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Reifenwechsel So einfach ist es die eigenen Reifen zu wechseln

Egal, ob Sie selbst den Kreuzschlüssel schwingen oder in die Werkstatt fahren: Was Sie beim Reifenwechsel beachten sollten und warum eine Euro-Münze Klarheit schafft.

Stand: 29.10.2019

Reifenwechsel selber machen mit einem Kreuzschlüssel | Bild: picture-alliance/dpa

"O bis O" - Oktober bis Ostern, das ist die Faustregel dafür, wann die Winterreifen ab- und die Sommerreifen anmontiert werden können. Andersherum gilt natürlich das selbe. Der Gesetzgeber spricht von einer "situativen Winterreifenpflicht", erklärt der ADAC-Experte Andreas Hölzel. Sobald es also schneit müssen alle Autos Winterreifen haben. Wenn man jedoch mit Wintereifen fährt bei Temperaturen über 25 Grad, dann läuft man Gefahr, dass die Winterreifen warmlaufen und einen Teil der Bremswirkung einbüßen. Deshalb ist es nicht immer ganz einfach den richtigen Zeiutpunkt für einen Reifenwechsel abzupassen. Manche bevorzugen daher einen Ganzjahresreifen. Hölzel sagt: "Der geht immer, hat aber auch nicht die speziellen Eigenschaften wie Saisonreifen."

Die richtige Profiltiefe

Vor dem Reifenwechsel stellt sich die Frage: "Sind die Räder vom letzten Jahr noch gut oder brauche ich neue?" Sommerreifen sollten nach Empfehlung des ADAC mindestens 3 mm, Winterreifen 4 mm Profiltiefe haben. Untrügliches Zeichen ist der Verschleißanzeiger, ein kleiner Steg in den Vertiefungen des Reifenprofils. Ist dieser auf gleicher Höhe mit den "Stollen" des Reifens, ist der Pneu runtergefahren. Dann sollten Sie sich unbedingt neue Reifen besorgen.

Sieht man den Goldrand der Euro-Münze, hat der Reifen - wie hier zu sehen - zu wenig Profil.

Sollten Sie nicht genau wissen, wo man den Verschleißanzeiger an Ihrem Autoreifen findet, dann hilft auch der Test mit einer 1-Euro-Münze. Münze einfach ins Profier stecken. Der Goldrand sollte vollkommen im Reifenprofil verschwinden.

Meist sind die Räder auf der Antriebsachse stärker abgefahren als alle anderen. Um dem ungleichmäßigen Abrieb entgegenzuwirken, ist es hilfreich die Radpositionen von Jahr zu Jahr zu tauschen. Das kann die Lebensdauer der Reifen verlängern und die Bodenhaftung optimieren. Empfohlen wird eine solche Reifenrotation etwa alle 8.000 Kilometer.

Um Kosten zu sparen, können Sie auch achsweise neue Reifen kaufen. Von rechtswegen ist so ziemlich alles erlaubt, der ADAC empfiehlt aber möglichst das gleiche Modell zu montieren. Wichtig ist zudem, das haben Tests des Automobilclubs gezeigt, die Reifen mit dem abgenutzteren Profil immer vorne zu montieren.

Wie alt dürfen Autoreifen sein?

Beim Riefenwechsel könnten SIe auch das Alter Ihrer Reifen noch einmal kontrollieren. Autoreifen, die älter als sechs Jahre sind, sollten entsorgt werden. Dabei ist es egal, wie das Restprofil des Reifens aussieht. Das Alter Ihrer Reifen können Sie an der sogenannten DOT-Nummer an der Reifenflanke ablesen. „DOT“ steht dabei für „Department of Transportation“. Die erste beiden Ziffern der Nummer geben die Produktionswoche, die letzten beiden das Produktionsjahr an. Ein Reifen mit der Aufschrift DOT 1217 wurde beispielsweise in der 12. Kalenderwoche 2017 produziert.

Welche Autoreifen soll ich kaufen?

Bei starkem Regen braucht man einen Reifen mit viel Grip auf nasser Fahrbahn.

Beim Neukauf kann man sich nach verschiedenen Testkriterien richten: Ist der Reifen besonders griffig auf nasser Fahrbahn? Spart er vielleicht Benzin durch niedrigen Rollwiderstand? Hat er einen niedrigen Verschleiß? Bei der Auswahl muss sich jeder Fragen, wann und wie das Auto zum Einsatz kommt. Fahren Sie beispielsweise vor allem bei schlechtem Wetter oder oft und auf langen Strecken. Katja Legner vom ADAC gibt zu bedenken: "Wer etwa eine hohe Laufleistung haben will, bekommt eine etwas schlechtere Bremswirkung. Die Eigenschaften beeinflussen sich meist gegenseitig."

Reifenwechsel selber machen

Zuletzt stellt sich die Frage, ob man die Montage selber machen oder in die Werkstatt für den Reifenwechsel fahren will? Wenn man sich dazu entscheidet die Reifen selbst zuhause zu wechseln, dann sollte man unbedingt auf den Reidendruck achten. Wie viel Druck ein Reifen bzw. ein Auto braucht steht im Tankdeckel. Regulieren Sie den Luftdruck im Reifen einfach mit den Geräten an der Tankstelle. Der richtige Reifendruck ist wichtig für Ihre Sicherheit und spart Sprit.

Neue PKW haben Reifendruck-Kontroll-Systeme (RDKS). Diese auf die neuen Reifen "einzulernen", erklärt der ADAC, sei nicht schwierig und stehe im Handbuch des Wagens erklärt. Gemacht werden muss das aber, damit nicht ständig die Warnlampe fälschlicherweise leuchtet.

Wie schnell darf man mit welchen Reifen fahren?

Nicht mit allen Reifen darf man gleich schnell fahren. Der Geschwindigkeitsindex eines Reifens gibt die zulässige Reifen-Höchstgeschwindigkeit an, mit der der Autoreifen gefahren werden darf. Beispiel: Ein V-Reifen darf bis 240 Stundenkilometer, ein Reifen mit W-Index sogar bis 270 km/h gefahren werden. Bei einem höheren Tempo besteht die Gefahr, dass sich der Reifen zu sehr erhitzt, und durch die Zentrifugalkraft die Lauffläche von der Karkasse löst, so der ADAC.

Für welche Geschwindigkeit ein Reifen ausgelegt ist, steht außen auf dem Mantel des Reifens. Die Dort zu findenden Buchstaben sind der Geschwindigkeitsindex. Dieser Buchstabe findet sich auch im Fahrzeugbuch wieder. Was welcher Buchstabe bedeutet lässt sich ganz einfach beim ADAC nachlesen.

Schraubenmuttern nachziehen

Nach 50 bis 250 km sollten dann die Muttern der Reifen noch einmal nachgezogen werden - das gilt für die Montage in der Werkstatt wie zuhause.

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Sommerreifen richtig lagernWer jetzt beim Reifenwechsel sorgfältig vorgeht, erhöht die Lebensdauer seiner Sommerreifen - so einfach ist das.Gepostet von BAYERN 1 am Dienstag, 23. Oktober 2018


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