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Großes Blutbild Das bedeuten Ihre Blutwerte

Was sagt die Zahl der Leukozyten über meine Gesundheit aus? Was bedeuten Ery, MCV oder Hämatokrit? Wie Sie ein großes Blutbild lesen und wo Sie online testen lassen können, ob Ihre Blutwerte im Normbereich liegen.

Published at: 11-7-2023

Patient lässt sich Blutwerte erklären | Bild: colourbox.com

Viereinhalb bis sechs Liter Blut fließen im Körper eines erwachsenen Menschens. Unser Blut transportiert alle wichtigen Nähr- und Botenstoffe zu den Organen, versorgt sie mit Sauerstoff und entsorgt Abbauprodukte wie Kohlendioxid. Blut enthält auch die Zellen der Immunabwehr. Das Blutbild ist deswegen für die Ärztin oder den Arzt eine wichtige Informationsquelle und Blutwerte helfen entscheidend bei der Diagnose. Bei einem großen oder kleinen Blutbild wird nur das Blut und die darin enthaltenen Blutzellen automatisiert unter dem Mikroskop untersucht. Andere Werte wie Cholesterinspiegel, Blutzucker oder Leberwerte werden mit einer chemischen Analyse des Blutserums ermittelt.

Blutwerte sind eine Momentaufnahme

Wenn Ihre Werte von den Referenzwerten des Labors abweichen, müssen Sie sich dennoch nicht verrückt machen: Ein Blutbild ist immer eine Momentaufnahme. Unsere Blutwerte sind von vielen Faktoren abhängig und können zum Beispiel durch Medikamente, starke körperliche Belastung oder Stress beeinflusst sein. Auch eine Schwangerschaft verändert die Blutwerte. Aus diesem Grund wird Ihr Arzt oder Ihre Ärztin im Zweifelsfall noch weitere Male Blut abnehmen und so die Entwicklung der Werte im Auge behalten.

Das kleine Blutbild

Ein kleines Blutbild wird zum Beispiel angeordnet, wenn die Ärztin oder der Arzt kontrollieren will, ob die Patientin oder der Patient eine Infektion im Körper hat. Vor geplanten Operationen wird vorsorglich immer ein kleines Blutbild gemacht, damit Risiken wie eine erhöhte Blutungsneigung rechtzeitig erkannt werden.

Diese Werte gehören zu einem kleinen Blutbild:

Das Kleine Blutbild
AbkürzungBedeutungFunktion
RBC oder EryErythrozytenRote Blutkörperchen sind vor vor allem für den Transport von Sauerstoff zuständig. Sie enthalten den roten Blutfarbstoff Hämoglobin. An diesen wird der Sauerstoff gebunden und so transportiert. Zu niedrige Werte können auf Blutarmut, Eisenmangel oder Blutungen (durch Menstruation, Operationen, innere Blutungen) hinweisen. Ist der Wert der Erythrozythen erhöht, kann das auf Herz- oder Lungenerkrankungen hindeuten.
WBC, Leuk/LeukoLeukozytenDie weißen Blutkörperchen sind Teile unserer Immunabwehr und dafür zuständig, Viren und Bakterien unschädlich zu machen. Leiden wir zum Beispiel an einer echten Grippe, ist der Wert der Leukozyten niedriger als normal ebenso wie bei anderen Virusinfektionen oder Autoimmunerkrankungen. Zu hohe Werte können auch durch Stress, Schwangerschaft, Medikamente wie Cortsison oder eine Leukämie ausgelöst werden. Ein zu niedriger Wert kann auch auf Krebserkrankungen oder Erkrankungen des Knochenmarks hindeuten. Auch bestimmte Schmerzmittel oder Rheumamedikamente können die Zahl der Leukozyten verringern.
PLT oder Thro/ThromThrombozytenDie Thrombozythen oder Blutplättchen sind bei unserer Blutgerinnung wichtig. Bei Verletzungen haften sie sich ans Gewebe an und bilden Blutklumpen. Ein zu niedriger Wert kann "eine gestörte Blutbildung (Myelodysplastisches Syndrom), eine besondere Form der Blutarmut (aplastische Anämie), eine Erkrankung der Blutgefäße, Blutzellen und der Nieren (hämolytisch-urämisches Syndrom) oder auf Morbus Werlhof hindeuten", so internisten-im-netz.de. Zu hohe Werte dagegen auf eine Erkrankung der blutbildenden Zellen.
HbHämoglobinHämoglobin ist der rote Blutfarbstoff. Der Hämoglobinwert gibt zum Beispiel darüber Auskunft, ob Eisenmangel oder eine Blutarmut vorliegt.
Hct, Hkt/HkHämatokritDer Hämatokritwert sagt aus, wie viele rote Blutkörperchen im Blut sind und zeigt auch an, wie flüssig das Blut ist. Zu niedrige Werte durch: Überwässerung, Blutverlust. Zu hohe Werte: Polyglobulie = die vermehrte Bildung roter Blutkörperchen, entweder als eigenständige Erkrankung oder als Folge starken Rauchens, von Nierentumoren oder einer Herz- und Lungenkrankheit.
MCH, HbEHämoglobinmenge pro ErythrozytDurchschnittlicher Gehalt an Blutfarbstoff in einem einzelnen roten Blutkörperchen. Dieser Wert und die folgenden zwei Werte sagen im Zusammenspiel etwas darüber aus, wie gut der Sauerstofftransport im Blut funktioniert und ob ein Eisenmangel oder andere Mangelzustände vorliegen.
MCHCMittlere Konzentration des Hämoglobins in den ErythrozytenDer MCHC ist der Anteil des Blutfarbstoffs Hämoglobin an der Gesamtmasse der roten Blutkörperchen. Zu niedrige Werte können auf einen Eisenmangel hinweisen, zu hohe auf Erkrankungen der roten Blutkörperchen.
MCVMittleres Zellvolumen eines einzelnen roten Blutkörperchens Der MCV gibt Auskunft über die Größe der roten Blutkörperchen. Zusammen mit den anderen Werten kann unter anderem eine Anämie (Blutarmut) oder ein Mangel an Eisen, Kupfer oder Vitamin B6 diagnostiziert werden. Ist der MCV-Wert stark nach oben abweichend, kann "Blutarmut durch Folsäure- oder Vitamin-B12-Mangel, Leberzirrhose oder Alkoholismus" hinweisen, so internisten-im-netz.de. 

Das große Blutbild

Das große Blutbild besteht aus den Werten des kleinen Blutbilds und einer speziellen Untersuchung, nämlich einem Differentialblutbild der verschiedenen Typen der weißen Blutkörperchen, der sogenannten Leukozyten.

Das große Blutbild
Art der weißen BlutkörperchenBedeutungAnteil an der Gesamt-Leukozytenzahl
Neutrophile Granulozyten (NET)Hier unterscheidet man nochmals in stabkernige, jüngere und segmentkernige, reifere neutrophile Granulozyten, wobei letztere den größeren Anteil ausmachen. Finden sich besonders viele junge Blutzellen, spricht der Arzt von einer Linksverschiebung. Diese kann ein Hinweis auf eine Infektion sein.40 bis 75 Prozent (segmentkernige), 3 bis 5 Prozent stabkernige neutrophile Granulozythen
Eosinophile Granulozyten (EOS)Sie sind so genannte Fresszellen, die sich zum Beispiel um die Beseitigung von Parasiten kümmern. Erhöhte Werte können bedeuten, dass sich ein Infekt in der Ausheilung befindet oder der Patient an einer Allergie oder Rheuma leidet. Stress oder eine akute schwere Infektion senken die Werte.2 bis 7 Prozent
Basophile Granulozyten (BASO)Die basophilen Granulozyten sind bei allergischen Reaktionen beteiligt.bis zu 1 Prozent
Lymphozyten (LYM)Infektionen mit Viren lassen ihre Werte steigen, zum Beispiel mit dem Eppstein-Barr-Virus, das das Pfeiffersche Drüsenfieber auslösen kann.17 bis 47 Prozent
Monozyten (MON)Leiden wir unter Stress, kann es sein, dass wir vermehrt Monozyten im Blut haben. Monozyten sind quasi die Vorstufe zu Fresszellen. Sind sie im Gewebe angelangt, verwandeln sie sich in Fresszellen, die Krankheitserreger unschädlich machen.4 bis 13 Prozent

Blutwerte checken

Internisten im Netz - Blutbild - unter dem Link finden Sie die Normbereiche für die einzelnen Blutwerte und können beim Blutwerte-Check der Internisten im Netz Ihre Blutwerte eingeben und einordnen lassen.

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