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Erdbeeren einfrieren Frische Erdbeeren das ganze Jahr

Mit den Erdbeeren beginnt der Sommer. Wie lange die rote Frucht ihr Aroma behält, was Sie beim Aufbewahren und Verarbeiten von Erdbeeren beachten müssen und andere Tricks, um die süße Beere länger haltbar zu machen.

Stand: 04.06.2019

Erdbeeren werden unser Wasserhahn gewaschen | Bild: mauritius-images

"Ich persönlich mag am allerliebsten die Erdbeere, die man frisch gepflückt, noch warm von der Sonne, von der Hand in den Mund essen kann. Eine Erdbeere ohne Schnickschnack!"

Maria Hofreiter, Familienbetrieb Hofreiter in München

Tatsächlich schmeckt die Erdbeere, die gerade frisch gepflückt wurde am intensivsten. Maria Hofreiter erklärt, dass Erdbeeren sehr sensible Früchte sind. Bereits fünf Stunden nach dem Pflücken verliert die Frucht an Aroma, also an Geschmack und Geruch. Das Aroma setzt sich zusammen aus vielen verschiedenen chemischen Verbindungen. Der Großteil davon sind die sogenannten Fruchtester. Genau diese Ester bauen sich leider sehr schnell ab, deshalb besitzt die Erdbeere nach 24 Stunden durchschnittlich nur noch die Hälfte ihres Aromas. "Das hängt aber auch sehr von der jeweiligen Sorte ab", erklärt Maria Hofreiter. Im Jahr 1976 hatte ihr Schwiegervater Josef Hofreiter den Einfall, Erdbeeren zum Selberpflücken anzubauen. Heute führt Sie mit Ihrem Mann Josef und ihren Kindern den Erdbeerhof bei München.

Wie lange sind Erdbeeren haltbar?

Im Kühlschrank sind Erdbeeren rund zwei bis drei Tage haltbar. "Lagern Sie die Beeren in einem offenen Behälter, in dem Luft zirkulieren kann", empfiehlt Hofreiter. Dazu eignen sich am besten Pappschalen oder Holzschiffschalen. Keramik oder Plastik sind nicht so gut, denn die Beere muss von allen Seiten Luft bekommen.

Wenn Sie die Erdbeeren im Kühlschrank lagern wollen, dann sollten Sie sie vorher nicht waschen und die Beeren möglichst wenig bewegen. Erdbeeren sind sehr empfindlich und fangen an Druckstellen schnell an zu faulen. Ungewaschen halten sich die Früchte einfach länger, erklärt Maria Hofreiter. Erst wenn Sie die Erdbeeren essen oder verarbeiten wollen, dann waschen Sie sie mit Wasser ab. Dabei die Beeren nicht direkt unter den harten Wasserstrahl halten, sondern ins Wasserbad legen. Die grünen Blätter erst nach dem Waschen entfernen. Andernfalls nehmen die roten Früchte über die Schnittstelle Wasser auf und werden wässrig.

Erdbeeren einfrieren

"Erdbeeren kann man einfrieren, sie verlieren aber nach dem Auftauen ihre Zellstruktur und werden weich und labbrig."

Maria Hofreiter, Familienbetrieb Hofreiter in München

Damit die Erdbeeren nicht zu matschig aus dem Tiefkühler kommen, sollten Sie sie schockfrosten. Heidrun Schubert, Ernährungsexpertin bei der Verbraucherzentrale Bayern empfiehlt deshalb die Beeren einzeln auf ein Blech zu legen und darauf einzufrieren. Erst wenn die Früchte gefroren sind, kommen sie vom Blech in einen Gefrierbeutel.

Die Früchte sind nach dem Einfrieren natürlich etwas schlapper als frisch vom Feld, sie eignen sich aber sehr gut für Desserts, wie dieses Erdbeer-Tiramisu oder auch für Konfitüre. Tipp: Damit die rote Farbe erhalten bleibt, vor dem Einfrieren einen kleinen Spritzer Zitrone über die Früchte geben. Die gefrorenen Früchte halten sich bei minus 18 Grad im Tiefkühler mehrere Monate - das Aroma lässt allerdings etwas nach.

Fruchtpüree einfrieren

Wer nicht unbedingt ganze Früchte braucht, kann die Erdbeeren zuerst pürieren und dann das Erdbeerpüree einfrieren. Einfach die Früchte mit wenig Zucker und einem Spritzer Zitronensaft zusammen pürieren. Um immer die richtige Portionsgröße zur Hand zu haben, geben Sie das Fruchtpüree in einen Eiswürfelbehälter. Ist das Püree durchgefroren, können Sie die Würfel vorsichtig aus der Form drücken und in einem Gefrierbeutel lagern.

So haben Sie jederzeit frischen Erdbeergeschmack für Joghurt oder Desserts. Tipp: Die Fruchtwürfel schmecken auch sehr gut im Mineralwasser oder in einem Glas Sekt. Mit etwas Vidka läasst sich daraus auch süßer Erdbeerlimes herstellen.

Fruchtleder mit Erdbeeren - Ein Rezept

Auch Fruchtleder ist eine gute Möglichkeit Erdbeeren zu konservieren. Bereiten Sie wie oben ein Fruchtpüree zu - hier lohnt es sich, das Ganze durch ein Sieb zu streichen und so die Kerne zu entfernen. Das Püree streichen Sie etwa einen halben Zentimeter dick auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech und trocknen es bei 50 Grad Umluft für etwa acht Stunden im Backofen. Damit die Feuchtigkeit entweichen kann, klemmen Sie einen Kochlöffel aus Holz in die Backofentür. Nach dem Trocknen können Sie das Fruchtleder in Streifen schneiden. Es hält sich mehrere Wochen.

Erdbeeressig, Erdbeerlimes oder Marmelade

Wer gerne fruchtiges Salatdressing mag, kann auch einen Erdbeer-Essig selber machen. "Bei Fruchtessig ist allerdings die Schimmelgefahr recht hoch", sagt Ernährungsexpertin Heidrun Schubert. Sie empfiehlt daher nicht zu viele Früchte in den Essig einzulegen, den Essig im Kühlschrank aufzubewahren und möglichst schnell zu verbrauchen. Hier finden Sie eine Anleitung wie Sie Essig selber machen.

Eine weitere Möglichkeit der Haltbarmachung ist die Verarbeitung zu Marmelade. Damit die frische Erdbeermarmelade ihre leuchtend rote Farbe und das intensive Aroma behält, kann man die frisch abgefüllten und abgekühlten Marmeladengläser einfrieren, erklärt Maria Hofreiter vom Erdbeerhof Hofreiter in München. "Diese Marmelade schmeckt nach dem auftauen sensationell. Mit dieser Methode ist mir in knapp 35 Jahren noch kein einziges Glas verdorben oder kaputt gegangen", erzählt sie.

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Der Trick, mit dem Erdbeeren noch besser schmecken🍓🍓🍓 Würden Sie es ausprobieren? 🍓🍓🍓Gepostet von BAYERN 1 am Montag, 27. Mai 2019


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