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Fake Fur erkennen Wenn Echtpelz als Kunstpelz verkauft wird - so unterscheiden Sie beides

Die meisten Deutschen wollen keinen echten Pelz kaufen. Doch Echtpelz aus China ist oft billiger als Kunstfell und wird häufig nicht deklariert - so erkennen Sie den Unterschied! Und: Was gerade auf Dänemarks Nerzfarmen passiert.

Stand: 17.11.2020 | Archiv

Frau in Winterjacke sitzt in einem Park und sieht auf ihr Handy. | Bild: mauritius images

Pelzfarmen gibt es mitten in Europa - in Dänemark müssen die Nerz-Farmen in der Corona-Krise ihre Tiere töten

Nerze in einer Pelzfarm in Nordjütland, Dänemark

In Dänemark müssen aktuell in der Corona-Pandemie viele Nerze in Pelzfarmen geschlachtet werden - sie sind Träger einer Corona-Virus-Mutation, der sogenannten "Cluster 5"-Mutation, die die Entwicklung wirksamer Impfstoffe laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) beeinflussen könnte. Auch in Nerzfarmen in den Niederlanden und Spanien waren Nerze mit dem Corona-Virus infiziert. Dort wurden alle Tiere getötet. In Dänemark gibt es 15 bis 17 Millionen Nerze in Pelzfarmen. Dazu sagt Johanna Fuoß von der Tierrechts-Organisation PETA: "Pelzfarmen, auf denen kranke und gestresste Tiere in winzige Drahtgitterkäfige gesperrt werden, sind wahre Brutstätten für Krankheitserreger. Dänemark ist der größte Pelzproduzent Europas und es überrascht nicht, dass sich COVID-19 auf den dortigen Nerzfarmen derart rasant verbreiten und die Coronaviren sogar mutieren konnten."

Über 200 Menschen haben sich an Nerzen in Dänemark angesteckt, davon 12 mit der mutierten Virus-Variante. Großbritannien hat für Dänen ein Einreiseverbot verhängt. Derzeit müssen nur infizierte Tiere getötet werden, die dänische Regierung plant aber, die Gesetzesgrundlage zu schaffen, dass alle Tiere auf Pelzfarmen getötet und die Nerzhaltung bis Ende 2021 verboten werden soll. In Deutschland werden seit 2019 keine Nerze mehr gezüchtet - die Tierschutz-Auflagen haben dafür gesorgt, dass der Handel mit Pelztieren unrentabel wurde. Dafür gibt es seitdem mehr Nerzfarmen in Dänemark, Polen und Finnland. Allerdings hat Polens Parlament im September ein neues Tierschutzgesetz beschlossen, das Pelztierzucht verbietet. Das Gesetz muss allerdings noch durch den Senat. Abnehmer der Pelze aus Europa sind China und Russland, aber auch Deutschland. Was wenige wissen: Die Kadaver der Tiere aus Dänemark landen zum Teil wieder in Deutschland, im Bio-Diesel, wie das ARD-Magazin "Plusminus" im Januar 2020 berichtete.

Textilien mit Fell und Leder müssen gekennzeichnet werden

Eigentlich müssen Kleidungsstücke, die Fell, Leder oder andere Bestandteile von Tieren enthalten, so gekennzeichnet sein: "Enthält nichttextile Bestandteile tierischen Urspungs". Alle Hersteller sind seit 2012 Kleidungsstücke , bei denen Fell, Daunen, Leder, Horn- oder Perlmutt-Knöpfe verarbeitet wurden, mit diesem Hinweis auszustatten. Doch nicht immer sind die Textilien korrekt deklariert. Da echter Pelz aus China oft billiger ist als Kunstfell, findet sich echtes Fell auch oft bei preiswerten Kleidungsstücken, die nicht richtig oder gar nicht deklariert werden.

