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Ursula Buchfellner Einst Deutschlands jüngstes Playmate

Aufgewachsen im Münchner Hasenbergl, erlebt Ursula Buchfellner eine Kindheit voller Hunger und häuslicher Gewalt. Im Alter von 16 Jahren wird sie Deutschlands jüngstes „Playmate“. Eine einmalige Gelegenheit, den Schatten ihrer Herkunft zu entfliehen, die ihr lange nachhängen. Über die Versöhnung mit den Eltern findet sie schließlich ihren Weg. Die Lebenslinien "Lange war ich unsichtbar" sind von Autor Arndt Wittenberg.

Stand: 27.01.2014

heute in ihrer Heimat München | Bild: Arndt Wittenberg

Die Wohnung von Ursula Buchfellners Eltern im Hasenbergl mit zwei Zimmern ist für zwei Erwachsene und zehn Kinder viel zu klein. Das Geld reicht nie. Am Ende des Monats müssen Sie und ihre Geschwister regelmäßig hungern. Enge, Alkohol und Geldsorgen entladen sich in Gewalt. Ursula entwickelt eine Strategie, um seelisch zu überleben: Sobald ihr Vater nach Hause kommt, versucht sie sich unsichtbar zu machen, am Liebsten nicht mehr atmen.

"Ich habe mich 40 Jahre lang unsichtbar gemacht. Das habe ich mir als Kind angewöhnt als Schutz vor der Welt voller Gefahr."

Ursula Buchfellner

Mit 16 Jahren wird ihr von einem Playboy-Redakteur angeboten, „Playmate“ zu werden. Ursula ergreift die Chance, dem Elend zu Hause zu entfliehen und wird Deutschlands jüngstes Playmate. Jahrelang macht sie international als Model Karriere. Doch an den üblichen Partys beteiligt sie sich nicht, Alkohol und Drogen lehnt sie ab. Jede Mark trägt Ursula zur Bank. Nur nicht wieder hungern müssen, das ist ihr Antrieb. Als die Foto- und Filmangebote immer schlüpfriger werden, steigt sie mit 22 Jahren aus dem Modelgeschäft aus.

"Ich habe mich mein Leben lang so haltlos gefühlt, wie wenn ich allein auf der Welt wäre. Ich habe immer gemeint, dass es damit zusammenhängt, dass meine Eltern so viele Probleme und keine Zeit hatten, doch das geht noch viel, viel tiefer."

Ursula Buchfellner

Ursula ist nun finanziell unabhängig, aber es dauert lange, bis sie die Verletzungen der Kindheit überwindet. Und das geht für sie nur, nachdem sie ihren Eltern verzeiht und sich so mit ihrer Kindheit versöhnt.

"Wenn man so eine Familiengeschichte hat, hat man einen Rucksack zu tragen, ein Leben lang. Aber abstreifen will ich ihn auch gar nicht, das ist ein Teil von mir."

Ursula Buchfellner

Lange war ich unsichtbar

Buch und Regie: Arndt Wittenberg
Redaktion BR: Christian Baudissin
Drehzeit: April bis August 2013
Drehort: München, Chiemgauer Alpen und Berlin
Sendetermin: 24. März 2014, 21.00 Uhr


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