneinstrahlung oder geöffnete Fenster (Lüften ist wichtig!) die Raumtemperatur verändert haben und die Thermostate dann nachregulieren mussten.

Wer nur einen oder zwei Räume, wie das Bad oder das Wohnzimmer, regulieren möchte, ist wahrscheinlich mit halbsmarten Thermostaten besser bedient, meint Reiner Metzger: "Sie brauchen keine Zentrale und das Thermostat ist günstiger. Sie müssen eben an jedem Heizkörper einstellen, wie das über die Woche laufen soll, aber wenn sich das immer gleichmäßig verteilt, sind die halbsmarten besser.  Wenn Sie natürlich unregelmäßig kommen, dann funktioniert das nicht."

Und grundsätzlich ist es sowieso besser, generell mal die Raumtemperatur um ein, zwei Grad zu senken und vielleicht mal, statt im T-Shirt mit dem Pullover in der Wohnung zu sitzen oder im Langarm-Shirt. Wie bereits anfangs erwähnt: Schon ein Grad weniger wirkt sich direkt auf die Heizkosten aus. 

Mit diesen Tipps können Sie richtig heizen und Schimmel vermeiden.

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Quellen:
Stiftung Warentest
Verbraucherzentrale


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