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Alte Kleidung verkaufen Momox fashion, ebay und Co. - wie und wo sich gebrauchte Kleider verkaufen lassen

Wohin mit der alten Kleidung? Container, Kleiderspende, Second-Hand-Laden oder Verkaufen per App wie momox fashion? Ein Überblick.

Stand: 19.10.2022

Frau fotografiert einen Bikini für den Online-Verkauf  | Bild: mauritius images

Das Geschäft mit Second-Hand-Kleidung boomt - auch kaufen immer mehr Menschen aus Gründen der Nachhaltigkeit lieber gebrauchte Kleidung als "Fast Fashion". Online-Portale oder Apps wie Ebay-Kleinanzeigen, vinted (ehemals Kleider- bzw. Mamikreisel), Momox fashion oder Medimops profitieren deutlich davon. Auch Großhändler wie H&M, about you oder Zalando bieten inzwischen Second-Hand-Kleidung an.

Welche Kleidung kann ich veraufen?

Haben Sie sich beim Ausmisten entschieden, welche Stücke rausfliegen, überprüfen Sie den Zustand. Kaputte Kleidung kann recycelt werden und sollte deshalb nicht in den Restmüll, wo sie später zusammen mit anderen Abfällen verbrannt wird. Fehlkäufe, die quasi ungetragen sind, oder sehr teure Stücke lassen sich auf jeden Fall noch gut verkaufen. Wichtig ist, sich dabei im Klaren darüber zu sein, welche Verkaufsstrategie man wählt: Lieber die Stücke einzeln verkaufen, oder gleich ganze Pakete einsenden? Wir geben hier einen Überblick, welche Portale zu welcher Strategie passen.

1. Geld verdienen

Eine Möglichkeit mit Ihrer alten Kleidung noch Geld zu verdienen, sind Second-Hand-Läden in der nächsten Stadt, die Kleidung meist erst prüfen und sie dann auf Kommission und gegen eine Gebühr verkaufen - Geld bekommen Sie also erst, wenn das Stück einen neuen Besitzer gefunden hat.

Bei besonders hochwertigen Teilen von begehrten Marken bieten sich Onlinedienste an: Neben klassischen Auktionsplattformen wie Ebay sowie Ebay Kleinanzeigen und Flohmarkt-Apps wie Shpock sind das vor allem auf Kleidung spezialisierte Angebote wie vinted. Wer hier verkaufen will, muss allerdings erst Fotos machen und eine Beschreibung des Kleidungsstücks schreiben, um es dann verkaufen zu können. Der Nachteil: Sie brauchen Platz, um die aussortierten Teile bis zum Verkauf aufzubewahren.

Conciergeservice

Einige Onlineshops wie Mädchenflohmarkt oder der Designer-Shop Rebelle bieten einen Conciergeservice an. Das heißt: Sie senden Ihre Kleidung ein und die Portale kümmern sich um die Einstellung der Ware - nehmen etwa die Fotos auf und bewerten die Kleidung. Der Preis kann aber nochmal geändert werden. Dieser Service kostet natürlich was, in der Regel wird pro verkauftem Stück zusätzlich zur Provision mindestens ein Drittel des Erlöses vom Anbieter einbehalten.

Momox fashion und Co.

Der bequemste Weg, Klamotten zu verkaufen, sind Ankaufportale wie momox fashion oder Sellpy (von H&M). Mit wenigen Klicks kann man auf der jeweiligen Homepage erfahren, was das Portal für das Kleidungsstück zahlt. Sie senden ihre Klamotten ein und sobald diese angekommen und geprüft sind, wird Ihnen das Geld überwiesen. Allerdings sind die Annahmeregeln streng, zum Beispiel werden teilweise nur bestimmte Marken angenommen und bei Mängeln werden Kleidungsstücke zum Beispiel bei momox fashion auch wieder an den Verkäufer zurückgeschickt, auf dessen Kosten (ca. 2 bis 4 Euro).

