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Brennnessel Wie kann man Brennnesseln anfassen?

Sie gehören zum absoluten Superfood und wachsen beinahe überall, nur die Ernte von Brennnesseln kann schmerzhaft sein. Mit diesen Tipps und ein bisschen Übung geht's ohne Quaddeln.

Stand: 03.05.2019

Eine Hand hält einen Bund Brennnesseln vor dem Hintergrund einer Wiese in die Höhe. | Bild: mauritius-images

Warum brennen Brennnesseln?

Kleine Härchen, sogenannte Brennhaare, an der Pflanze sorgen für die schmerzenden Quaddeln auf unserer Haut. Wenn wir die Nessel berühren, brechen diese Köpfchen der Härchen und geben eine Flüssigkeit ab. Diese besteht aus Histamin, Ameisensäure, Acetylcholin, Natriumformiat und Serotonin und kann sehr schmerzen. Wobei die Intensität des Schmerzes und des Ausschlags auch von Mensch zu Mensch unterschiedlich sein kann.

Was hilft, wenn man sich an der Brennnessel verbrannt hat?

Zunächst sollten Sie die Stelle, an der Sie mit der Brennnessel in Berühung gekommen sind, abwaschen oder mit einem Tuch abreiben. Danach heißt es kühlen. Aloe Vera Gel, kaltes Wasser oder Eis hilft gegen das Brennen der Brennnessel. Als altes Hausmittel wird auch der Saft des Spitzwegerichs gehandelt. Wird dieser auf die betroffene Stelle aufgetragen soll Linderung eintreten.

Wie kann man Brennnessel ernten ohne sich zu brennen?

Im Gegenlicht erkennt man die Brennhärchen auf der Brennnessel.

Nicht die einzelnen Brennnesselblätter pflücken, sondern den gesamten Stängel abschneiden. Dabei sollten Sie aber definitiv dicke Handschuhe tragen. Am besten eignen sich Gartenhandschuhe.
Wer keine Handschuhe zur Hand hat und keine Angst vor der ein oder anderen Berührung mit der Nessel und ihren brennenden Härchen hat, der kann auch beherzt ohne Handschuhe vorgehen. Dabei sollten Sie beachten, dass Sie die Blätter von unten nach oben streichend pflücken. So bleiben die Härchen intakt und die Flüssigkeit kommt nicht mit der Haut in Berührung. Jedoch klappt das nicht immer und zu dem benötigt man ein wenig Übung und die ist meist mit Schmerzen verbunden.
Häufig haben Brennnesseln, die im Schatten wachsen weniger Brennhaare, als die, die in der Sonne stehen. Es lohnt sich also die Pflanzen nach Standort auszuwählen. Auch erkennt man die Brennhärchen mit dem bloßen Auge. Wer also genau hinsieht hat noch größere Chancen ohne Quaddeln aus der Brennnessel-Ernte zu kommen.

Resistent gegen Brennnesseln

Menschen, die häufig mit Brennnesseln in Kontakt gekommen sind und diverse Quaddeln davon getragen haben, können mit der Zeit resistent werden. Man könnte sich also gegen die Brennhärchen der Brennnesseln abhärten - sollte man das wollen.

Beste Erntezeit für Brennnesseln ist Mai bis Juni

Egal, wie Sie die Pflanze oder deren Blätter geerntet haben, Sie sollten darauf achten, diese schnell weiterzuverarbeiten. Das heißt die Brennnessel sollte rasch eingefroren, getrocknet oder direkt in einem Rezept verarbeitet werden.

Wenn sie so brennt, warum sollte man die Brennnessel überhaupt ernten?

Brennnesseln sind, wie die Rote Bete, ein absolutes Superfood. Sie wirken bakterienhemmend und enthalten sehr viel Vitamin C. Aber auch Eisen, Magnesium und Kalium sind in dem heimischen Kraut enthalten. Und obendrein ist die Brennnessel auch noch außerordentlich eiweißreich.

Deshalb ist Nessel auch so vielseitig einsetzbar. Man kann sie roh, aber auch als Spinat-Ersatz, Suppe oder im Omelett essen. Auch als Tee ist die Brennnessel weit verbreitet.

Brennessel roh essen

Wer aus Brennesseln einen Salat zaubern möchte, der muss die Pflanze vorher kurz bearbeiten. Einmal mit einem Nudelholz oder ähnlichem über die Nesseln walzen oder sie in warmes Wasser legen, in ein Tuch packen und auswringen. Durch diese Behandlungen brechen die Härchen und die Flüssigkeit tritt aus und Sie können die Brennnessel schmerzfrei essen.


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