Drei einfache Tricks, wie man echten Pelz und wie man Fake Fur erkennen kann:

  • Echter Pelz hat unten immer Leder. Schiebt man die Haare auseinander und es kommt Tierhaut mit Poren zum Vorschein, ist es echtes Fell, sieht man eine gewebte Fläche, ist es Kunstpelz.
  • Pustet man in den Kragen und die Haare bewegen sich stark dabei, kann man davon ausgehen, dass man einen Kragen aus echtem Fell hat. Echter Pelz hat auch verschieden lange Haare, die langen Deckhaare und die sogenannte Unterwolle. Bei Fake Fur sind meist alle Haare gleich lang und gleich dick.
  • Test zu Hause: Hat man eine Jacke gekauft und ist sich nicht sicher, ob deren Besatz nicht doch von einem Tier stammt, kann man ein paar Härchen ausreißen und anzünden. Riecht es nach verbranntem Horn, ist es Echtpelz. Schmilzen die Haare und riechen nach Plastik, ist es Kunstfell. Ist Ihre Jacke nicht gekennzeichnet, können Sie beim Händler Ihr Geld zurückverlangen.

Weitere Anhaltspunkte: Echtes Fell glänzt deutlich stärker als Kunstfell.

Echtpelz meiden - diese Händler verkaufen keinen Echtpelz

Wer Kleidung einkaufen möchte, die ohne Echtpelz auskommt, kann sich beim Tierschutzbund informieren, welche gängigen Modemarken auf Pelze verzichten: Tierschutzbund - pelzfreie Marken.

Für internationale Marken gilt dieser Link: Fur Free Retailer.

Warum keinen Pelz tragen - Gewissensfrage

Textilien mit oder aus Echtpelz sind immer mit Tierquälerei verbunden. Grundsätzlich lehnen zwar die meisten Deutschen in Umfragen das Tragen von Pelz ab, aber dennoch haben heute sehr viele Winterjacken einen Pelzkragen aus Echtpelz an der Kapuze. In der EU werden jedes Jahr rund 45 Millionen Pelztiere auf Pelzfarmen getötet, weltweit sind es 100 Millionen Tiere, so der Tierschutzbund. Weitere fünf Millionen Wildtiere verenden auf grausame Weise in Fallen.

Vor ihrem Tod haben Pelztiere ein qualvolles Leben: Asiatische Marderhunde, Hunde, Katzen, Chinchillas und Füchse und Nerze werden größtenteils in engen Metallkäfigen gehalten. Viele entwickeln Verhaltensstörungen, verstümmeln sich selbst oder werden zu Kannibalen. Eine Käfigbatterie misst einen Quadratmeter, das natürliche Revier von Wildtieren wie Füchsen, Nerzen und Marderhunden ist im Schnitt um die zehn Quadratkilometer groß.

Um ihr Fell nicht zu beschädigen, werden die Pelztiere mit Knüppeln totgeschlagen, mit Abgasen vergast oder man lässt sie verbluten. Manchmal leben die Tiere noch, wenn man ihnen das Fell abzieht.

Aus Marderhunden, Füchsen und Hunden werden Pelzkragen gemacht, aus Katzenfell entstehen Fellbommel für Mützen, Rheumadecken oder der Fellbesatz von Schuhen.

Irreführende Bezeichnungen für Tierarten - die Tarnnamen der Pelzbranche

In Deutschland ist der Import von Hunde- und Katzenfellen seit 2009 verboten, so der Tierschutzbund. Allerdings gibt es wenige Kontrollen. Um die wahre Herkunft der Pelze zu verschleiern, benutzt man Tarnnamen, nicht nur für Katzen- und Hundefelle. Der Tierschutzbund hat die Bezeichnungen der Pelzbranche und ihre Bedeutung gesammelt. Hier einige Beispiele:

Bezeichnungen der Pelzindustrie
TarnnamenTierart 
Asian jackal, Asian Wolf, Corsac fox, Gaewolf, Goupee, Gubi, Kou pi, Lamb skin, PommernwolfHund
China-Katze, Feuer-Katze, Genotte, Goyangi, Lipi, Lyrenkatze, Maopee, MoupiHauskatze
Blacktail, Feh, SobalskyEichhörnchen
Murmasky, Seefuchs, Russischer Waschbär, TanukiMarderhund

Quelle: Deutscher Tierschutzbund

Kunstpelz oder Fake Fur - am besten keinen von beiden

Webpelz oder Fake Fur wird aufwendig aus Kunstfasern hergestellt und ist damit zwar tier-, aber nicht umweltfreundlicher. Die Herstellung von Fasern wie Polyacryl oder Polyester belastet oft das Abwasser. Werden Kunstfaser-Textilien gewaschen, geben sie in der Waschmaschine Mikroplastik ans Abwasser ab. Daher wäre es am besten, alle würden auf jede Art von "Pelz" verzichten.


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