"Pre-owned" Fashion verkaufen

Seit einem Jahr können auch Zalando-Kunden gebrauchte Kleidung direkt bei Zalando verkaufen - allerdings ist das nur in der App von Zalando Zircle möglich. Sobald Sie ein Kundenkonto bei Zalando angelegt und die Kleidung eingesendet haben, erhalten Sie einen Gutschein von dem Online-Händler. Zu beachten ist, dass es Zalando dabei vor allem auf ungetragene Kleidung abgesehen hat, die unbenutzt in den Schränken der Verbraucher liegt und noch mit Etikett versehen ist. Je besser die Kleidung noch erhalten ist, umso höher fällt der Gutschein aus. Die Beurteilung der Altkleider übernehmen Experten von Zalando, heißt es auf der Website.

Tipps für den Verkauf

Für alle Portale, bei denen sie selbst Anzeigen erstellen, gilt: Mit aussagekräftigen Fotos und möglichst detaillierten Beschreibungen steigern Sie Ihre Verkaufschancen. Stiftung Warentest empfiehlt, kleine Mängel wie lose Fäden oder kleine Flecken direkt anzugeben und die Fotos bei Tageslicht vor einem hellen Hintergrund zu schießen. Bei der Preisfindung hilft es, vergleichbare Ware online zu suchen und eine Untergrenze festzulegen, damit Käufer nicht zu viel feilschen können. Außerdem wichtig: Möglichst schnell auf Anfragen und Fragen potenzieller Käufer zu antworten und die Ware wirklich pünktlich zu versenden. Dies alles sorgt für bessere Kundenbewertungen und somit mehr Verkäufe.

2. Gutes tun mit gebracuhter Kleidung

Mit Kleiderspenden kann man auch Gutes tun. In vielen Gemeinden gibt es Kleiderkammern, die Aussortiertes an Menschen weitergeben, die sich neue Kleidung nicht leisten können. Hier sollten Sie vorher unbedingt nachschauen (häufig finden sich alle Informationen auf der Homepage), ob und vor allem was gerade benötigt wird. Gerade Damenbekleidung ist nämlich häufig ausreichend vorhanden.

Auch Spenden-Kaufhäuser wie Oxfam sind eine Möglichkeit: Nachdem Sie Ihre gut erhaltene und saubere Kleidung abgegeben haben, wird sie verkauft und der Erlös in soziale Projekte investiert. Wegen der begrenzten Lagerfläche sollten Sie allerdings nur zur Saison passende Teile abgeben, also keine Winterjacken im Hochsommer. Wer seine alte Kleidung im Sammelcontainer entsorgt, unterstützt damit womöglich nicht Bedürftige, sondern große Firmen, die gut erhaltene Teile an Second-Hand-Läden im In- und Ausland weiterverkaufen. Achten Sie deshalb darauf, ob Container-Aufsteller darüber informieren, wie sie die gesammelte Kleidung weiterverwenden. Das Deutsche Rote Kreuz klärt mit Aufklebern auf den Containern über die Verwendung auf.

Manche Abfallwirtschaftsbetriebe verkaufen die Kleidung und investieren die Erlöse, um ihre Gebühren zu stabilisieren. Um sicherzugehen, dass die Kleidung in Ihrem Sinne verwertet wird, suchen Sie den Namen des Aufstellers im Internet. Auf der Homepage finden Sie meistens Informationen zur Verwendung.

3. Recyceln

Auch, wenn die Kleidung nicht mehr gut in Schuss ist - das Material kann immer noch recycelt werden. Zum Beispiel als Dämm- oder Füllmaterial oder Putzlappen. Die Kleidung kann dafür in den Altkleidercontainern der Abfallwirtschaftsbetriebe abgegeben werden, die sich dann um die richtige Verwertung kümmern.

Was passiert mit unserem zu kleinen Lieblingspulli, nachdem wir ihn in den Container geschmissen haben? So ist der Weg der Altkleider.


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