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Ständig müde Bei Frühjahrsmüdigkeit hilft nur eine Sache

Die Sonne scheint und die Lieblingseisdiele hat auch wieder aufgemacht. Doch Sie wollen einfach nur ein Nickerchen nach dem anderen machen? Dann leiden Sie wohl unter Frühjahrsmüdigkeit. So bringen Sie Ihren Kreislauf auf Trab.

Stand: 31.03.2017

Eine Frau liegt auf einer mit Krokussen bewachsenen Wiese und gähnt. | Bild: picture-alliance/dpa

Unser Körper stellt sich um

Für Schlafforscher Prof. Dr. Jürgen Zulley ist vor allem die klimatische Veränderung schuld an der Frühjahrs-Schlappheit. "Durch die Wärme weiten sich unsere Blutgefäße und das führt zu einem niedrigen Blutdruck." Dieser wiederum sorgt für die typische Müdigkeit, die wir fühlen, wenn das Thermometer steigt. Wie lange diese Anpassung dauert, dazu kann Zulley keine genaue Angabe geben: "Das ist ganz individuell. Wetterfühlige Menschen kämpfen länger mit der Frühjahrsmüdigkeit, aber in der Regel würde ich da einen Zeitraum von zwei Wochen angeben."

Ein weiterer Grund für das große Gähnen: Im Winter produziert unser Körper verstärkt das sogenannte Schlafhormon Melatonin. Wenn die Tage wieder länger werden, wird die Produktion zurückgefahren. Auch für diese Umstellung braucht der Körper Zeit.

Wissenschaftliche Studien gibt es dazu nicht, auch weil eine Laborauswertung zu diesem Thema sehr aufwendig wäre. Ein Grund, warum einige Ärzte die Frühjahrsmüdigkeit anzweifeln. Für Zulley ist die Hormonumstellung ein weiterer plausibler Grund für die Trägheit: "Dass die Menschen in den ersten Tagen des Frühlings vermehrt schlapp sind, das kann man nicht leugnen."

Aufraffen und Rausgehen

Vor allem Menschen, die generell einen niedrigen Blutdruck haben, trifft die Frühjahrsmüdigkeit. Für sie und alle anderen Betroffenen gilt: Raus an die frische Luft! "Die Frühjahrsmüdigkeit ist ein Anpassungsproblem. Sich so schnell wie möglich daran gewöhnen, ist daher die beste Strategie," so Zulley. Doch es ist entscheidend, was man draußen macht. Sich mit einem Kaffee in die pralle Sonne setzen, bringt nämlich nichts. "Das verstärkt eher die Schlappheit. Man muss den Kreislauf in Schwung bringen und das geht am besten mit Bewegung. Es muss ja nicht gleich Sport sein," fügt Zulley mit einem Augenzwinkern hinzu.

Das hilft noch gegen die Frühjahrsmüdigkeit

Eine Wechseldusche am Morgen bringt Ihren Körper auf Trab. Achten Sie darauf, dass Sie mit der kalten Dusche aufhören. Auch ein Saunabesuch kann den Kreislauf ankurbeln und die Schlappheit vertreiben.

Von einer Sache rät Schlafforscher Zulley allerdings ab, obwohl diese "Lösung" am naheliegendsten wäre. "Sie sollten Ihren Schlafrhytmus beibehalten, gehen Sie also nicht früher ins Bett. Wenn Sie normalerweise keinen Mittagsschlaf halten, sollten Sie das jetzt auch nicht tun."


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